Denkmale können Brücken schlagen, in mehrfacher Hinsicht. So heißt das Motto für den bundesweiten Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September: "Entdecken, was uns verbindet." Im Bodenseekreis stehen dieses Jahr 18 Veranstaltungen in 14 Gemeinden auf dem Programm. Eveline Dargel und Brigitte Mohn vom Kreisarchiv, das mit der Arbeitsgemeinschaft Geschichte im Bodenseekreis für die Koordination verantwortlich ist, stellten das Programm gemeinsam mit einheimischen Akteuren im Meersburger Vineum vor.

"Wir sind auch dieses Jahr sehr angetan von der Vielfalt der Angebote", sagte Mohn. Tatsächlich reichen sie von einem Abstecher in die Bronzezeit, den das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen anbietet, über Meilensteine der Verkehrs- und Technikgeschichte und markante Bauten mit wechselvoller Historie bis hin zum Alltagsleben früherer Generationen. Ein Ziel des Aktionstages ist es vor allem auch, Denkmale zugänglich zu machen, die sonst der Öffentlichkeit verschlossen sind, so wie in diesem Jahr etwa das Schwörerhaus in Immenstaad, ein ortsprägendes Fachwerkgebäude, das seit 1892 im Privatbesitz der Familie Schwörer ist.

Besonders erfreulich sei es, so Dargel, dass sich auch Fachleute wie der Meersburger Zimmerermeister und Restaurator Sebastian Schmäh als Führer und Experten an den Veranstaltungen beteiligten. 2017 zog der Denkmaltag laut Mohn kreisweit rund 3800 Interessierte an, bis dato die höchste Zahl. Kontinuierlich steigende Besucherzahlen verzeichne man auch in Meersburg, darunter "unheimlich viele Einheimische", bestätigte Bürgermeister-Stellvertreter Peter Schmidt, der selbst Führungen übernimmt, dieses Jahr zur Steigstraße.

Meersburg: Die Meersburger Steig

Bild: Stadtarchiv Meersburg

Diese Straße verbindet nicht nur die Ober- und die Unterstadt, die sich, wie der frühere Bürgermeister Karl Moll 1928 schrieb, in manchem so fremd seien, "dass man fast von zwei Gemeinden reden kann." Das steile Sträßchen, an dem viele pittoreske Gebäude liegen, bildet auch den Abschnitt der einst wichtigen Handelsstraße von Konstanz nach Ravensburg. Führungen: 11 und 14.30 Uhr, Anmeldung erforderlich bis 7. September, 12 Uhr unter Tel. 07532/440261 oder 260 oder kulturamt@meersburg.de

Schloss Salem: Kleindenkmale

Bild: Kreisarchiv Bodenseekreis

Gleich zwei Führungen gibt es beim Schloss Salem, davon widmet sich eine den oft nur wenig beachteten Kleindenkmalen wie Brunnen, Kreuze, Wegkapellen, Herrscherbüsten und Gedenksteine. Spannende Geschichten verbergen sich dahinter, verspricht die Führerin, Kreisarchivarin Eveline Dargel. Der Bodenseekreis beteiligt sich ab Herbst 2018 an einem landesweiten Projekt zur Erfassung dieser Kleinodien, auch darüber werden die Besucher mehr erfahren. Führung: 10.15 Uhr, Treffpunkt: vor dem Eingang des Gasthauses "Schwanen".

Markdorf: Ehemals Wallfahrtsort

Bild: Stadt Markdorf

Die Bedeutung Markdorfs als einst bekannter Wallfahrtsort beleuchtet eine Führung, in deren Mittelpunkt die ehemalige Bildbachkapelle und die frühere Klosterkirche "St. Peter und Paul" stehen. Ein Ziel vieler Gläubiger, auch aus der Ferne, war die Bildbachkapelle, wo bereits 1350 das dort verehrte Marienbild mit Jesuskind Wunder bewirkt haben soll. Bei der 1710 geweihten Kirche "St. Peter und Paul" bestechen der Unterschied zwischen dem bescheidenen Äußeren und der Innenausstattung. Führung: 11 Uhr, Start: Spitalkirche, Spitalstraße 11.

Friedrichshafen: Hafenbahnhof

Bild: Michael Fischer/Zeppelin Museum Friedrichshafen

Der ehemalige Hafenbahnhof beherbergt seit 1996 das Zeppelin Museum. Einst verbanden drei Hafenbahnhofsgebäude Friedrichshafen mit dem Eisenbahnnetz und, über die Fähre, mit der Schweiz. Die Führer versprechen einen Blick hinter die Kulissen des Museums, untergebracht im dritten Hafenbahnhof, der 1933 eingeweiht und 1944 stark beschädigt wurde. Das Gebäude gilt als seltenes Zeugnis des "Neuen Bauens" am Bodensee. Führungen: 11 und 14 Uhr, Anmeldung bis 6. September unter: anmeldung@zeppelin-museum.de

Tettnang: Tettnang und seine Bahn

Bild: Stadtarchiv Tettnang

Einen großen Sprung nach vorn machte Tettnang mit dem Bahnanschluss 1895. Von der Bahnstrecke zeugen nur noch wenige Spuren, doch die Tettnanger erinnern an ihre Eisenbahn jährlich, immer am Denkmaltag, mit dem Bähnlesfest. Technikgeschichtlich war diese Bahn etwas Besonderes: die erste elektrische Normalspur- und Vollbahn für Personen- und Güterverkehr in Deutschland. Führung durch die Sonderausstellung "Tettnang und seine Eisenbahn", 9.30 Uhr, Monfort Museum, Anmeldung erforderlich unter 07542/510180, archiv@tettnang.de

Kressbronn: Der Erste Weltkrieg

Bild: Verein zur Erhaltung der Hofanlage Milz

Welche Auswirkungen hatte der Erste Weltkrieg auf die Bewohner von Retterschen bei Kressbronn, insbesondere die Bewohner der Hofanlage Milz? Damit beschäftigt sich ein Aktionstag auf dem Hof inklusive einer Ausstellung (11 bis 15 Uhr) Backen im Backhaus (ab 11 Uhr) einem Stand des Landwirtschaftsamtes zum Thema "Verwenden statt Verschwenden" (12 bis 16 Uhr), einem Konzert (16 Uhr) und drei Führungen, jeweils um 13, 14 und 15 Uhr. Die Hofanlage Milz, Dorfstraße 56, hat an diesem Tag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.