Wer den Spätsommer für eine Fahrt mit einem Ausflugsschiff nutzen will, muss damit rechnen, dass er nicht mehr an jeder Landestelle ein- oder aussteigen kann. Bereits seit Ende Juli hält in Bad Schachen wegen des Niedrigwassers kein Schiff der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) mehr. Auch an der Insel Mainau müssen Fahrgäste schon seit geraumer Zeit mit Verzögerungen beim Ein- und Aussteigen rechnen. Jetzt können die zwölf Schiffe der Weißen Flotte wegen des niedrigen Wasserstands auch die Landestelle Langenargen nicht mehr anfahren.

In Langenargen können Schiffe momentan nicht mehr anlegen.
In Langenargen können Schiffe momentan nicht mehr anlegen. | Bild: Florian Wieland

Wie die Bodensee-Schiffsbetriebe mitteilten, war der Bodensee-Pegel in den vergangenen Tagen aufgrund der anhaltenden Trockenheit weiter gefallen. Aktuell liegt der Pegel Konstanz bei 3,04 Meter, in Bregenz zeigte die Messstelle am Hafen am Dienstagnachmittag 3,03 Meter an. Ab etwa drei Metern wird das Anlegen in Langenargen kritisch, betont BSB-Sprecher Josef Siebler auf Nachfrage. Weil der Zwischenstopp für die Besatzung immer schwieriger wurde, habe man den Betrieb an diesem Halt vorsichtshalber eingestellt.

Jede Landestelle ist anders

Der BSB-Pressesprecher rechnet nicht damit, dass in den kommenden Tagen oder Wochen weitere Landestellen von den Folgen des Niedrigwassers betroffen sein werden. Entscheidend dafür, ob ein Kursschiff eine Landestelle anfahren kann, sind der Tiefgang eines Schiffs und der Landesteg selbst. Jede Landestelle ist anders, die Rampe und der Untergrund jeweils anders beschaffen. Am Untersee können an den Landestellen Iznang, Reichenau und Mannenbach zudem keine Rollstühle mehr an Bord genommen werden. Für Rollstuhlfahrer ab Radolfzell gilt laut BSB, dass sie an den anderen Landestellen das Schiff nicht verlassen und nur für eine Rundfahrt an Bord gehen können.

Fahrgäste müssen auf die Landestellen in Kressbronn und Friedrichshafen ausweichen.
Fahrgäste müssen auf die Landestellen in Kressbronn und Friedrichshafen ausweichen. | Bild: Florian Wieland

Der niedrige Wasserstand beschäftigte die Bodensee-Schiffsbetriebe aufgrund der Hitze und Trockenheit schon den gesamten Sommer. "Das ist schon ein extremes Jahr", betont Siebler. So spät in der Saison habe er nicht mehr damit gerechnet, dass neben Bad Schachen eine weitere Landestelle nicht mehr angefahren werden könne. Die Bodensee-Schiffsbetriebe sind Mitte September in die Herbstsaison gestartet. Die Nachsaison dauert noch bis 14. Oktober, im Anschluss finden noch verschiedene kulinarische Fahrten sowie Rundfahrten statt.

Einschränkungen auch am Untersee und am Rhein

Auch am Untersee und am Rhein müssen Gäste der Ausflugsschiffe mit Einschränkungen rechnen. Noch immer ist nach Angaben der Schweizerischen Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein die Strecke zwischen Diessenhofen und Stein am Rhein gesperrt. Auch die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt teilt mit, dass aufgrund des Wasserstandes im Alten Rhein die Strecke Rorschach–Rheineck seit Ende Juli von den Schiffen nicht mehr befahren werden kann.

Wie der sinkende Bodensee-Pegel der Schifffahrt zu schaffen macht, lesen Sie auch hier:

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