Die Leichenschau: Stirbt ein Mensch, muss zuerst ein Arzt kommen, um den Tod offiziell festzustellen. Er vermerkt den Zeitpunkt, die Art und die Ursache des Todes. Die Kriminalpolizei wird informiert, falls ein nicht natürlicher Sterbegrund vorliegt. Je nach Ermittlung entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob der Körper zur Bestattung freigegeben wird oder obduziert werden muss.

Bild: Kares, Julian

Die Abholung: Um den Körper im Verkehr zu transportieren, braucht es einen Bestatter. Eine Leiche darf nur mit einem Bestattungsfahrzeug befördert werden. Eine Abholung kann herausgezögert werden. Der Körper darf 36 Stunden zu Hause behalten werden. Bei der Überführung trägt der Verstorbene im Regelfall die Kleidung, die er bei seinem Ableben anhatte und wird mit einem Laken abgedeckt.

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Der Hygieneraum: Der Weg des Bestatters führt entweder auf den Friedhof oder in das eigene Institut, je nachdem wo sich der Hygieneraum befindet. Bei drei bis fünf Grad wird der Verstorbene in die dortige Kühlkammer gelegt. Ist der Körper stark verwest, mit Hautablösung oder deutlicher Venenzeichnung, kann der Prozess gestoppt werden, indem der Raum in die Minusgrade gekühlt wird. Vor der Trauerfeier wird der Körper im Hygieneraum gewaschen und desinfiziert. Er wird, je nach Wunsch der Angehörigen, mit bestimmter Kleidung eingekleidet. Die Haare werden nach Bedarf gewaschen und frisiert, Flecken können überschminkt werden.

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Die Aufbewahrung: Bis die Trauerfeier stattfindet, kann der Verstorbene von den Angehörigen besucht werden. In der Aussegungshalle auf dem Friedhof gibt es seperate Räume, die mit einem eigenen Schlüssel betreten werden können. Der Verstorbene liegt gewaschen und angekleidet im Sarg aufgebahrt. Die Temperatur im Raum liegt bei sechs Grad, um einen fortschreitenden Schaden am Körper zu verhindern.

In den folgenden beiden Bilder sehen Sie den Sarg, der in der Kühlkammer liegt. Darunter ist ein Besuchsraum in der Aussegnungshalle abgebildet.

Bild: Kares, Julian
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Die Bestattung: Bei einer Feuerbestattung gibt es zwei Möglichkeiten. Erstens: Der Verstorbene liegt bei der Trauerfeier im Sarg, die Verbrennung des Körpers findet später statt. Die Beisetzung der Urne auf dem Friedhof folgt bei einem zweiten Termin.

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Zweitens: Der Körper war bereits im Krematorium. Die Trauerfeier und Beisetzung wird mit einer Urne abgehalten. Grundsätzlich benötigt jede Feuerbestattung einen Sarg, der zum Krematorium gefahren wird. Dort ist jede Verbrennung mit einer Nummer versehen. Ein Schamottstein mit eingepresster Nummer wird auf den Sarg gelegt. Die Asche kann somit nach der Verbrennung dem Verstorbenen zugeordnet werden. Bei einer Erdbestattung liegt der Körper angekleidet in einem Sarg, der nach der Trauerfeier in das Grab abgelassen wird. Der Verstorbene liegt rund zwei Meter unter der Erde. Wie schnell die Verwesung des Körpers dauert, hängt vom Material des Sarges ab. Außerdem vom Friedhof: Je mehr Sauerstoff in der Erde, umso schneller zersetzt sich der Körper.

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"Grundsätzlich ist per Gesetz festgelegt, wer für die Bestattung verantwortlich ist."

Heinz Vogt leitet mit Mutter und Bruder das älteste Bestattungs-Institut im Bodenseekreis. Im Interview erzählt der 35-Jährige, ob Menschen im Bodensee beerdigt werden können und wer für einen Verstorbenen ohne Angehörige das Begräbnis zahlt.

Bestatter Heinz Vogt sagt: "Jede Bestattung kann so kostengünstig wie möglich und dennoch würdevoll umgesetzt werden."
Bestatter Heinz Vogt sagt: "Jede Bestattung kann so kostengünstig wie möglich und dennoch würdevoll umgesetzt werden." | Bild: Kares, Julian

Herr Vogt, es heißt, dass Sterben immer teurer wird. Von was hängt der Preis ab?

Der Preis hängt von der Bestattungsart, dem Grabplatz, der Ausgestaltung sowie den gewünschten Leistungen beim Gärtner und Steinmetz ab. Bereits der Grabplatz kann im Preis über hundert Prozent differieren, die Friedhofsgebühren werden von jeder Gemeinde separat ermittelt. Grundsätzlich sollte die Art dem Bestattungswunsch des Verstorbenen entsprechen. Jede Bestattung kann so kostengünstig wie möglich und dennoch würdevoll umgesetzt werden.

Gibt es für arme Menschen eine finanzielle Hilfe?

Wenn jemand Sozialbezüge bezieht, zum Beispiel wegen einer zu niedrigen Rente, besteht die Möglichkeit. Es kann beim Sozialamt eine Kostenbeihilfe beantragt werden. Grundsätzlich ist per Gesetz festgelegt, wer für die Bestattung veranwortlich ist. Das sind der Ehe- oder Lebenspartner, die volljährigen Kinder, die Eltern, die Großeltern, die volljährigen Geschwister und Enkel der verstorbenen Person.

Wenn es keine Hinterbliebenen gibt. Was passiert dann mit einem Verstorbenen?

Wenn sich niemand finden lässt, dann melden wir das dem Ordnungsamt, die selbst Recherchen aufnehmen. Wenn das ohne Erfolg bleibt, schauen sie in der Wohnung nach einer Niederschrift. Wollte dieser Mensch vielleicht eine spezielle Form der Beerdigung? Wenn er beispielsweise den Wunsch nach einer Erdbestattung aufgeschrieben hat, muss dafür gesorgt werden. Ansonsten wird eine schlichte Feuerbestattung angeordnet. Diese Kosten übernimmt die Kommune, sprich die Allgemeinheit.

Zurück zur Natur nach dem Tod, ein schöner Gedanke. Eine Beisetzung im Bodensee – geht das?

Nein, das ist verboten. Nur im Meer ist es erlaubt, wir bieten die Seebestattung in der Ostsee, Nordsee und im Atlantik an. Aber, die Urne muss mindestens drei Kilometer außerhalb auf hoher See dem Meer übergeben werden.