Die Zeit drängt: Bereits im kommenden Jahr beginnen die vorbereitenden Arbeiten auf dem Gelände der westlichen Insel in Lindau. Derzeit gibt es am Ende der Insel einen großen Parkplatz mit 660 Stellplätzen. Doch dieser wird ab dem kommenden Jahr für die Kleine Landesgartenschau im Jahr 2021 gebraucht und danach soll das Gelände für Wohnbebauung genutzt werden. Sicher ist derzeit nur: Inselnahe Ersatzparkplätze sind dringend gesucht, über die Anzahl der notwendigen Stellplätze wird heftig diskutiert. Aber auch in anderen Gemeinden im Bodenseekreis ist Parken immer wieder ein Thema. So hat der Gemeinderat in Meersburg der Erweiterung des Parkplatzes an der Fähre zugestimmt.

Die Situation in Lindau

2017 hatte der Lindauer Stadtrat beschlossen, für den kurz vor der Insel liegenden Karl-Bever-Platz im Rahmen eines Investorenwettbewerbs ein Hotelprojekt samt öffentlicher Tiefgarage mit 700 Stellplätzen zu realisieren. Dadurch sollte Ersatz für die Parkplätze auf der westlichen Insel geschaffen werden. Da sich der Investorenwettbewerb in der kurzen Zeit nicht realisieren ließ, wurde dann der Plan verfolgt, eine dauerhafte Lösung samt städtischem Parkraumkonzept zu finden.

Kurz vor der Lindauer Insel, auf dem Karl-Bever-Platz, soll so schnell wie möglich ein Parkdeck entstehen oder der Parkplatz erweiter werden. Uneinigkeit herrscht darüber, ob 500 oder 700 Stellplätze gebraucht werden.
Kurz vor der Lindauer Insel, auf dem Karl-Bever-Platz, soll so schnell wie möglich ein Parkdeck entstehen oder der Parkplatz erweiter werden. Uneinigkeit herrscht darüber, ob 500 oder 700 Stellplätze gebraucht werden. | Bild: Susanne Hogl

Arbeitsgruppen und Workshops wurden ins Leben gerufen, doch eine Lösung ist immer noch nicht in Sicht. Zwar soll nach wie vor ein Parkhaus oder ein Parkdeck auf dem Karl-Bever-Platz errichtet werden, doch Lindaus oberster Stadtplaner, Kay Koschka ist nicht sicher, ob es bis zur Landesgartenschau fertig würde. Heftig diskutiert wird auch über die notwendige Anzahl der Parkplätze: Oberbürgermeister Gerhard Ecker hält 500 für ausreichend, einige Experten und Teile des Stadtrats wollen 700 Parkplätze.

Ein Parkhaus soll auch im Lindauer Stadtteil Reutin entstehen, in der Nähe des neuen Bahnhofs, um die Insel in den Sommermonaten vom Dauerverkehr zu entlasten. Koschka hofft, dass dieses Parkhaus bis zur Landesgartenschau gebaut werden kann. Auf der Insel soll dafür weniger Verkehr herrschen: Darum soll das Parken für Besucher, die ihr Fahrzeug länger als drei Stunden abstellen wollen, deutlich teurer werden. Einheimische sollen mit einer City-Card, die 50 bis 100 Euro kosten soll, ganzjährig günstig parken können.

In Lindau werden die Schilder, die das Parken regeln sollen, nicht immer beachtet. Der Parksuchverkehr ist gerade in den Sommermonaten sehr groß.
In Lindau werden die Schilder, die das Parken regeln sollen, nicht immer beachtet. Der Parksuchverkehr ist gerade in den Sommermonaten sehr groß. | Bild: Hans-Robert Nitsche

Jetzt will die Stadt versuchen, mindestens 500 Stellplätze (derzeit 350) auf dem Karl-Bever-Platz zu realisieren und gleichzeitig die Pläne für ein Parkhaus beim Reutiner Bahnhof zu verfolgen. Eine Mehrheit der Lindauer Stadträte will aber nach wie vor, dass auf dem Karl-Bever-Platz wie ursprünglich geplant auch ein Hotel entsteht. Wann und ob dies jedoch gebaut wird, ist offen. Doch der Zuschlag für die Kleine Landesgartenschau wurde nur unter der Vorgabe erteilt, dass Lindau für die wegfallenden Parkplätze auf der westlichen Insel einen inselnahen Ersatz schafft.

