Der aktuelle Neubau des Sportzentrums für Realschule und Gymnasium für 27 Millionen Euro war nur der Start zum Jahrhundertprojekt Schulcampus. Die Stadt plant den Bau eines neue Gymnasiums und einer Mensa, sowie die Generalsanierung der Realschule. Gut 60 Millionen Euro stehen als Investitionssumme im Raum.

Großräumiger denken

Diese Pläne könnten jetzt noch einmal einen ganz neuen Drive bekommen. Denn auch der Bodenseekreis mit seinen drei beruflichen Schulen plant in großem Stil. Das wiederum führt zu Überlegungen bei den Verantwortlichen, großräumiger zu denken, alle fünf Schulen mitzudenken. „Wir werden uns eng miteinander abstimmen“, sagten Landrat Wölfle und Oberbürgermeister Zeitler am Rande einer Kreistagssitzung.

Schloss Rauenstein.
Schloss Rauenstein. | Bild: Hilser, Stefan

Auslöser für die im Kreistag erstmals öffentlich gemachten Pläne war der Kauf von Schloss Rauenstein durch die Stadt im Jahr 2015. Denn in einem Nebengebäude des Schlosses ist die vom Kreis getragene Justus-von-Liebig-Schule untergebracht, wobei die Stadt dieses Mietverhältnis kündigte und der Kreis nun Ersatzräume suchte. Ob auf dem Campus der Kreis-Schulen genügend Platz vorhanden sei, sollte die Schulbehörde am Regierungspräsidium prüfen. Das RP Tübingen ermittelte darüber hinaus den Flächenbedarf aller drei Schulen: Constantin-Vanotti-Schule, Jörg-Zürn-Gewerbeschule sowie Justus-von-Liebig-Schule. Wie der Finanzdezernent des Bodenseekreises, Uwe Hermanns, dem Kreistag gegenüber erläuterte, fehlen rund 10.500 Quadratmeter Raumfläche.

Bild: Hilser, Stefan

Mehrere Neubauten auf dem jetzigen Campus sowie umfangreiche Sanierungen vorhandener Gebäude stehen nun zur Diskussion. Außerdem die Erweiterung der Tiefgarage unter der Sporthalle. Der Landkreis, Träger der drei beruflichen Schulen, will sich mit der Stadt Überlingen abstimmen. Es soll ein Gesamtkonzept entstehen, das auch den Campus der städtischen Schulen mitbedenkt und dort möglicherweise zu Planänderungen führt. Für den ersten Schritt der Projektentwicklung stellte der Kreistag 200.000 Euro zur Verfügung, nach einstimmigem Votum.

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Damit ist die grobe Richtung vorgegeben, aber noch kein Baubeschluss. Es wurden auch noch keine Investitionssummen genannt, wobei Wölfle im Gespräch nach der Sitzung sagte, dass Schulneubauten laut Kostenindex über 3000 Euro pro Quadratmeter kosten. Drei Neubauten wurden in der ersten groben Planung als „Platzhalter“ auf das jetzige Gelände zwischen Kreis- und städtischen Schulen gesetzt. Doch versicherten sich Zeitler und Wölfle gegenseitig einer abgestimmten Planung, die verhindert, dass die Gebäude die Schulen voneinander abriegeln. „Ein faszinierender Gedanke“, befand Zeitler, dass sich der eine Campus zum anderen hin öffnet.

Bild: Hilser, Stefan

Die drei Schulleiter Günter Reichle (Leiter der Constantin-Vanotti-Schule), Stefan Wunder (Jörg-Zürn-Gewerbeschule) und Herbert Weber (Justus-von-Libig-Schule) verfolgten die Kreistagssitzung am Mittwoch und wurden um Stellungnahme gebeten. Wunder sagte stellvertretend für alle drei: „Wir sind sehr sehr froh, dass das Thema nun angegangen wird. Es ist eng an unseren Schulen, man muss etwas tun.“ Wichtig sei auch die Schulentwicklungsplanung. „Wir freuen uns darauf.“

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