Laue Nächte und eine fröhliche Grillparty: Was viele Urlauber und Einheimische freut, ist nicht nach jedermanns Geschmack und aufgrund der anhaltenden Trockenheit in einigen Gemeinden derzeit auch nicht überall erlaubt.

In Lindau hat die Stadt bereits Anfang August ein absolutes Grillverbot erlassen, das bis auf Weiteres gültig ist. "Falls es wie derzeit vorhergesagt am Wochenende regnen sollte, dann würden wir sehen, ob das Verbot aufrechterhalten bleibt", erklärte Patricia Herpich vom Presseamt der Stadt. In ganz Lindau ist derzeit das Grillen nur an einer Feuerstelle erlaubt, ansonsten ist aufgrund der extrem hohen Waldbrandgefahr selbst das Grillen am steinigen Seeufer verboten.

Appell an Eigenverantwortung der Bürger

Die Stadt Lindau appelliert dabei vor allem an die Vernunft und Eigenverantwortung der Bürger: "Bitte bedenken Sie, dass bei der Trockenheit der Böden und der extremen Hitze ein Funke reichen kann, um einen Brand auszulösen."

Nach Angaben der Stadt Lindau gibt es auch bislang kaum Verstöße gegen den Erlass. Ähnlich sieht es auch in Friedrichshafen aus.

In Friedrichshafen sind nur offene Lagerfeuer verboten

"Wir haben keine Probleme und das Grillen ist bei uns an öffentlichen Grillplätzen weiterhin möglich, nur offene Lagerfeuer sind verboten", so Andrea Kreuzer, Pressesprecherin der Stadt Friedrichshafen. Auch in Manzell, wo es früher gelegentlich Beschwerden wegen lautstarker Partys und Müll gab, ist nach Angaben der Stadt alles im grünen Bereich. Denn: "Dort gibt es einen Kioskbesitzer und der sorgt für Ordnung und wir haben den Eindruck, dass die Menschen einsichtig sind und selbst erkennen, dass offenes Feuer derzeit einfach sehr gefährlich ist", so Kreuzer weiter.

Keine Verstöße in Immenstaad

Auch in den Uferanlagen in Immenstaad ist es nach Aussagen von Verantwortlichen der Gemeinde ruhig. Lediglich der sogenannte Waldgrillplatz sei derzeit gesperrt, ansonsten sind die Stellen, an denen Grillen und Feuer machen nicht erlaubt ist, mit Verbotsschildern gekennzeichnet, berichtet Matthias Herrmann von der Gemeinde.

"Die Leute scheinen einsichtig zu sein, wir haben keine Verstöße und auch keine Lärmstörungen mitbekommen", so Herrmann. Dies bestätigt auch Polizeisprecher Markus Sauter: "Derzeit machen natürlich aufgrund des Wetters viele junge Leute die Nacht zum Tag, aber die Beschwerden halten sich in Grenzen und das gilt für den gesamten Bodenseekreis."

Offenes Feuer ist an der östlichen Uferstraße in Friedrichshafen nicht gestattet. Überbleibsel von Grillabenden sind mitunter dennoch zu sehen.
Offenes Feuer ist an der östlichen Uferstraße in Friedrichshafen nicht gestattet. Überbleibsel von Grillabenden sind mitunter dennoch zu sehen. | Bild: Christina Bömelburg

In Markdorf gibt es zwei Grillstellen, die abseits von den Wohngegenden im Wald liegen. Ein Feuer- und Grillverbot ist laut Jessica Kuhn vom Amt für öffentliche Ordnung trotz der Nähe zum Wald nicht ausgesprochen worden.

Sie meint, dass es wegen der abgelegenen Lage auch kein Problem mit Ruhestörungen gebe. Dafür aber ein anderes, wie sie berichtet: "Erst kürzlich wurde Müllreste hinterlassen und es wurde vandaliert. Bis auf diesen schweren Fall haben sich die Vorfälle am Grillplatz bisher in Grenzen gehalten."

Lage in Kressbronn gebessert

In Kressbronn hatte Bürgermeister Daniel Enzensperger Anfang August den Gemeinderäten mitgeteilt, dass "es besonders auf der neuen Bodan-Promenade drunter und drüber“ gehe. Offenes Feuer werde angezündet, Lärmbeschwerden würden sich in allen Uferbereichen mehren. Jetzt scheint sich die Lage gebessert zu haben. "Die letzten drei Wochen war es ruhiger hier und ich habe nichts mehr gehört", so der Bürgermeister.

Seiner Ansicht nach seien deutlich weniger Touristen in seiner Gemeinde und der gesamte Uferbereich der Seegemeinde sei keine Dauerpartymeile mehr. "Ich habe nie behauptet, dass sich die die lautstarken Partys auf das Gelände der Bodanwerft beschränken, sondern immer den gesamten Seeuferbereich in Kressbronn gemeint", erklärte Enzensperger.

Nicht nur Beschwerden am Bodan-Areal

Der Bürgermeister glaubt nicht, dass es besonders an den Bewohnern der Bodanwerft liegt, die bekanntlich für die exklusiven Wohnungen mit Seeblick tief in die Tasche greifen mussten. "Ich sehe keinen Zusammenhang, dass sich die Leute dort besonders häufig beschweren", so Enzensperger.

Polizeisprecher Markus Sauter erklärt: "Hier in Konstanz gibt es durchaus immer wieder Beschwerden von Leuten, die in den teuren Wohnungen direkt am Rheinufer leben." Er könne daher nicht ausschließen, dass dies auch in anderen Seegemeinden der Fall sei. In Kressbronn gilt bis auf Weiteres in allen öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen nach Auskunft Enzenspergers ein Grill- und Feuerverbot.

Warnungen scheinen zu wirken

In Überlingen, Frickingen, Heiligenberg und Sipplingen sind bis auf die Vorgaben des Landratsamts keine expliziten Grill- und Feuerverbote erlassen worden. Die Stadt Überlingen weist in einer Stellungnahme darauf hin: "Die Waldbrandgefahr in unserer Region ist zum Glück relativ gering, nichtsdestotrotz ist das Rauchen und Feuermachen im Wald grundsätzlich in dieser Jahreszeit verboten."

Weiter wird davor gewarnt einen Grill in freier Natur aufzustellen, insbesondere wenn trockenes Gras oder Streu vorhanden ist. Die Warnungen scheinen zu wirken, bisher halten sich die Menschen an die Vorgaben. Das gilt auch für die Lautstärke an den Grillplätzen: Dauerpartys oder Grillexzesse seien nirgends vorgekommen, so der Tenor aus den Gemeindeverwaltungen im westlichen Teil des Landkreises.