340 Kilometer rund um den Bodensee wollen einige Friedensaktivisten in vier Etappen zurücklegen. Sie starten kommenden Montag in Bregenz und laufen zunächst in Richtung Friedrichshafen, Überlingen und Konstanz. Über einen Abstecher entlang des Rheins bis nach Schaffhausen geht es am Schweizer Ufer wieder in Richtung Bregenz, wo sie am Ostermontag, 2. April, pünktlich um 11 Uhr zum Start des Internationalen Bodensee-Friedenswegs den Bahnhof erreichen wollen. Die Idee für eine solche Ultrawanderung hatte Heiko Thamm schon im vergangenen Jahr. Damals konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht starten, doch in diesem Jahr will er seine Idee in die Tat umsetzen. "Mit dieser extremsportlichen Bodenseeumrundung setzen wir ein Zeichen, dass wir in unserem Streben nach Frieden und Abrüstung persönlich bereits sind, an unsere Grenzen zu gehen", schreibt Heiko Thamm im Flyer zu seinem Bodensee-Ultra-Friedenslauf. Außerdem wolle man die Menschen für das Thema sensibilisieren.

Gemeinsam mit einem Begleiter will er an drei Tagen jeweils eine Strecke von 100 Kilometern zurücklegen, bei der vierten und letzten Etappe stehen 40 Kilometer auf dem Programm. "Wir starten zu zweit und ab der dritten Etappe wollen weitere Läufer dazustoßen", sagt Heiko Thamm. Die 100 Kilometer sollen inklusive Pausen in jeweils rund 21 Stunden bewältigt werden. Bei ihrem Friedenslauf werden die Läufer die Standorte einiger Rüstungsunternehmen passieren.

In Bregenz wollen die Läufer am Ostermontag eintreffen. Dort findet unter dem Motto "Geld.Macht.Krieg – Dialog.Macht.Frieden" der Internationale Bodensee-Friedensweg statt. Um 11.15 Uhr startet am Parkplatz Seestadt der Zug durch die Innenstadt. Ab 12.15 Uhr wird bei der Kundgebung am Kornmarkt Clemens Ronnefeldt, Friedensreferent des Internationalen Versöhnungsbunds, sprechen. Frieder Fahrbach, der den Verein "Keine Waffen vom Bodensee" gegründet hat und zum Organisationsteam des Friedenswegs gehört, möchte den Menschen ins Bewusstsein rufen, dass es am Bodensee eine breite Rüstungsindustrie gibt. "Das wird in der Öffentlichkeit nicht immer wahrgenommen", sagt er und fügt hinzu: "Wir wollen aber nicht nur Probleme benennen, sondern auch Lösungen anbieten." Daher verweist er auf neun Dialoggruppen ab 13.45 Uhr mit Themen wie "Gewalt gegen Frauen", "Was ist Friedenskultur" oder "Divestment – kein Geld für Rüstung". Frieden brauche eine breite Basis und da "müssen wir bei uns beginnen. Vielleicht kann so aus der Ferienregion Bodensee auch eine Friedensregion werden". Die Veranstalter erwarten beim Friedensweg rund 800 Besucher. "Und natürlich gerne auch mehr", sagt Lilo Rademacher vom Organisationsteam.