Die alljährliche Winterwartung hat das Luftschiff hinter sich, schon für den Erstflug zu Ostern wäre es gewappnet gewesen. Nach einer sorgfältigen Prüfung seiner Hülle sowie der gesamten Technik und Systeme konnten die Prüfer dem Zeppelin NT für ein weiteres Jahr den TÜV-Stempel verpassen. Doch der Testflug, der sogenannte Werkstattflug, musste verschoben werden. Pandemiebedingt löste sich der Zeppelin in diesem Jahr noch nicht von seinem Mast.

Noch hängt er an seinem Mast. Der Saisonstart wurde verschoben.
Noch hängt er an seinem Mast. Der Saisonstart wurde verschoben. | Bild: Anette Bengelsdorf

„Aber jetzt geht‘s los“, sagt Eckhard Breuer und blickt verhalten optimistisch auf die Entwicklung der Sieben-Tage-Inzidenz und die Entscheidungen der Politik. Für Pfingsten erwartet der Geschäftsführer der Zeppelin-Reederei eine Öffnungsstrategie für die Tourismuswirtschaft, das Hotel- und Gaststättengewerbe. Der Werkstattflug steht deshalb noch vor den Feiertagen auf dem Programm. Flüge können bereits online gebucht werden, der Erstflug ist – Stand heute – für den 28. Mai geplant.

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Schon in der vergangenen Saison flog der Zeppelin mit einem Hygienekonzept. Es habe keinen nachgewiesenen Infektionsfall, weder unter den Passagieren, noch unter den Restaurantgästen oder Mitarbeitern gegeben, versichert Eckhard Breuer. Die Kontaktdaten habe man als Luftfahrtunternehmen schon immer lückenlos nachweisen können.

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„Wir sind darauf vorbereitet, unseren Gästen vor Ort Schnelltests anzubieten“, erklärt Breuer. Auch Ausnahmen für Geimpfte und Genesene würden beachtet. Das Personal werde bereits seit Ende März wöchentlich getestet. Einen positiven Treffer habe es bisher nicht gegeben.

Kameraträger für das 24-Stunden-Rennen in Le Mans

Die Zeppelin-Reederei ist nicht nur auf Einnahmen aus den Passagierflügen und dem angeschlossenen Restaurantbetrieb, dem Zeppelin-Hangar, angewiesen. Ein weiteres Standbein sind Aufträge für die beiden Werbepartner. Wie im vergangenen Jahr ist der Zeppelin wieder als Kamera-Träger für den Automobilrennsport eingeplant. Goodyear entschied sich im September, das 24-Stunden-Rennen von Le Mans vom Zeppelin statt von einem Helikopter aus zu übertragen. Dieser Einsatz ist auch in diesem Jahr für Juni geplant und laut Breuer nicht von der Corona-Verordnung bedroht. Mit dem Werbepartner ZF seien ähnliche Einsätze geplant.

Blick ins Inneren des Zeppelin NT mit seinem filigranen Skelett.
Blick ins Inneren des Zeppelin NT mit seinem filigranen Skelett. | Bild: Bernhard Gehring

Als weiteres Standbein wird der Zeppelin auch in diesem Jahr wieder Forschungsflüge machen. Für das Forschungszentrum Jülich wurden im vergangenen Jahr unter anderem Kohlendioxid-, Kohlenmonoxid und Feinstaubkonzentrationen gemessen, um Rückschlüsse auf die Auswirkungen des Lockdowns auf die Atmosphäre zu ziehen. Solche Messflüge werden mit Passagierflügen kombiniert und die technische Ausrüstung ist sichtbar für die Fluggäste mit an Bord.

Der Zeppelin geht auf Tournee

Nicht nur von Friedrichshafen aus sollen Passagiere ihre Heimat von oben sehen können. Der Zeppelin geht wieder auf Tournee. Rundflüge von München, Frankfurt, Köln, Bonn und Mönchengladbach aus sind geplant.

Nicht auf dem Programm, versichert Breuer, stehen dagegen Rundflüge der Polizei, um wie im vergangenen Jahr unzulässige Menschenansammlungen an den Ausflugszielen zu observieren. Breuer sagt: „Wir freuen uns, wir haben ein tolles Programm und werden alles dafür tun, die Sicherheit unserer Passagiere zu gewährleisten“.

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