Mit großem Aufwand sind am Mittwochnachmittag zwei Edelstahltanks mit je 1000 Litern Weiß- und Rotwein in 60 Metern Tiefe in der Bregenzer Bucht versenkt worden. Winzer Josef Möth aus Bregenz ist jetzt gespannt, wie sich die extremen Bedingungen auf die Qualität seines Weins auswirken werden.

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Fässer werden auf Edelstahlstelzen gestellt

„Wein ganz schlicht in Fässern oder Edelstahltanks im Keller lagern kann jeder“, beschrieb der 44-jährige Möth seine Gedanken im Vorfeld. Wind und Wellen stellten sich bei der Aktion als große Herausforderungen für das rund 25-köpfige Team dar. Nach etwa fünf Stunden waren aber beide Edelstahltanks erfolgreich an ihrem neuen Lagerplatz in der Bregenzer Bucht angekommen.

Mit dem Tieflader zum Bregenzer Hafen: Hier wurden die beiden Weinfässer abgeladen.
Mit dem Tieflader zum Bregenzer Hafen: Hier wurden die beiden Weinfässer abgeladen. | Bild: Christian Schramm

Mithilfe eines Tiefladers wurden die Fässer direkt zum Bregenzer Hafen gebracht, abgeladen und mit Luftkissen versehen, um sie auf den Bodensee hinaus schleppen zu können. „Da wir beim Probetauchen festgestellt haben, dass der Untergrund extrem schlammig ist, haben wir die beiden Fässer jetzt quasi auf 2,5 Meter lange Edelstahlstelzen gestellt und diese unten mit Tellern versehen, damit die Weinfässer nicht im Schlamm versinken“, erklärte der Winzer.

Rund 25 Leute im Einsatz: Die mit Luftkissen versehenen Weinfässer wurden mithilfe der Wasserrettung auf den Bodensee hinausgeschleppt.
Rund 25 Leute im Einsatz: Die mit Luftkissen versehenen Weinfässer wurden mithilfe der Wasserrettung auf den Bodensee hinausgeschleppt. | Bild: Christian Schramm

In ein paar Wochen steht der nächste Tauchgang an

Sogenannte Trimix-Taucher haben gemeinsam mit Tauchern der österreichischen Wasserrettung die Fässer dann in der Bregenzer Bucht in 60 Metern Tiefe im Bodensee versenkt. Neben der Tiefe stellte für die Taucher auch die Zeit eine Herausforderung dar: Sie hatten in 60 Metern Tiefe gerade einmal sechs Minuten Zeit, um die Fässer miteinander zu verzurren und zu positionieren. „Wir werden nach einigen Wochen schauen, ob die Fässer noch so dastehen, wie wir sie versenkt haben“, erläuterte Möth. Der Weißwein werde nach rund einem halben Jahr wieder hoch ans Tageslicht geholt, der Rotwein nach spätestens einem Jahr.

Winzer Josef Möth aus Bregenz hatte die Idee, Fässer mit Rot- und Weißwein im Bodensee reifen zu lassen.
Winzer Josef Möth aus Bregenz hatte die Idee, Fässer mit Rot- und Weißwein im Bodensee reifen zu lassen. | Bild: Christian Schramm

Wie sich die konstante Temperatur, der Druck und die besonderen Verhältnisse unter Wasser auf den Wein auswirken, zeigt sich, wenn der Bodenseewein in Flaschen abgefüllt sein wird. „Er wird dann zwar ‚Tiefenrausch‘ heißen, aber hoffentlich nicht für einen solchen sorgen“, sagte der Winzer.

Video: Christian Schramm