Wenn Christian Heinzl über die Wirtschaftsregion Bodensee/Oberschwaben spricht, kommt er ins Schwärmen: So viele interessante Firmen seien hier ansässig, vor allem Mittelständler. Wobei der Bad Waldseer Unternehmer die Region weiter sieht: "Da gehören auch das Allgäu, Vorarlberg und Liechtenstein dazu." Vor allem von den österreichischen Nachbarn würden die hiesigen Unternehmer zu wenig profitieren.

Vor allem mit der Vernetzung hapert's aus seiner Sicht. Das will Heinzl ändern. Er will Foren schaffen für Mittelständler und Handwerker, um sich auszutauschen, mit Politikern ins Gespräch zu kommen und Netzwerke zu formen. Im November 2016 rief der Inhaber und Geschäftsführer der Heinzl-Firmengruppe das Mittelstandsforum Oberschwaben in Weingarten ins Leben, Hauptredner war Ex-Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg.

Kommende Woche hat das Pendant Premiere in Friedrichshafen: Am Mittwoch, 22. März, findet das erste Mittelstandsforum Bodensee in der Messe Friedrichshafen statt. Hauptredner dieses Mal: Uli Hoeneß – Sportlegende, FC-Bayern-Präsident, aber eben auch verurteilter Steuerhinterzieher. Mit der Entscheidung habe er sich Kritik eingefangen, gesteht Heinzl, aber er steht zu der Entscheidung: "Jeder Mensch hat das Recht, Fehler zu machen, wenn er dafür hinsteht. Hoeneß habe dafür gebüßt und ein Recht auf eine zweite Chance. "Uli Hoeneß wird als Unternehmer und Manager beim Mittelstandsforum sprechen. Er ist auch ein klasse Mensch, der sozial sehr engagiert ist." Seine Gage habe er komplett gespendet. Neben Hoeneß sind noch eine ganze Reihe weiterer Redner gebucht.

Wolfgang Bosbach (CDU-Bundestagsabgeordneter) und Walter Döring (FDP, Ex-Wirtschaftsminister) talken miteinander, Ex-Ministerpräsident Teufel ist da, der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner und weitere Politiker, Unternehmer (Hymer-Vorstand Martin Brandt) und Boxlegende Henry Maske. "Es soll ein guter Mix sein", so Heinzl. Das Mittelstandsforum sei kein Ort für Produktpräsentationen, sondern für Ideen. Vom Start-up bis zum 1000-Mann-Unternehmen sei alles vertreten. Unter anderem hat er eine Vorarlberger Schülerfirma eingeladen, die Smoothies (Mixgetränke) produziert. Ein Vorarlberger Schulleiter stellt das Konzept der fünfjährigen Werkraumschule vor. Das Konzept scheint aufzugehen: Anfänglich plante Heinzl die Veranstaltung für 400 Teilnehmer, doch der Zuspruch war größer: Jetzt gibt es in der Messehalle A2 Platz für maximal 900 Besucher.


Mittelstandsforum Bodensee

Premiere in Messehalle A2: Das erste Mittelstandsforum Bodensee findet am Mittwoch, 22. März, 10.30 bis 20 Uhr, am ersten Tag des Messe-Quartetts IBO, Neues BauEn, Garten & Ambiente Bodensee und Urlaub, Freizeit, Reisen, in der Friedrichshafener Messehalle A2 statt. Es wird von der Heinzl-Firmengruppe (Bad Waldsee) veranstaltet. Etwa ein Dutzend Redner aus Politik, Wirtschaft und Sport halten Vorträge, dabei sind unter anderem Ex-Ministerpräsident Erwin Teufel, Wolfgang Bosbach (CDU), Walter Döring (FDP), Henry Maske und Uli Hoeneß.

