Hier schreiben: Julia Blust, Christina Bömelburg, Fabiane Wieland, Katja Zwetschke (Redaktion Friedrichshafen), Jenna Santini und Stefan Hilser (Redaktion Überlingen), viele unserer freien Journalisten – und hoffentlich viele Leserinnen und Leser!

Klopapier auf Bäumen

Corona versetzt die allermeisten Händler in den Krisen-Modus. Viele, die schließen müssen, lassen sich einiges einfallen, um ihre Waren trotzdem an die Kundin und den Kunden zu bringen. Ob Bestellung per Internet und Lieferung frei Haus oder Kaufberatung per Videochat – die Möglichkeiten sind da und werden genutzt. Bei Blumen Röhm in Friedrichshafen gibt‘s eine Vertrauenskasse im Hof, dort stehen wie gewohnt viele Waren in der Auslage. Ein ganz besonderes Bäumchen fällt dort sofort ins Auge: der Klopapierbaum! Auf den haben sicher viele Hamsterkäufer gewartet. Wer die riefen Früchte allerdings pflücken möchte, wird per Schild gewarnt – denn die neuartige Pflanze hat einen ganz besonderen Schutzmechanismus entwickelt: „BITTE KLOROLLEN hängen lassen, sie sind mit Chillispray eingesprüht.“ Schön, dass ihr euch euren Humor bewahrt habt. Julia Blust

Bild: Blust, Julia

Kreisen schon die Geier?

Der Briefumschlag sieht wichtig aus, das Schreiben ebenso. Es kommt von einer Immobilienfirma. Sie bietet eine kostenlose, unverbindliche, exklusive Wertermittlung der Immobilie an – und natürlich deren professionelle Vermittlung. Es ist nicht das erste Mal, dass ein solches Schreiben eintrudelt, und das sicher nicht nur hier. Aber jetzt ist alles anders. Jetzt ist Corona. Jetzt ist weit verbreitete Ungewissheit, Existenzangst, Sorge um den Arbeitsplatz. Jetzt ist nicht die Zeit für ein solches Schreiben. Jetzt hat es ein unangenehmes „Gschmäckle“. Kreisen schon die Geier? Unser Häusle jedenfalls kriegen sie nicht. Denn unser Häusle ist sytemrelevant: als Homeoffice – und natürlich als Zuhause. Katja Zwetschke

Catering im Homeoffice

Im Homeoffice ist nicht nur der Weg ins Wohnzimmer nicht weit, sondern auch der Weg in die Küche. Das kann, muss aber nicht von Vorteil sein. Der Kühlschrank im Büro ist immer angenehm leer und fällt alle paar Wochen eher dadurch auf, dass nicht mehr klar ist, wem der Joghurt mit Ablaufdatum August gehört und wem das Brot in der Tupperdose. Irgendwer schmeißt dann beherzt weg und das ist für alle okay. Daheim ist der Kühlschrank deutlich gefüllter – und das Catering ist ganz klar besser. Abends gegen 18 Uhr klopft es, ein kleines Helferlein trägt eine Schüssel herein und kündigt den Inhalt als den „besten Wurstsalat der Welt“ an. War nicht übertreiben. Wie machen wir das, wenn wir wieder im Büro sind, Kolleginnen und Kollegen? Julia Blust

Bild: Blust, Julia

Ein Hashtag, der froh macht: #fnhältzusammen

Der digitale Teil dieser Welt sorgt gerade ein paar Mal am Tag für ein wohliges Gefühl im Bauch. Zum Beispiel, wenn sich viele lokale Geschäfte in den sozialen Medien zeigen, ihre Angebote auch bei #skverbindet posten und sich vor allem gegenseitig unterstützen. Wer in Friedrichshafen lokal einkaufen will, wird vor allem bei Intragram fündig. Ob Bücher, Blumen, Schokolade oder aktuelle Mode – alles gibt‘s nach wie vor hier vor Ort, nur eben nicht direkt im Geschäft. Und da bilden sich auch Synergien, die den Hashtag #fnhältzusammen bekommen: Bernd Köhler von „Tante Emma‘s Bruder“ liefert derzeit seine Waren kostenfrei aus. Im Gepäck auf seinem Lastenrad hat er aber nicht nur Müsli und Co. sondern auch Bücher – denn die Bestellungen von Ravensbuch bringt er auch noch an die Kundin und den Kunden. So zu sehen bei Intragram. #fnhältzusammen eben. Wir finden das toll! Julia Blust

Bild: Tante Emma's Bruder/Bernd Köhler

Aufzugs-Geschichten

Es sind zurzeit die kleinen Geschichten, die das Herz ein bisschen erwärmen – das Große und Ganze drumherum lässt einen ja nun eher frösteln. Im Aufzug einer Leserin hat sich folgende Geschichte zugetragen: Es klingelt bei Brigitte, die in einem Mehrfamilienhaus wohnt. Ihre Freundin Petra steht unten vor der Tür und sagt: „Lass mich mal rein zum Aufzug, ich schick dir was hoch!“ Oben geht der Aufzug auf, drin findet sich ein Blumengesteck. Schnell holt Brigitte auch eine Gabe – eine gerade eingefrorene Portion Suppe nämlich, packt sie in den Aufzug und schickt ihn wieder nach unten. Freundinnen eben! Julia Blust

Bild: privat

Cat Content im Homeoffice

Die drei Katzen des Hauses finden Homeoffice toll. Sie freuen sich, 24/7-Ansprache einfordern zu können. Um ihrem Verlangen nach ungeteilter Aufmerksamkeit Nachdruck zu verleihen, belagern sie den „Arbeitsstuhl“ am Esstisch (der mit zwei Stuhlkissen aufgepolstert ist, da sonst im Homeoffice „Rücken“ droht).

