Ob Weinfest oder Dorffest – an den Wochenenden ist in der Region momentan einiges geboten. Und das, obwohl die Organisation von Veranstaltungen immer aufwendiger und kostenintensiver wird. "Ich sage es ganz ehrlich: Ohne unsere Vereine hätten wir ein ganz schönes Problem", betont Silvia Fritz, Leiterin der Tourist-Information in Sipplingen.

Viele Ehrenamtliche helfen mit

Zahlreiche Mitglieder aus den Vereinen im Ort helfen jedes Jahr, damit beim Sipplinger Dorffest, bei dem am vergangenen Wochenende rund 1000 Besucher gefeiert haben, alles rund läuft. "Die Vereine stemmen einen riesigen Teil", sagt Fritz. Auch die Mitarbeiter der Gemeinde arbeiten an diesem Wochenende umsonst.

Droht in Zukunft ein Helferschwund?

"Das gibt es so bestimmt auch nicht oft", vermutet Fritz. Die Tourismuschefin sieht aber auch, dass es künftig zu einem Helferschwund kommen könnte. "Im Moment sieht es noch gut aus. Aber wenn sich Vereine auflösen, gibt es eben auch weniger Helfer", so Fritz.

Kein Eintrittspreis beim Dorffest

Weil jeder freiwillig arbeitet, ist es für die Gemeinde möglich, das Fest für die Besucher kostenfrei zu veranstalten. "Für unseren kleinen Ort ist es eine jährliche Tradition. Jeder aus Sipplingen kennt das Dorffest seit eh und je. Man identifiziert sich damit", sagt Fritz und in ihrer Stimme schwingt ein wenig Stolz mit.

Konzept für Flucht- und Rettungswege

Neben den Einheimischen gefalle das Wochenende auch den Ferien- und Erholungsgästen in der Gemeinde gut. Ein Vorteil, den das kostenfreie Fest mit sich bringt, ist mit dem Thema Sicherheit verbunden. "Würden wir einen Eintrittspreis verlangen, dann würden auch die Sicherheitsauflagen steigen und das würde wiederum mehr Kosten mit sich bringen", erklärt Fritz. An einem Konzept für Flucht- sowie Rettungswege komme man aber nicht vorbei. "Das ist festgelegt und daran muss man sich halten."

Eintrittspreis für Weinfest wird angepasst

Anders sieht es bei zahlreichen Weinfesten im Landkreis aus. Dort beinhaltet der Eintrittspreis zum einen ein Weinglas, zum anderen sind die Sicherheitsauflagen weitaus größer. So etwa beim Bodenseeweinfest in Meersburg, das am kommenden Wochenende von Freitag bis Sonntag stattfindet. Der Preis für das beliebte Fest steigt in diesem Jahr von 4 auf 5 Euro. "Jedes Jahr überarbeiten wir die Sicherheitsauflagen, teilen Sicherheitspersonal ein und achten darauf, dass sich die Gäste wohlfühlen", sagt Iris Müller, Meersburger Tourismuschefin.

Erste Erhöhung seit 2009

Doch nicht nur wegen der Sicherheitskosten, sondern auch wegen der steigenden Marktpreise sei eine Erhöhung des Eintritts aus ihrer Sicht angebracht. Zuletzt sei der Eintritt im Jahr 2009 erhöht worden. "Die Preise für die Gläser und Werbematerialien etwa sind natürlich auch gestiegen. In fast zehn Jahren verändert sich das eben", sagt Müller.

Rund 180 Helfer im Einsatz

Um was sich die Meersburger Tourismuschefin überhaupt keine Gedanken machen muss, sind die rund 180 Helfer, die jährlich während des Bodenseeweinfestes mit anpacken. Ob an der Kasse, beim Weinausschank oder bei der Essensausgabe – Iris Müller kann darauf vertrauen, dass alles klappt.

Mit viel Leidenschaft und Freude dabei

"Um Helfer müssen wir uns bei unserem Jahreshöhepunkt wirklich nicht bemühen. Es ist wunderbar und irgendwie auch außergewöhnlich. Einige Wochen vor dem Fest bekomme ich die Helferlisten vorgelegt und damit hat es sich", sagt Müller und lobt die involvierten Vereine. "Sie machen das mit sehr viel Leidenschaft und Freude. Das macht einfach Spaß." Weil alle mit großem Engagement hinter "ihrem Fest" stehen und gut zusammenarbeiten sei der damit verbundene Aufwand zweitrangig.

Feste sind Bestandteil im Jahreskalender

Ähnlich sieht es in Immenstaad aus. "Feste haben bei uns einen festen Bestand im Jahreskalender. Dorffest und Weinfest sind ein Brauchtum und haben ihre Tradition", sagt Ruth Höft von der Tourist-Information Immenstaad. Trotzdem ist es aus ihrer Sicht nicht immer einfach, genügend Helfer zu finden.

Viele Feste in den Sommerferien

"Für unsere Vereine ist es immer schwieriger, Leute zu finden, die helfen. Das liegt auch daran, dass fast alle unsere Feste in den Sommerferien sind. Das sind viele Mitglieder der Vereine im Urlaub", sagt Höft. Wie ihrer Kollegen in anderen Gemeinden beschäftigt auch sie sich mit den Auflagen der Feste – etwa der Hygieneverordnung, Versammlungsstättenverordnung und Sicherheit. Nicht zu vergessen: mögliche Wetterkapriolen.

Mehr Gesetze, mehr Verordnungen

"Natürlich wird es immer schwieriger, Feste zu organisieren. Es gibt mehr Gesetze, Verordnungen etc., an die wir uns als Veranstalter halten müssen", sagt Höft. In Immenstaad wirken sich diese nicht auf den Eintrittspreis der Feste aus. Das Dorffest ist für Besucher kostenfrei, das Weinfest kostet seit vielen Jahren 3 Euro Eintritt – das Weinglas gibt es dazu.