Vier Jugendliche, ein Ziel: Die eigene Generation in Sachen Klimaschutz wachrütteln. Deshalb engagieren sich Aaron Okon, Anouk Hennicke, Max Kuschel und Lena Haas nicht nur bei Fridays for Future, sondern beteiligen sich aktiv am ersten Schülerklimagipfel Baden-Württembergs, der am 25. September in Friedrichshafen stattfinden soll. Mit dem SÜDKURIER haben die jungen Klimaschützer darüber gesprochen, was sie antreibt, wie sie mit Kritik und Spott umgehen und wie sich ihr Engagement im Alltag widerspiegelt.

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Jugend in der Pflicht

Die vier Jugendlichen sind sich einig: Der Klimawandel ist da. „Die Auswirkungen spürt man schon heute“, sagt der 17-jährige Max Kuschel. Wenn jetzt nicht gehandelt werde, dann nie. Die 16-jährige Lena Haas sieht das ähnlich. „Ich fühle mich verantwortlich, etwas beizutragen“, sagt sie über ihr Engagement. Es sei wichtig, sich über das Thema zu informieren und sich zu überlegen, was jeder zu Hause beitragen kann.

Mit den Fridays-for-Future-Demonstrationen – hier in Überlingen – hat es angefangen, das Klima-Engagement der Jugendlichen.
Mit den Fridays-for-Future-Demonstrationen – hier in Überlingen – hat es angefangen, das Klima-Engagement der Jugendlichen. | Bild: Lorna Komm

Aaron Okon sieht sich und seine Generation ebenfalls in der Pflicht, denn „der Jugend gehört die Zukunft“. Auch Anouk Hennicke hat den Blick nach vorne gerichtet. „Der Klimawandel wird unsere Zukunft prägen“, sagt sie.

Im Alltag spiegelt sich das Umweltbewusstsein der Klimaschützer auf unterschiedliche Art und Weise wider. Gemein ist ihnen, dass sie verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen oder – wenn es die Entfernung erlaubt – mit dem Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen. Anouk Hennicke legt beim Kleidungskauf Wert auf Second Hand – also gebrauchte Ware.

Die klimabewusste Jugend nutzt – wenn möglich – das Fahrrad.
Die klimabewusste Jugend nutzt – wenn möglich – das Fahrrad. | Bild: Oliver Hanser

Lena Haas wiederum achtet darauf, ihren Plastikverbrauch zu reduzieren. Für den Kaffee zum Mitnehmen habe sie einen eigenen Becher dabei, statt Plastiktüten gehe sie mit der eigenen Tasche einkaufen. „Ich habe mich vom Vegetarier zum Veganer weiterentwickelt“, sagt Max Kuschel, der auf die Bequemlichkeit von Essenslieferanten verzichtet.

Von solchen Wegwerf-Kaffeebechern halten die jungen Klimaschützer wenig.
Von solchen Wegwerf-Kaffeebechern halten die jungen Klimaschützer wenig. | Bild: Stefan Sauer/dpa

Selbstbewusst gegen Spott

Seit den Anfängen der Fridays-for-Future-Bewegung hat sich aus Sicht der vier Jugendlichen vieles zum Positiven verändert. „So langsam wird wirklich darauf geachtet, was wir sagen“, ist Anouk Hennicke überzeugt. Max Kuschel hofft, dass sich der Schülerklimagipfel in eine ähnliche Richtung bewegt. „Ich glaube, das kann noch größer werden“, sagt er.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch diejenigen, die sich kritisch oder sogar abfällig gegen den Einsatz der Jugend äußern. Wie damit umgehen? „Mit Humor“, sagt Aaron Okon. Lena Haas begegnet dem selbstbewusst. „Man sollte sich nicht dafür schämen, sich zu engagieren“, sagt sie. „Humor ist eine gute Waffe“, meint auch Max Kuschel. Allerdings bestehe die Gefahr, selbst spöttisch zu wirken. Deshalb wolle er lieber aufklären.

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Aufklären und informieren sollen auch die Ziele des Schülerklimagipfels sein. „Guck es dir an und bilde dir deine eigene Meinung“, appelliert Aaron Okon an seine Altersgenossen. Er selbst werde zusammen mit Landrat Lothar Wölfle in einer Diskussionsrunde sitzen und dabei kritisch sein. Auch Lena Haas wird aktiv bei dem Klimagipfel mitwirken. Mit einer Präsentation darüber, was zu Hause getan werden kann.