Während der Hochsommer eine kleine Pause einlegt, gibt es für die Flüsse und Bäche im Landkreis Ravensburg sowie im Bodenseekreis noch keine Entwarnung.

Der Regen in den vergangenen Tagen hat die Pegel noch nicht merklich ansteigen lassen. Die Landratsämter in Friedrichshafen und Ravensburg verlängern daher das bestehende Wasserentnahmeverbot für Oberflächengewässer bis zum 15. September. Denn ohne großflächige Niederschläge werden die kleinen Fließgewässer auch weiterhin nur wenig Wasser führen.

Die Mündung der Rotach in Friedrichshafen.
Die Mündung der Rotach in Friedrichshafen. | Bild: Fabiane Wieland

Welche Folgen hat der Wassermangel? Die Umweltexperten beim Landratsamt in Friedrichshafen machen sich weiterhin vor allem Sorgen um die kleineren Gewässer und die darin lebenden Tiere. „Denn seit Wochen fällt deutlich weniger Regen als in dieser Jahreszeit üblich und auch notwendig“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts. Die sehr niedrigen Wasserstände in den Gewässern des Landkreises seien nach wie vor bedrohlich für viele Wasserlebewesen, auch wenn sich die Lufttemperaturen gerade wieder etwas normalisieren. Auch das Landratsamt in Ravensburg sieht durch die niedrigen Wasserstände die Gewässerökologie beeinträchtigt. Fische, Kleinlebewesen und Wasserpflanzen würden zudem unter steigenden Gewässertemperaturen leiden. Vor allem in kleineren Bächen habe der Wasserpegel mittlerweile kritische Ausmaße erreicht. Trocknen Wasserläufe aus, wären enorme ökologische Schäden die Folge.

Noch bis voraussichtlich 15. September gilt im Bodenseekreis ein Wasserentnahmeverbot.
Noch bis voraussichtlich 15. September gilt im Bodenseekreis ein Wasserentnahmeverbot. | Bild: Wieland, Fabiane

Wie lange gilt das Verbot? Um eine weitere Verschärfung der Situation zu verhindern, wird das Verbot zur Entnahme von Wasser aus Seen und Flüssen zunächst bis 15. September verlängert. Bleibt es darüber hinaus weiterhin trocken, wird die Verfügung erneut verlängert, schreibt das Landratsamt Ravensburg. Sollten die Wasserspiegel sich hingegen nachhaltig verbessern, könnte die Allgemeinverfügung gegebenenfalls vorzeitig aufgehoben werden, erklärt die Kreisbehörde in Friedrichshafen. Auch gibt es in Härtefällen die Möglichkeit, bei der unteren Wasserbehörde Ausnahmen vom Entnahmeverbot zu beantragen. Der Landkreis Konstanz wird das bestehende Wasserentnahmeverbot um voraussichtlich zwei Wochen bis Ende August verlängern.

Für wen gilt das Wasserentnahmeverbot? Mit der Verlängerung der Allgemeinvergütung ist es weiterhin untersagt, Wasser aus Flüssen, Bächen, Seen und Gräben zu pumpen, so das Friedrichshafener Landratsamt. Für den Bodensee gelte dies nicht. Betroffen davon sind nach Angaben der Behörde in Ravensburg auch diejenigen, die bislang eine behördliche Erlaubnis hatten, Wasser aus einem oberirdischen Gewässer zu entnehmen, um beispielsweise Felder zu bewässern. Die Kreisbehörde legt Wert darauf, dass dieses Verbot auch dann gilt, wenn an den jeweiligen Entnahmestellen noch vermeintlich ausreichend Wasser vorhanden ist.

Die Rotach mündet im östlichen Stadtgebiet von Friedrichshafen in den Bodensee.
Die Rotach mündet im östlichen Stadtgebiet von Friedrichshafen in den Bodensee. | Bild: Fabiane Wieland

Welche Möglichkeiten gibt es für Landwirte? Die Wasserversorger sind vom Landratsamt im Bodenseekreis gebeten worden, den Landwirten im Rahmen ihrer Erlaubnisse und Möglichkeiten zu helfen und sie mit Wasser zu versorgen. Im Bereich der Argen wurden den Beregnungsverbänden Oberdorf und Kressbronn Möglichkeiten aufgezeigt, wie sie einen Teil des benötigten Wassers anstelle aus dem Fluss aus vorhandenen Grundwasserbrunnen entnehmen können.

Was passiert bei einem Verstoß? Bußgelder von bis zu 10 000 Euro können bei Zuwiderhandlungen fällig werden, teilt das Landratsamt Ravensburg mit. Das Interesse von Anliegern und anderer Nutzer an einer unbeschränkten Gewässerbenutzung habe nach Angaben der Häfler Kreisbehörde in diesem Fall hinter dem öffentlichen Interesse an der ökologischen Funktionsfähigkeit der Gewässer und dem Schutz der Natur zurückzustehen.