Die Mitglieder der Partei, die sich dem Kampf gegen den Klimawandel verschrieben hat, zeigten sich mit den Ergebnissen sehr zufrieden, waren von Euphorie aber weit entfernt. „Wir tragen jetzt die große Verantwortung, dieses Thema in den nächsten zehn Jahren weiter zu verankern“, zog Kreisvorstand Matthias Klemm bei der Mitgliederversammlung Bilanz.

„Friedrichshafen ist noch ein hartes Pflaster“

Bis in die Ortschaftsräte wehte der grüne Rückenwind, hat erstmals Kau einen 19-jährigen Grünen beschert. „Friedrichshafen ist noch ein hartes Pflaster“, findet Matthias Klemm, „aber durch den Asphalt ist bereits massiv Grün gewachsen.“

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Ein zentrales Wahlkampfthema war die Wohnungsnot, über deren Ursachen Architekt Christian Knapp einen Vortrag hielt. „In der Vergangenheit wurde genug, aber das Falsche gebaut“, sagt er. Es fehle an bezahlbaren, kleinen Wohnungen. Einfamilienhäuser helfen nicht, da die Zahlen der Ein- und Zweipersonenhaushalte steigen.

Für 40 Prozent der Bürger ein nicht erfüllbarer Traum

Einhergehend mit der Niedrigzinspolitik der vergangenen Jahre ströme das Kapital in den Immobilienmarkt, die Mieten würden steigen. Maßnahmen wie das Baukindergeld würden das Phänomen verstärken. Profitieren kann davon nur der Teil der Bevölkerung, der über ausreichend Kapital verfügt, um ein Darlehen aufzunehmen, so Knapp. Für 40 Prozent der Bürger ein nicht erfüllbarer Traum.

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Während die Einkommen seit 2005 um 14 Prozent stiegen, galoppierten die Mieten laut Statistischem Landesamt mit 27 Prozent davon. So gebe das ärmste Viertel der Bevölkerung heute 40 Prozent fürs Wohnen aus. In Ballungsräumen mit hoher Fluktuation ziehen die Mieten am stärksten an, da jeder Wohnungswechsel zu einer Mieterhöhung führe. Ein Phänomen, das laut Experten immer mehr Pendler generiert.

Anteil der Sozialwohungen drastisch gesunken

„Jeder Pendler, der 30 Kilometer fährt, verursacht mehr Umweltbelastung, als der, der in einem schlecht gedämmten Altbau lebt“, weiß Knapp und fordert den Erhalt von preiswertem Altbaubestand. Auch Wohnbau, genossenschaftlich organisiert und in öffentlicher Hand, könne der Preissteigerung entgegenwirken. Zudem sei der Anteil der Sozialwohnungen drastisch gesunken.