Mit einem Jahr Verspätung hat am Samstag im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen die Bezirkstagung der DLRG Württemberg – Bezirk Bodenseekreis stattgefunden. Mit einem Jahr Verspätung konnte damit der Bezirksvorsitzende Rudi Krafcsik sein Amt in jüngere Hände abgeben.

Rudi Krafczik (links) gratuliert seinem Nachfolger Florian Daniels zur Wahl zum DLRG-Bezirksvorsitzenden.
Rudi Krafczik (links) gratuliert seinem Nachfolger Florian Daniels zur Wahl zum DLRG-Bezirksvorsitzenden. | Bild: Andrea Fritz

In einer geheimen Wahl haben die 43 stimmberechtigten Delegierten aus den Ortsgruppen den 34-jährigen Florian Daniels zu seinem Nachfolger bestimmt. Auf den Familienvater aus Langenargen warten viele Herausforderungen. „Wir müssen die Bodenseeflotte von der DLRG erneuern, wir brauchen ordentliches Equipment“, sagte Landesverbands-Präsident Armin Fohr.

Einsätze liegen auf hohem Niveau – 2021 wird das noch toppen

Doch das ist längst nicht alles, wie die Berichte aus den Resorts und aus den Ortsgruppen gezeigt haben. coronabedingt gab es 1000 Ausbildungen weniger. Die Zahl der Einsätze hielt mit 40 das hohe Niveau des Vorjahres. „Und ich kann jetzt schon sagen, das Jahr 2021 wird das toppen“, sagte Einsatzleiter Carsten Mücke. Die Missachtung der Rettungswestenpflicht bei Stand-up-Paddlern trägt dazu bei, oft werden herrenlose Bretter ohne die vorgeschriebene Telefonnummer gesichtet und immer wieder geraten Kite-Surfer in Not.

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Noch kann man die Mitglieder mit Onlineangeboten halten, derzeit sind es 3980 im Bezirk. Doch ohne die Schwimmausbildung in den Bädern fehlt der Nachwuchs und ohne Schwimmtraining geht es nicht im DLRG. Ausbildungsleiter Michael Nickl will in diesem Jahr deshalb die Sommerpause intensiv nutzen. „Ich gehe davon aus, dass es im Oktober wieder zu Einschränkungen kommen kann und rein online ist die Ausbildung leider nicht möglich“, begründet er.

Im DLRG-Bezirksverband blickt man trotz aller widrigen Umstände und chronischem Geldmangel motiviert in die Zukunft. Von links: Der stellvertretende Bezirksvorsitzende Karl-Heinz Rimmele, der neue Bezirksvorsitzende Florian Daniels, Landes-Verbandspräsident Armin Fohr und der scheidende Bezirksvorsitzende Rudi Krafcsik.
Im DLRG-Bezirksverband blickt man trotz aller widrigen Umstände und chronischem Geldmangel motiviert in die Zukunft. Von links: Der stellvertretende Bezirksvorsitzende Karl-Heinz Rimmele, der neue Bezirksvorsitzende Florian Daniels, Landes-Verbandspräsident Armin Fohr und der scheidende Bezirksvorsitzende Rudi Krafcsik. | Bild: Andrea Fritz

Rudi Krafcsik ärgert sich, dass das Sportbad in Friedrichshafen ab der nächsten Woche für die Revision geschlossen ist und daher dort auch keine Schwimmkurse angeboten werden können. Bei den Planungen für das Sportbad habe es von Seiten der Stadt geheißen, dass es keine Sommer-Schließung geben werde. Und wie sieht es mit Schwimmkursen in Freibädern aus? „Das kann ich wetterbedingt in den Freibädern nicht machen“, sagt er. Schon im vergangenen Jahr konnte kein Schwimmunterricht für Schulanfänger stattfinden. Noch schlechter sieht es in Meersburg aus. „Unsere Gruppe ist in den Pandemieschlaf gefallen, wir sind sehr bemüht, die Bäderschließung abzuwenden“, erklärte die Gruppe.

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Robert Michl, der Leiter Wirtschaft und Finanzen, muss mit spitzem Bleistift und 10 Prozent weniger Beiträgen rechnen, allein der Rettungsdienst kostet 75.000 Euro jährlich. Da bleibt den Ehrenamtlichen unterm Strich für 2020 nur ein ganz dünnes Plus. Gut, dass Rudi Krafcsik mit dem Spendensammeln im Kreistag immer so erfolgreich war, auch in diesem Jahr hat er für die DLRG 30.000 Euro bekommen, die im Wasserrettungsdienst dringend gebraucht werden und gut angelegt sind. Insbesondere für diese Leistung erhielt der scheidende Vorsitzende Standing-Ovations vom Vorstand und den Delegierten.

Da Krafcsik in 55 Mitgliedsjahren und 34 Jahren im Vorstand bereits alle Auszeichnungen erhalten hat, hat der stellvertretende Vorsitzende Karl-Heinz Rimmele den Antrag auf den Ehrenvorsitz eingereicht. Dieser soll Rudi Krafcsik in der nächsten Sitzung des Landesverbandes verliehen werden. Seit 2000 setzt er sich dort nämlich als Beisitzer für die Finanzierung des Wasserrettungsdienstes ein.

Seinen in Führungspositionen noch unerfahrenen Nachfolger will Krafcsik gründlich unterweisen und auch langfristig unterstützen. Karl-Heinz Rimmele hat ebenfalls versprochen, am Ball zu bleiben und sich vorerst nicht zur Ruhe zu setzen.