Was am Donnerstag noch undenkbar schien, ist jetzt in vielen Regionen beschlossene Sache: Auch in Bayern und Vorarlberg werden bis zum 19. April alle Schulen, Kindergärten und Kindertagesstätten geschlossen bleiben, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Lediglich eine Grundbetreuung soll es vor Ort geben, aber nur für Eltern, die in bestimmten Berufen, etwa in der Pflege, als Ärzte oder bei der Polizei arbeiten.

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Doch für die Lindauer Schulkinder bedeutet die sogenannte „freiwillige Quarantäne“ keine ausgedehnten Ferien, auch wenn die Schüler speziell der beiden Lindauer Gymnasien, die bereits seit dem 9. März geschlossen sind, einem mehrwöchigen Unterrichtsausfall entgegenblicken.

In Bayern verteilen die Lehrer Aufgaben über Clouds an die Schüler

Bereits am Donnerstag wurden Clouds eingerichtet, über die die Lehrkräfte täglich Arbeitsaufträge an die Schüler verteilen und die Kinder und Jugendlichen die Aufgaben wiederum zur Korrektur zurücksenden können. Ob die Abiturprüfungen, die am 30. April beginnen sollten, stattfinden können, steht derzeit noch in den Sternen.

Große Wahlveranstaltungen am Sonntag in Lindau abgesagt

In Lindau gibt es inzwischen auch einen Corona-Verdachtsfall beim Rettungsdienst des Roten Kreuzes. Deshalb sind nach Angaben des zuständigen Gesundheitsamtes derzeit 19 Mitarbeiter in Quarantäne. Der Rettungsdienst sei aber nach wie vor voll einsatzbereit. In Lindau wurden inzwischen auch alle größeren Wahlveranstaltungen für die Kommunalwahl am Sonntag abgesagt.

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Die Ergebnisse werden nicht wie üblich für die Öffentlichkeit im Rathaus und Landratsamt verkündet, sondern nur im Internet. Ebenfalls geschlossen bleibt das Lindauer Theater, Konzerte und Vernissagen fallen aus, informiert die Stadt Lindau.

Vorarlberg: Cafés und Gaststätten müssen um 15 Uhr schließen

Entschieden hat man sich dagegen schon im Nachbarland: Die Vorarlberger, die ebenso wie Bayern alle Schulen, Unis, Kitas und andere Kinderbetreuungseinrichtungen schließen, haben die Maturaprüfungen jetzt verschoben. Dort sind die Einschnitte gerade auch für die Bevölkerung noch drastischer: Alle Hotels und Liftanlagen sowie alle Geschäfte außer Supermärkte und Apotheken sollen ab Montag geschlossen bleiben, Cafés und Gaststätten müssen um 15 Uhr schließen.

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Schüler vermissen soziales Umfeld ihrer Klassengemeinschaften

Der 14-jährige Lindauer Gymnasiast Jesper Hogl, der bereits seit einer Woche keinen regulären Unterricht mehr hat, findet: „Schule ist gar nicht so schlecht, jetzt läuft alles online, aber mir fehlen meine Freunde und die Treffen mit ihnen.“ Darauf müssen Jesper und alle anderen Schüler jetzt erst einmal bis 19. April verzichten und moderne Formen des Lernens ausprobieren.