Darauf haben Tausende von Menschen im Süden von Ravensburg viele Jahre gewartet: Am Samstagnachmittag wurde in feierlichem Rahmen der sechste und letzte Bauabschnitt der B 30 Süd übergeben, seit heute rollt der Verkehr über das 5,2 Kilometer lange Teilstück.

Ravensburg kann jetzt komplett umfahren werden

Ravensburg kann jetzt bereits ab der Kreisgemarkung komplett umfahren werden, größtenteils vierspurig „Wir bringen diese wichtige Verkehrsachse auf eine neue Ebene der Leistungsfähigkeit“, eröffnete Regierungspräsident Klaus Tappeser die Übergabe.

Auch dankte er neben den Partnern aus Bund, Land und Kommunen der Stadt Ravensburg und dem ebenfalls anwesenden Alt-Oberbürgermeister Hermann Vogler. „Sie haben Ihre Hausaufgaben gemacht“, betonte Tappeser.

Stadt kaufte frühzeitig Grundstücke für Trasse

Ravensburg schaffte durch umfangreichen Grunderwerb die Basis dafür, dass die Trassenführung im Jahr 2006 rechtssicher fixiert werden konnte. Abgesehen von der Verlegung des Flussbetts der Schussen auf 1,2 Kilometern Länge im Jahr 2007 passierte wegen der offenen Finanzierungsfrage lange nichts mehr.

Überraschend überbrachte der inzwischen verstorbene Bundestagsabgeordnete Andreas Schockenhoff im Dezember 2012 das grüne Licht aus Berlin für den Baustart.

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24 Bauwerke und vier Lärmschutzwände erforderlich

Rund 85 Millionen Euro wurden in den vergangenen sechseinhalb Jahren verbaut, komplex war das Projekt aufgrund der Grundwassersituation und einer Unterquerung der Bahnlinie zwischen Ulm und Friedrichshafen. Insgesamt 24 Bauwerke waren erforderlich, hinzu kamen vier Lärmschutzwände.

Straße hat auch Bedeutung für Infrastruktur

Steffen Bilger, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, unterstrich neben der Entlastung des Durchgangsverkehrs auch die Bedeutung der Infrastruktur der Region generell. „Wir müssen noch einiges tun, damit der Regierungsbezirk Tübingen konkurrenzfähig bleibt“, sagte Bilger.

Verkehrsminister: Straße berechtigt, wenn Anwohner entlastet werden

Zur Übergabe nach Ravensburg gekommen war auch Verkehrsminister Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen), der sich gegen das Image seiner Partei als Straßenbau-Verhinderer wehrte. „Wir Grünen sind zwar nicht für jede Straße, aber wenn betroffene Anwohner von Verkehr, Lärm und Dreck entlastet werden, dann hat das natürlich seine Berechtigung“, betonte der Minister.