Ohne den Neubau einer Straßenmeisterei geht es nicht. Dies wurde in der jüngsten Sitzung des Kreistages deutlich. Für den derzeitigen Standort gegenüber der Firma Weber könne man den Mietvertrag noch bis maximal 2026 verlängern, hieß es.

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Verhandlungen mit der Stadt Markdorf

Der Wertstoffhof ist derzeit provisorisch im Gewerbegebiet Riedwiesen eingerichtet und kann im Herbst 2019 auf ein benachbartes Grundstück umziehen. Diese Fläche steht allerdings auch nur begrenzt zur Verfügung, weil es sich um ein Gewerbegrundstück handelt. Ein Wertstoffhof wie in Ailingen und eine Straßenmeisterei nach dem Vorbild von Hüfingen, beides zusammen in Oberfischbach neben dem Schneiderkreisel, ist daher als langfristige Lösung geplant.

Alles soll platzsparend in einem Block angesiedelt werden, heiß es bei der Sitzung. Deshalb haben die Kreisräte die Landkreisverwaltung beauftragt, Grunderwerbsverhandlungen mit der Stadt Markdorf zu führen. Bisher steht jedoch nur ein Pachtangebot für 15 bis 20 Jahre im Raum, was aus Sicht der Kreisverwaltung keine nachhaltige Lösung darstellt.

Der Wertstoffhof des Landkreises Bodenseekreis in der Straße Keltenschanze in Markdorf hat freitags von 15 bis 17 Uhr sowie samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Bild: Toni Ganter
Der Wertstoffhof des Landkreises Bodenseekreis in der Straße Keltenschanze in Markdorf hat freitags von 15 bis 17 Uhr sowie samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. | Bild: Toni Ganter

Schwieriger Baugrund

Um keine Zeit zu verlieren, erfolgt gleichzeitig die europaweite Ausschreibung der ersten beiden Leistungsphasen inklusive Vorplanung, hieß es im Kreistag. Doch ein erstes Gutachten habe ergeben, dass der Baugrund schwierig sei. Unter einer 15 bis 30 Zentimeter dicken Oberschicht beziehungsweise einer ein Meter dicken Auffüllung seien „nicht tragfähige Auelehme in weicher bis breiiger Konsistenz in einer Tiefe bis vier Meter“ gefunden worden. Darunter gebe es Schmelzwassersedimente aus Sanden und Kiesen, die Grundwasser führen.

Mit diesen Kosten rechnet die Verwaltung

Wie im Kreistag weiter vorgestellt wurde, würden die Kosten – ohne Grundstückserwerb – bei einem Baubeginn im Jahr 2022 grob überschlagen bei 15,5 Millionen Euro für die Straßenmeisterei liegen. Der Wertstoffhof würde 1,8 Millionen Euro kosten und 1,2 Millionen Euro würden für einen neuen Kreisverkehr fällig, der für die Anbindung gebaut werden müsste.

Anfragen an andere Kommunen gestellt

Es sei allerdings mit Mehrkosten für die Grundwasserabsenkung, Bauwerksabdichtung und Baugrubensicherung zu rechnen. Diese ließen sich derzeit noch nicht beziffern, hieß es. Landrat Lothar Wölfle sagte, er habe eine Anfrage für ein anderes geeignetes Gelände an alle anderen Kommunen im Kreis gerichtet, bisher ohne Erfolg.