Die Situation in Friedrichshafen

Immer wieder gibt es Probleme mit der Parksituation beim Landratsamt. Auch wenn der Standort mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar ist, kommt es immer wieder zu Konflikten, da Anwohner oft keine Parkmöglichkeiten mehr haben. Robert Schwarz, Pressesprecher im Landratsamt, sagt: "In den Spitzenzeiten mit viel Publikumsverkehr sind es zu wenige Parkplätze. Deshalb weichen Kunden und gelegentlich auch Mitarbeiter auf die umliegenden Wohngebiete aus. Wir versuchen das intern abzufedern durch Angebote wie das Jobticket und Förderung des Radverkehrs."

Lösung für Situation am Landratsamt gesucht

Das Problem sei seit Langem erkannt, jedoch könne man Parkfläche "nicht herzaubern". Derzeit sondiere man eine bauliche Weiterentwicklung des Landratsamts am bestehenden Standort und entwickle daher mit der Stadtverwaltung Ideen, wie künftig mehr Stellplätze zur Verfügung gestellt werden können. Das sei aber Teil einer umfassenden Planung, die noch in den politischen Gremien zu diskutieren sein werde, sagt Schwarz.

In der Innenstadt von Friedrichshafen gibt es vor allem in der Touristensaison einen "relativ hohen Parkdruck", sagt Andrea Kreuzer, städtische Pressesprecherin. Anwohner können in vielen Parkzonen mit einem entsprechenden Ausweis parken.

Die Situation in Meersburg

Das neue Parkdeck in Meersburg soll im rückwärtigen Bereich des Fähre-Parkplatzes entstehen.
Das neue Parkdeck in Meersburg soll im rückwärtigen Bereich des Fähre-Parkplatzes entstehen. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Besonders im Sommer ist der Parkplatz am Fähranleger nach Konstanz heillos überfüllt. Ende September hat der Gemeinderat beschlossen, für rund 4,5 Millionen Euro ein neues Parkdeck zu bauen. Darin sollen 265 weitere Parkplätze entstehen. In der Stadt selbst mit ihren knapp 600 Einwohnern ist die Parksituation gerade in den Sommermonaten angespannt. Im historischen Altstadtkern gibt es aber wenig Probleme mit Parksuchverkehr, da an vielen Stellen "Durchfahrt verboten"-Schilder aufgestellt sind. Die meisten Besucher versuchten daher erst gar nicht, in die Altstadt zu fahren. Für die Bewohner gibt es keine Anwohnerparkscheine, dafür aber die Möglichkeit, das Parkhaus in der Altstadt als Quartiersgarage zu nutzen. Bewohner und Geschäftsleute können hier Ganzjahresparkscheine für die rund 100 Stellplätze erwerben. In dem Parkhaus gibt es außerdem 40 öffentliche Parkplätze.

Die Situation in Langenargen

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Die Gemeinde mit ihren 8000 Einwohnern gehört den beliebten Urlaubs- und Ausflugszielen am Bodensee. Die Bewohner können im verkehrsberuhigten Bereich nur auf Privatflächen parken. Einen Anwohnerparkschein gibt es dort nicht. Von Juni bis Ende September gilt eine Wochenendsperre. Das bedeutet, dass motorisierter Verkehr ab Samstag, 18 Uhr, bis Montag, 7 Uhr, nicht in den verkehrsberuhigten Bereich einfahren darf. Dies wird durch eine entsprechende Beschilderung verdeutlicht und von Gemeinde auch kontrolliert. Für Anwohner und Übernachtungsgäste zum Be- und Entladen ist die Zufahrt frei. Die übrigen öffentlichen Parkplätze sind korrespondierend zur Wochenendsperre ebenfalls so ausgeschildert, dass während dieser Sperre nicht geparkt werden darf.

30 Minuten kostenlos mit der Brötchentaste

Außerdem gibt es an einigen Parkautomaten die Brötchentaste: Hier kann man einen 30 Minuten gültigen kostenlosen Parkschein ziehen, um kurze Besorgungen machen zu können. Im verkehrsberuhigten Bereich, mit Ausnahme des Uhlandplatzes, darf nur eine Stunde geparkt werden; das entlastet die Parksituation. Darüber hinaus kann in der Tiefgarage kostenpflichtig oder auf dem großen Auffangparkplatz außerhalb des Orts kostenfrei geparkt werden.