Mutig und optimistisch hatte sich die Messe Friedrichshafen für eine neue Wassersportmesse in Hamburg engagiert, nachdem dort nach 58 Jahren im Herbst 2017 das Ende der Hanseboot verkündet worden war. Bereits ein Jahr später hatte eine neue Nord-Süd-Allianz, eine Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verbands (DBSV), die Hamburg Messe und Congress (HMC) und die Messe Friedrichshafen – zuständig für Verkauf, Marketing, PR, Events und Rahmenprogramm – die Hamburg Boat Show auf die Füße gestellt. Unter dem Motto „Von der Branche – für die Branche“ sollte den Mitgliedern des DBSV weiterhin eine Plattform zum Präsentieren und Netzwerken im Norden geboten werden.

Verbandspräsident verkündet das Aus

Am 30. November vergangenen Jahres verkündete Torsten Conradi, Präsident des Verbands, das Aus. „Nach zwei durchgeführten Veranstaltungen müssen wir nun schweren Herzens mitteilen, dass es aus wirtschaftlichen Gründen leider keine Fortsetzung in dieser Form mehr geben kann“.

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Dirk Kreidenweiß, Projektleiter der Interboot sagt: „Die Hamburg Boat Show hatte 28 500 Besucher und damit nur ein minimales Wachstum gegenüber dem ersten Jahr“. Nicht ausreichend, um erfolgreich weitermachen zu können. Dabei seien die Aussteller sehr zufrieden gewesen und sprachen von den besten Umsätzen der vergangenen Jahre. Doch die Masse hat gefehlt. Während Segelmacher und Zubehör- und Ausrüstungshändler zahlreich vertreten waren, stiegen vor allem viele Werften mit ihren Segelyachten nicht mit ins Boot. Wie Lars Jansen, Leiter der Hamburg Boat Show und Mitglied im Interboot-Team, sagt, hätte es 25 bis 30 Prozent mehr Aussteller und damit mehr verkaufte Fläche gebraucht, um eine positive Entwicklung zu zeigen und in Zukunft wirtschaftlich zu sein.

Positiver Effekt: Netzwerk erweitert

Obwohl die Häfler nach eigenen Angaben in Hamburg viel Herzblut investiert hatten und das Aus durchaus enttäuschend war, hätten sie in den beiden Jahren auch viel dazugelernt. „Wir haben unser Netzwerk erweitert und wollen auf der Interboot die Fachlichkeit weiter ausbauen“.