Nach Veranstalter-Angaben sind noch 65 Business-Karten (Preis: 99 Euro) übrig. Ganz schnell ausverkauft waren die VIP-Tickets für 169 Euro, die ein "After-Show-Dinner mit Uli Hoeneß und den Referenten beinhalten. Informationen unter: www.mittelstandsforum-bodensee.de

Teilnehmer der Polit-Diskussion: Es findet eine Diskussionsrunde zur Bundestagswahl mit Parteienvertretern statt. Der Talk von etwa 16.30 bis 17.30 Uhr wird moderiert von Dieter Löffler, Ressortleiter Politik des SÜDKURIER. Es nehmen teil: Axel Müller (CDU, Wahlkreis Ravensburg), Nils Schmid (SPD, Ex-Finanz- und Wirtschaftsminister), Sandra Detzer (Bündnis90/Grüne, Vorsitzende Landesverband), Judith Skudelny (FDP, Generalsekretärin Baden-Württemberg), Alice Weidel (AfD, Wahlkreis Bodensee), Claudia Haydt (Die Linke, Wahlkreis Bodensee)
 

Gewinner Freikarten: Die Gewinner der SÜDKURIER-Kartenverlosung für das Mittelstandsforum stehen fest. Je eine Eintrittskarte (Preis: 99 Euro) haben gewonnen: Siegfried Amann, Manuela Dorrs (beide Markdorf), Roland Maier, Armin Allweiler (beide Frickingen), Gudrun Homburger, Margot Rauber (beide Immenstaad), Erich Knefel (Eriskirch), Waltraud Rebstein (Uhldingen-Mühlhofen), Kirsten Schöffel (Bermatingen), Alfred Hornung (Tengen). Die Karten werden zugeschickt.
 

Heinzl-Firmengruppe: Die Heinzl-Firmengruppe mit Hauptsitz in Bad Waldsee umfasst nach Angaben von Inhaber und Geschäftsführer Christian Heinzl neun Firmen. Das Kerngeschäft umfasst Personalmanagement, Unternehmensberatung vor allem im Bereich Einzelhandel sowie Arbeitnehmerüberlassung. Zur Gruppe gehören auch Auslandsgesellschaften in der Schweiz und Rumänien sowie verschiedene Beteiligungen. Heinzl betreibt auch Niki's Outlet-Box und Niki's Lounge (Gastronomie) in Gaisbeuren, eine Werbeagentur, einen Brennholzhandel in Bad Waldsee, ein Gästehaus in Friedrichshafen, ihm gehört auch das Gasthaus Sonne in Reute. Die Gesamtzahl der Beschäftigten in der Region Oberschwaben/Bodensee gibt Heinzl mit 250 bis 500 an. Informationen unter: www.heinzl-firmengruppe.com
 

Christian Heinzl: Der Bad Waldseer Unternehmer und Coach am 4. Mai 1976 in Friedrichshafen geboren. Er wuchs im Wangener Teilort Deuchtelried auf. Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann machte sich nach Tätigkeiten für die Firmen Obi und Edeka mit seiner Frau Petra in der Arbeitnehmerüberlassung selbstständig und baute die LHP sowie die CH Consulting und Handels GmbH auf. Petra und Christian Heinzl haben vier Kinder. Der 40-Jährige sieht es als Ausdruck unternehmerischer Verantwortung, sich auch für die Gesellschaft sozial zu engagieren und einzubringen. Er ist seit 2016 als Senator im Senat der Wirtschaft Deutschland tätig. Die Heinzl-Firmengruppe unterstützt nach eigenen Angaben die Jugendarbeit etlicher regionalen Vereine und Lesepaten an Schulen in Bad Waldsee.

"Viele unserer Mitarbeiter kommen aus Ungarn und Rumänien. Für unsere Firmengruppe ist es selbstverständlich, dass wir diese Regionen in besonderer Weise unterstützen und über die Markdorfer Bürgerhilfsgemeinschaft Jakab – Rumänienhilfe etwas an die Benachteiligten in diesen Ländern zurückgeben", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.