Die Naturschutzverbände BUND Markdorf und Nabu-Bodensee nehmen Stellung zu den Umweltprüfungen im Zuge der Bewertung der Trassenvarianten für die B 31-neu zwischen Meersburg und Immenstaad. Beide Verbände sprechen sich deutlich gegen die Neubautrassen B und C im Bodensee-Hinterland aus und favorisieren stattdessen einen Ausbau der bestehenden B 31, also die Variante A. Der Untersuchungsraum umfasse ein Gebiet, das grob zwischen einer gedachten Linie Immenstaad – Ittendorf – Meersburg und dem Bodenseeufer liegt, heißt es in der Mitteilung. Die Gutachter hätten im nördlichen Bereich des Untersuchungsraums – also nördlich und südlich des Weingartenwaldes – geschützte und hochwertige Biotoptypen mit einer Gesamtfläche von 147 Hektar kartiert.

Viele gefährdete Vogelarten

Bei der faunistischen Erfassung konnten insgesamt 115 Vogelarten nachgewiesen werden, davon 92 Brutvogelarten und 23 Gastvögel. Acht Arten würden den stark gefährdeten und sechs den gefährdeten Brutvogelarten zugerechnet. Zudem seien insgesamt 17 Fledermausarten dokumentiert worden, von denen drei den vom Aussterben bedrohten, fünf den stark gefährdeten und vier den gefährdeten Arten zuzuordnen seien.

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„Katastrophe für die Biodiversität“

Die Ergebnisse der Untersuchungen würden die „Einzigartigkeit“ des betreffenden Gebiets deutlich machen, so die beiden Verbände. Ein vierspuriger Neubau der B 31-neu auf einer der zu den Trassenbündeln B und C gehörenden Linie wäre „eine Katastrophe für die hier noch vorhandene Biodiversität“. Eine solche Straßenführung südlich oder nördlich des Waldes Weingarten mit einem Zaun auf beiden Straßenseiten wäre ein schwerer Eingriff in die Biotopstruktur der vorhandenen Fauna, heißt es.

50 Hektar Flächen „höchster Schutzwürdigkeit“

Demgegenüber würde der sparsame Umgang mit freien Flächen, also der Ausbau auf der bestehenden B 31 dazu beitragen, natürliche Lebensräume, wertvolle Böden, land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen und die Artenvielfalt zu erhalten, da die bestehende B 31 bereits auf verarmt eingestuften Flächen verlaufe. Für die Trassen B und C mit insgesamt jeweils rund elf Kilometern neu zu bauenden Teilstrecken würden hingegen rund 50 Hektar Flächen von höchster Schutzwürdigkeit sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen verbraucht. Insbesondere das Naturschutzgebiet Lipbachsenke müsse erhalten werden.

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Forderung nach dreispurigem B-31-Ausbau

Einem Neubau der B 31 auf den Trassen B oder C könnten die Naturschutzverbände nicht zustimmen, sondern sie befürworteten stattdessen den dreispurigen Ausbau der bestehenden B 31, heißt es. „Wir unterstützen die von den Planern vorgeschlagenen Maßnahmen, unter anderem einen Tunnel bei Hagnau sowie eine Überdeckelung der B 31 bei Stetten und Immenstaad, zur Reduzierung der Lärmbelästigung und zum Sichtschutz“, schließt die Stellungnahme von BUND und Nabu.