Bild: Katja Zwetschke

Oder sie ziehen den Blick vom Bildschirm weg, indem sie sich auf dem Stuhl rechts im Sichtfeld platzieren und sich subtil, aber hartnäckig in Erinnerung rufen. Und wenn auch das nicht hilft, den Dosenöffner von der Arbeit abzuhalten, greifen sie zur radikalsten Methode und ko…. auf den Boden. Sorry, liebe Kolleginnen und Kollegen, das war übrigens der Grund, warum ich mich am Montag zu spät in unsere Skype-Schalte einklinkte. Katja Zwetschke

Bild: Katja Zwetschke

Woche zwei: Verrückte Pressemitteilungen zum Start in den Montag

Eine neue Arbeitswoche, viel neuer Irrsinn wartet auf uns, daran haben wir alle keinen Zweifel. Die auf viele Homeoffices verstreuten SÜDKURIER-Kolleginnen und -Kollegen grüßen die Leserinnen und Leser da draußen. Die erste E-Mail des Tages ist eine Pressemitteilung und wirbt für einen Toilettenpapier-Rechner (wirklich), diese Erfindung soll gegen Hamsterhäufe wirken und freilich ist das Ganze mit einem Augenzwinkern gemeint. Wir sortieren für Sie diese Woche aber lieber die ernsthaften Nachrichten. Apropos Hamsterkäufe: Die Apotheke in Friedrichshafen-Fischbach begrüßt mit diesem Schild an der Tür – aus Gründen. Julia Blust

Bild: Blust, Julia

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Hoffentlich bis bald!

Jetzt kommt es auf uns alle an: In einer fast menschenleeren Innenstadt in Lindau hat SÜDKURIER-Mitarbeiterin Susanne Hogl gestern dieses Schild entdeckt. Darauf ist auch ein Appell an uns alle zu finden: Jetzt kommt es darauf an, was wir daraus machen! Fabiane Wieland

Andrà tutto bene!

Alles wird gut – andrà tutto bene. Das steht auf dem Zettel, den unsere Leserin Gisela Rehn an einer Haus-Eingangstüre in Unteruhldingen fotografiert hat.

Bild: Picasa

Einmal halb um den Esstisch – Feierabend!

Die Arbeitstage im Homeoffice sind auch nicht kürzer als gewöhnlich. Aber die Wege zwischen „Büro“ und „Daheim“ sind so kurz wie nur irgend möglich: einmal halb um den Esstisch gelaufen, schon hat man Feierabend und kann essen. Jetzt sollte eigentlich der Hauself auftischen... Aber der sitzt noch im Homeoffice. Katja Zwetschke

Bild: Zwetschke, Katja

Neue Blickwinkel bei der Redaktionskonferenz

Was Sie hier sehen, bedarf einer Erklärung: Es handelt sich um einen Screenshot der Skype-Konferenz der Überlinger Lokalredaktion. Oben: das Bein von Redaktionsleiter Stefan Hilser, unten: immerhin das halbe Gesicht von Volontär Timm Lechler. Beide sind derzeit im Homeoffice. Übrig sind rechts oben nun noch Redakteurin Jenna Santini und das Fenster hinter ihrem Schreibtisch. Sie arbeitet in der Redaktion in der Mühlenstraße. Morgen soll es wieder einen Versuch mit der digitalen Redaktionskonferenz geben. Vielleicht ergeben sich ja weitere neue Blickwinkel zwischen den Kollegen. Jenna Santini

Bild: Santini, Jenna

Schöne Grüße aus Kluftern: Toiletten haben wir!

Sonja Bucher ist die erste Leserin, die uns ein Foto schickt. „So einfach ist Werbung in Corona-Zeiten! :-)“, schreibt sie – das Schild hat sie am 13. März im Friedrichshafener Ortsteil Kluftern vor einem Lebensmittelgeschäft aufgenommen.

Bild: Sonja Bucher

Auf ins Homeoffice – zu spät kommen gilt hier nicht

Der Weg ins Büro ist nicht weit. Zwischen Dusche (ja, ist wichtig, sollten wir alle weiterhin benutzen) und Arbeitsplatz liegen zurzeit für die meisten SÜDKURIER-Mitarbeiter und viele andere, die im Homeoffice arbeiten, nur wenige Schritte. Immerhin hat die Tochter extra für den neuen Arbeitsplatz (im Zimmer der anderen Tochter) Bilder gemalt. Das sind übrigens Monster und keine Viren – auch wenn sie verdächtig danach aussehen! Julia Blust

Bild: Blust, Julia

Wir wollen vernetzen und verbinden

Wir wollen in dieser Zeit mehr denn je vernetzen und verbinden – und das über die Vermittlung von Hilfsangeboten bei #skverbindet hinaus. Haben Sie Kurioses erlebt, das Sie gerne mit uns teilen möchten? Dann schreiben Sie uns. Gewähren Sie uns und der SÜDKURIER-Leserinnen und -Lesern einen kurzen Einblick in Ihr Homeoffice, zeigen Sie uns Ihren veränderten Arbeitsalltag? Wir freuen uns über jeden Beitrag, der zeigt, wie Sie alle da draußen in dieser verrückten und fordernden Zeit leben und arbeiten. Abseits von Normalität, mit vielen kleinen und großen Hürden im Alltag.

Warum wir das machen? Weil wir verbunden bleiben wollen. Miteinander und mit Ihnen, unseren Leserinnen und Lesern. Und das auch abseits des reinen Nachrichtenstroms, der derzeit vor allem aus „bad news“ besteht.

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