Professionelles Theater mit Blick auf den Bodensee: Was ein wenig nach Bregenzer Seebühne klingt, soll in Langenargen Realität werden. Am Montagabend gab der Gemeinderat mit nur einer Gegenstimme der Initiative zweier Künstler grünes Licht, die ein Konzept für Langenargener Festspiele erstellt hatten.

Eine Erweiterung für das „Angebotsportfolio im kulturellen Bereich“ oder „ein bisschen Bregenzer Seefestspiele“. Mit solchen Formulierungen stellten Nadine Klante und Steffen Essigbeck dem Gemeinderat ihr Konzept für Festspiele vor. Sie sollen Langenargen ab dem kommenden Jahr einerseits mit professionellen Theateraufführungen im Schlosspark, andererseits mit Theaterpädagogik in den Schulen eine neue kulturelle Facette bescheren. Zehn Vorstellungen soll es an prominenter Stelle im Schlosspark geben, im Blick haben die Initiatoren vor allem Familien als Publikum, weshalb die Theaterstücke durchweg familientauglich seien. „Klassiker, die die Leute hierher holen“, sagte Steffen Essigbeck als künftiger Intendant, seien etwa Pipi Langstrumpf, Peter Pan oder Räuber Hotzenplotz. So etwas gebe es in der ganzen Region nicht: eigene Festspiele, keine „eingekauften Stücke“, wie sie sonst geboten würden. „Man schließt in Langenargen eine Lücke“.

Dafür soll ein Trägerverein gegründet werden, sollen Fördergelder beantragt werden – und daran beteiligt sich die Gemeinde mit 15 000 Euro jährlich sowie 7500 Euro an Sachleistungen. So deutlich der Beschluss ausfiel, ging ihm aber doch eine längere Diskussion voraus. Die Gemeinderäte äußerten auch Bedenken. „Das ist ein ambitionierter Finanzierungsplan“, befand etwa Joachim Zodel seitens der Freien Wähler. Auch werde für die Festspiele der „Schokoladenplatz“ der Gemeinde gesperrt – was sich als nicht richtig herausstellte. Dennoch sei positiv: „Es gibt etwas Neues“, sagte Zodel. Ähnlich klang es von Ralph Seubert seitens der CDU: „Es kann eine richtige Bereicherung werden.“ Ulrich Ziebart, Grüne, betonte: „Es täte Langenargen gut.“ Nur der CDU-Vertreter Rainer Terwart äußerte: „Ich sehe den Bedarf nicht.“ Von ihm kam die einzige Gegenstimme in dem Beschluss, die Festspiele vorerst für zwei Jahre finanziell zu fördern.