Bis zu 40 000 Autos mehr auf den Straßen: Zumindest am Freitagvormittag zum Start der Tuning World Bodensee waren noch nicht viel mehr Fahrzeuge als sonst auf der Bundesstraße 31 und in Friedrichshafen unterwegs. Doch das wird sich spätestens am Samstag mit den steigenden Temperaturen ändern. Sowohl Veranstalter als auch Polizei sind auf den Ansturm der Besucher der Tuning World vorbereitet. Die möglichen Strecken zur Messe sind ausgeschildert. Ein Mitarbeiter der Messe Friedrichshafen ist nur für Anfahrt und Logistik zuständig. "Er ist selbst auch unterwegs", sagt Eleni Kugler, Referentin für Kommunikation bei der Messe. Der Mitarbeiter beobachtet an jedem Messetag Verkehrsströme und Parkplätze. Es gibt Stellflächen, von denen die Tuning World zu Fuß erreicht werden kann. "Wenn die voll sind, füllen wir die gängigen Parkplätze", berichtet Eleni Kugler. Gemeint sind die Parkplätze an der ZF und am Marktkauf. Von dort geht es dann mit Bus-Shuttles weiter.

Während der vier Messetage werden insgesamt zwischen 90 000 und 100 000 Besucher erwartet. Im vergangenen Jahr seien es dank eines Brückentages mehr als 100 000 Besucher gewesen. Kugler zufolge kommen 90 Prozent der Besucher mit dem eigenen Auto nach Friedrichshafen. Natürlich sitzen immer mehrere Personen in den Fahrzeugen. Viele sind entsprechend der Tuning-Szene aufgemotzt. "Die Besucher kommen mit tollen Autos", sagt Eleni Kugler. So wird ein Stau zwischen Fischbach und Friedrichshafen schon mal zum Schaufahren der Autoenthusiasten. Einige Hinweise zur Anreise per Auto finden sich im Internet unter www.

tuningworldbodensee.de. Geparkt wird das lange Wochenende über auf mehr als 10 000 Parkplätzen. Diese Zahl gibt Polizeisprecher Fritz Bezikofer an. Zugrunde liegt ein umfangreiches Verkehrslenkungskonzept aller beteiligten Stellen. Für die Polizeibeamten ist die Tuning World in erster Linie ein Verkehrseinsatz. Besucher, die aus Richtung Stuttgart anreisen und über die Bundesstraße 31 nach Friedrichshafen gelangen möchten, müssen mit der Umleitung bei Überlingen rechnen. Im Zuge des Ausbaus der Bundesstraße besteht eine Vollsperrung zwischen Burgberg beziehungsweise Abigknoten und Tierheimkreuzung. "Sie fahren zwei Kilometer auf der Umgehung", sagt Fritz Bezikofer. Seit etwa vier Wochen wird an diesem neuralgischen Punkt umgeleitet. "Das läuft", erklärt Bezikofer und rechnet auch für das Tuning-World-Wochenende mit fließendem Verkehr – immer innerhalb der Grenzen der örtlichen Verhältnisse. "Die Straßen sind eh stark frequentiert", so Bezikofer. Aufgehoben wurde aufgrund des regnerischen Wetters die Baustelle zwischen Fischbach und Friedrichshafen. Diese halbseitige Straßensperrung in Richtung Immenstaad hätte sicher für größeres Verkehrschaos gesorgt. Mobile und stationäre Kontrollen der Polizei sind das ganze Wochenende über zu erwarten – verbunden mit Beeinträchtigungen im Straßenverkehr. Das Augenmerk liegt bei den Kontrollen auf Tuning-Verstößen, Drogen und Alkohol am Steuer sowie Lärmbelästigung.

Die Tuning World sei kein Freibrief für irgendetwas, sagt Fritz Bezikofer. "Ganz konsequent" werden die Beamten nach Angaben von Jens Purath, ebenfalls Polizeisprecher, vorgehen. Etwa bei Straßenrennen. Können diese in Friedrichshafen vorkommen? "Ja", sagt Purath. Zum Beispiel kurze Sprintrennen an Ampeln. Sanktionen bis zum Entzug der Fahrerlaubnis sind dann möglich. Zeit und Ort der Kontrollen sowie die Anzahl der Einsatzkräfte werden nicht im Voraus bekannt gegeben. Autobahnen, Bundesstraßen und den Stadtbereich hat die Polizei im Blick. Unterstützung erhält sie dabei von der Abteilung Verkehrsüberwachung. "Die Kollegen erkennen eine Vielzahl von Tuning-Verstößen", erklärt Purath. Wenn zu wenig Platz zwischen Reifen und Karosserie ist, spitze Teile vom Fahrzeug abstehen oder die falsche Beleuchtung verbaut ist. Ein Blick unter die Haube gehört dazu. Auto-Tuning muss Normen entsprechen. Die Erfahrung lehrt laut Purath aber, dass die meisten Fahrer ihre Autos "verkehrssicher ausstatten". Verzeichnet wurden in den vergangenen Jahren eher gravierende Tempoverstöße sowie Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, oder ohne gültige Fahrerlaubnis. Die Polizei meldete es so zum Beispiel in den Jahren 2015 und 2016. Das Ruhebedürfnis der Bevölkerung soll eingehalten werden und der Straßenverkehr ohne "irgendwelche Gefährdungen fließen". Das sind die Ziele, die Fritz Bezikofer für dieses Wochenende skizziert. "Nicht nur tagsüber, sondern auch nachts", wie der Polizeisprecher betont.

Parken wie ein VIP

Die Tuning World Bodensee ist die Messe für Autoliebhaber. Wer sein aufgemotztes Fahrzeug auf dem Messe-Gelände parken und präsentieren will, der kann das VIP-Parking in Halle A2 nutzen. Die Kosten liegen für zwei Personen und ein Auto bei 49 Euro pro Messetag. "Das Angebot wird ganz gut angenommen", sagt Eleni Kugler, Referentin für Kommunikation bei der Messe Friedrichshafen. Tickets gibt es nur unter www.tuningworldbodensee.de. Der heutige Samstag ist ausverkauft.