Eigentlich sollte es in Sachen Corona-Lockerungen eine einheitliche Lösung für ganz Deutschland geben, aber eben nur eigentlich: Schnell war klar, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für sein Land einen anderen Weg sieht. Grund dafür sind die nach wie vor hohen Corona-Infektionszahlen in Bayern, sagt Söder. Was ist in Bayern wann erlaubt, was wird wieder geöffnet haben? Und wie ist es im Vergleich in Baden-Württemberg geregelt? Wichtig ist das auch für alle Berufspendler und Schüler, die wissen müssen, ob der Öffentliche Nahverkehr bald wieder normal läuft.

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So geht es in Bayern weiter

  • Geschäfte und Co.: Ab Montag sollen in Baden-Württemberg wieder alle Geschäfte bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern öffnen könnten. Auch in Bayern könnte das so sein, doch Ministerpräsident Söder und sein Kabinett haben entschieden, dass zuerst einmal die Bau- und Gartenmärkte öffnen dürfen, die bislang – anders als in Baden-Württemberg – geschlossen waren. Dann, ab dem 27. April, dürfen auch in Bayern die Geschäfte wie im Rest von Deutschland unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften wieder öffnen. Weiterhin geöffnet haben dürfen weiterhin in Bayern, anders als in Baden-Württemberg, auch die Eisdielen.
  • Bewegung an der frischen Luft: Ab 20. April ist es in Bayern auch wieder möglich, sich zum Spaziergang oder zu einer Radtour mit einer Person zu treffen, die nicht im gemeinsamen Haushalt lebt – das war bis jetzt in Bayern verboten.
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  • Kinderbetreuung und Schule: Kindergärten und Kindertagesstätten bleiben in ganz Deutschland erst einmal geschlossen und bieten eine Notbetreuung an. In Schulen geht es nicht gleich nach den Osterferien am 20. April weiter, sondern zumindest in Bayern erst schrittweise ab dem 27. April: Dann dürfen zuerst die Abschluss- und Meisterklassen zu Prüfungsvorbereitungen wieder an die Schulen. Nach bisherigem Stand und laut Bayerischem Kultusministerium sollen die Abiturprüfungen ab 20. Mai stattfinden. Für alle anderen Jahrgänge bedeutet das weiterhin Lernen zu Hause, aber auch erst ab dem 27. April. Ab dem 11. Mai sollen weitere Jahrgänge in die Schulen kommen, voraussichtlich dann all jene, die im kommenden Jahr Abschlussprüfungen haben und möglicherweise die Viertklässler der Grundschulen, das steht aber derzeit noch nicht fest. Wie es mit den anderen Schülern weitergeht, ist ungewiss, sie müssen wohl erst einmal daheim bleiben.
In diesem Kindergarten auf der Lindauer Insel findet derzeit nur Norbetreuung statt.
In diesem Kindergarten auf der Lindauer Insel findet derzeit nur Norbetreuung statt. | Bild: Susanne Hogl
  • ÖPNV: Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) soll zeitgleich mit den teilweisen Schulöffnungen wieder hochgefahren werden, wobei Markus Söder dringend dazu rät, im ÖPNV Schutzmasken zu tragen.
Am Freitagnachmittag war die Lindauer Insel wieder fast menschenleer.
Am Freitagnachmittag war die Lindauer Insel wieder fast menschenleer. | Bild: Susanne Hogl
  • Wertstoffhöfe: Am bayerischen Bodensee haben die Wertstoffhöfe zu den üblichen Zeiten offen und auch, wenn die Menschen mehr Zeit haben um ihre Wohnungen zu entrümpeln, oder die Gärten und Balkone auf Vordermann zu bringen, sollen die Wertstoffhöfe eigentlich derzeit nicht genutzt werden. Zumindest in Lindau klappt es aber reibungslos, der Andrang hält sich in Grenzen und die Menschen halten Abstand.
  • Wassersport: Klar ist übrigens nach Auskunft der obersten Bayerischen Wasserschutzpolizei-Dienststelle im fränkischen Schwabach bislang auch nicht, ob die neue Corona-Verordnung in Sachen Wassersport Änderung mit sich bringt. Das soll aber bis Dienstag, 21. April, geklärt sein. Viele Wassersportler hoffen natürlich darauf, bald wieder in See stechen zu können.
Viele leere Liegeplätze gibt es in Lindau – wann sich das ändern wird, ist noch unklar.
Viele leere Liegeplätze gibt es in Lindau – wann sich das ändern wird, ist noch unklar. | Bild: Susanne Hogl

Im Vergleich: Die neuen Regelungen in den beiden Bundesländern im Überblick

Das ist in Baden-Württemberg erlaubt

  • Kinderbetreuung und Schule: In Baden-Württemberg läuft der Schulbetrieb schrittweise ab 4. Mai wieder an. Zuerst sollen alle Jahrgänge wieder in die Schule kommen die in diesem, oder im kommenden Jahr Abschlüsse machen, das gilt auch für berufliche Schulen. Dann sollen, so die Pläne, zeitlich versetzt die Viertklässler folgen, wann das der Fall sein wird, ist allerdings noch nicht entschieden. Die zentralen Abschlussprüfungen sollen dann ab dem 18. Mai stattfinden.
  • Gastronomie: Unsicher ist sowohl in Bayern als auch in Baden-Württemberg, wann Hotels, Restaurants und andere gastronomische Betriebe wieder öffnen dürfen.
  • Wertstoffhöfe: Im baden-württembergischen Teil des Bodensees gab dagegen teilweise schon einen regelrechten Ansturm auf die Entsorgungsplätze, sodass beispielsweise in Villingen-Schwenningen nur noch Einheimische zu den Wertstoffhöfen zugelassen werden. In Konstanz sind alle Wertstoffhöfe sogar bis zum 20. April geschlossen und werden auch nur teilweise wieder geöffnet. Im Bodenseekreis können Abfälle aus Privathaushalten nur noch nach vorheriger Terminabsprache angeliefert werden.
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