Müll und seine Entsorgung: Dieses Thema wird immer größer. Das Bewusstsein für die Verantwortung gegenüber der Umwelt ist gestiegen und deshalb hinterfragen viele Menschen zunehmend, was eigentlich mit dem Müll passiert, der im Bodenseekreis täglich erzeugt wird. Auskunft darüber gibt das Landratsamt.

  • Restmüll: Der Restmüll (Schwarze Tonne) wird von der Firma AWB aus Friedrichshafen eingesammelt und in den Entsorgungszentren Friedrichshafen-Weiherberg, Tettnang-Sputenwinkel und Überlingen-Füllenwaid zum Ferntransport umgeladen. Der Restmüll wird derzeit in der Schweiz im Kehrichtheizkraftwerk Zürich/Josefstraße entsorgt. "Jährlich werden circa 33 000 Tonnen Restabfall thermisch behandelt, die anfallende Wärme wird in Form von Fernwärme und Elektrizität genutzt", erklärt Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamts Bodenseekreis.
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  • Bioabfall: Der im Landkreis über die AWB gesammelte Bioabfall (Braune Tonne, etwa 17 000 Tonnen pro Jahr) wird im Werk für Biogas in Amtzell im Landkreis Ravensburg zu Energie und Strom, Flüssigdünger und Kompost verarbeitet. "Dadurch entstehen rund vier Millionen Kilowattstunden Strom und fünf Millionen Kilowattstunden Wärme pro Jahr", sagt Robert Schwarz.
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  • Grünkompostierung: Das Grüngut, 15 000 bis 18 000 Tonnen pro Jahr, wird in den drei Grünkompostierungsanlagen des Bodenseekreises, die den jeweiligen Entsorgungszentren angeschlossen sind, zu Kompost verarbeitet. "Dieser ist mit dem Siegel der Bundesgütegemeinschaft Kompost ausgezeichnet", sagt Schwarz. Die Grünkompostierungsanlagen werden von der Firma Hans Schmid aus Tettnang betrieben.
  • Altpapier: Seit 2014 steht allen Kreisbewohnern sowie Gewerbetreibenden eine kostenlose Papiertonne zur Verfügung. Diese wird in der Regel alle vier Wochen durch die Firma Alba Süd aus Bad Saulgau geleert. Zusätzlich kann Papier in allen Wertstoffhöfen sowie den drei Entsorgungszentren kostenlos entsorgt werden. "In einigen Gemeinden finden auch noch Altpapiersammlungen durch Vereine statt", sagt Robert Schwarz. Im Bodenseekreis werden etwa 82 Kilogramm Papier pro Einwohner beziehungsweise insgesamt rund 18 000 Tonnen pro Jahr erfasst. Verwertet wird des zurzeit von der Firma Stark aus Lindau, die verschiedene Papierfabriken beliefert.
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  • Gelber Sack: 28 Kilo je Einwohner beziehungsweise rund 6000 Tonnen Verpackungsabfälle werden im Bodenseekreis über den Gelben Sack erfasst. "Gemäß Verpackungsgesetz sind Hersteller und Vertreiber von Verkaufsverpackungen zur Rücknahme und Verwertung verpflichtet", erklärt Robert Schwarz. "Durch die Beteiligung an einem Dualen System können sie sich von der Pflicht befreien. Es handelt sich um ein rein privatwirtschaftlich organisiertes Rücknahme- und Verwertungssystem von gebrauchten Verkaufsverpackungen." Die Dualen Systeme haben zurzeit die Firma Alba mit der Sammlung der Gelben Säcke beauftragt. Der größte Teil der Gelben Säcke wird zur Firma Vogt Plastik in Rheinfelden nahe der Schweizer Grenze bei Basel angeliefert. "Hier werden hochwertige Recyclate aus dem Gelber-Sack-Material hergestellt", sagt Schwarz. Der Rest geht an zwei weitere Sortieranlagen der Firma Alba.
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  • Altholz: Das Altholz wird auf dem Holzlagerplatz des Entsorgungszentrums in Friedrichshafen gesammelt. Hier wird des durch den beauftragten Entsorger, die Firma Schmid, sortiert und mittels eines mobilen Schredders zerkleinert. Das zerkleinerte Altholz wird in verschiedenen Holzheizkraftwerken in der Region thermisch verwertet. Menge: rund 10 000 Tonnen im Jahr.
  • Weitere Abfallkategorien: Altmetall: Rund 3000 Tonnen Altmetall werden im Kreis erfasst und regionalen Verwertern zugeführt. An Elektroschrott fallen rund 2000 Tonnen an. Die Elektrogeräte werden in sechs Kategorien eingeteilt, für die es jeweils eigene Verwertungsanlagen gibt. Für die Entsorgung und Deponierung von mineralischen Abfällen (wie Mineralwolle, Asbest, nicht verwertbarer Bauschutt) stehen im Bodenseekreis zwei Deponien zur Verfügung. Je nach Belastungsart oder Klassifizierung der Abfälle werden diese der Bauschuttdeponie in Überlingen oder der Deponie Friedrichshafen-Weiherberg zugewiesen.