Hans Büchner, Matthias Hofmann und Rainer Schlipf stehen auf der Wendeplatte im Meersburger Hechtweg. Hinter ihnen die mehrstöckigen Gebäude der Wohnanlage mit rund 100 Wohneinheiten, wenige Meter vor ihnen die B 31.

Matthias Hofmann, Rainer Schlipf und Hans Büchner (von links) auf der Wendeplatte im Hechtweg.
Matthias Hofmann, Rainer Schlipf und Hans Büchner (von links) auf der Wendeplatte im Hechtweg. | Bild: Wieland, Fabiane

Von hier unten ist die Bundesstraße, durch einen Grünstreifen und eine Lärmschutzwand verborgen, zwar nicht zu sehen, aber zu hören. Aus den oberen Stockwerken der Wohnanlage betrachtet, blitzt immer wieder das Dach eines Lastwagens durch.

Aus den oberen Stockwerken ist hinter dem Grünstreifen und der Lärmschutzwand ein Lastwagen auf der B 31 zu sehen.
Aus den oberen Stockwerken ist hinter dem Grünstreifen und der Lärmschutzwand ein Lastwagen auf der B 31 zu sehen. | Bild: Wieland, Fabiane

Noch befinden sich hinter der Lärmschutzwand zwei Fahrspuren, nach dem geplanten Bau der Vorzugsvariante B1 zwischen Meersburg und Immenstaad soll hier eine vierstreifige Straße verlaufen. Hans Büchner vom Verwaltungsbeirat der Meersburger Wohnanlage macht dazu deutlich: „Nur weil die Trasse auch jetzt schon vor unserer Haustür verläuft, darf hier nicht das Prinzip gelten, die kennen das ja schon.“ Ihm und seinen Mitstreitern vom Verwaltungsbeirat sei es wichtig, dass die Anwohner beim Thema Lärmschutz nicht vergessen werden.

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Bisher hätten sie sich bei der Variantendiskussion mit Stellungnahmen zurückgehalten, obwohl die Wohnanlage – wie Rainer Schlipf, Hans Büchner und Matthias Hofmann betonen – „wohl die geringste Entfernung zur bestehenden B 31 aufweist“.

Bild: Ute Schönlein

Nachdem sich die Bürgermeister aus der Region, der Landrat und der Regionalverbandsdirektor im Mai zur Trassenentscheidung positioniert hatten, erklärten die Anwohner in einem Schreiben an mehrere Verwaltungsspitzen: „Wir schätzen Ihr Engagement für die Landschaft und für die schützenswerte Flora und Fauna. Nun hoffen wir sehr, dass Sie sich mit demselben Nachdruck und derselben Einmütigkeit für den Schutz der in unserer Wohnanlage lebenden Menschen einsetzen werden.“

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Konkret heißt das für den Verwaltungsbeirat der Wohnanlage, dass die Fahrbahn in diesem Bereich eingehaust beziehungsweise überdeckelt werden muss. „Nur dann ist sichergestellt, dass ein ausreichender Schallschutz gewährleistet sein wird“, betont Büchner.

Bild: Ute Schönlein

Zur Frage nach möglichen Lärmschutzmaßnahmen teilt das Regierungspräsidium Tübingen auf Anfrage mit: „Derzeit befinden wir uns bei den Planungen der B 31 zwischen Meersburg und Immenstaad in der Phase der Linienfindung. Eine konkrete Aussage zum Lärmschutz können wir in diesem frühen Planungsstadium daher noch nicht machen.“ Man werde sich allerdings in den nächsten Planungsphasen – der Entwurfsplanung und der Genehmigungsplanung – sehr detailliert mit der „flurstücksscharfen Ausgestaltung der Trasse und dem Lärmschutz befassen“.

Wunsch nach öffentlicher Erklärung zum Schutz der Anwohner

Von den bisherigen Rückmeldungen auf ihr Anliegen sind Hans Büchner, Matthias Hofmann und Rainer Schlipf enttäuscht. Viel werde darin von der allgemeinen Rechtslage gesprochen, findet Hans Büchner, zu wenig wurde seiner Meinung nach auf ihr konkretes Anliegen eingegangen. Daher betonen die drei Verwaltungsbeiräte für die Bewohner noch einmal: „Wir würden uns freuen, wenn sich die Verwaltungsspitzen hier zu einer ähnlich einmütigen öffentlichen Erklärung bereitfinden würden, wie es bei der Trassenwahl geschehen ist.“

Video: Fabiane Wieland

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