Wenn zwei 14-Zylinder-Sternmotoren mit jeweils 1700 PS die Luft zum Beben bringen, dürften Freunde historischer Flugzeuge am Wochenende voll auf ihre Kosten kommen: Neben Exemplaren der Do 27 aus den 50er und 60er Jahren über den höchsten Doppeldecker der Welt, die Antonov AN-2, bis zum Bomber aus dem Zweiten Weltkrieg werden 50 Oldtimer der Lüfte bei den Do-Days in Friedrichshafen erwartet. Dass diese nicht nur am Boden, sondern auch in der Luft eine gute Figur machen, stellen sie zweimal täglich bei Kunstflugvorführungen und Formationsflüge der Fliegerstaffel Altenrhein unter Beweis.

Auch die Do 27 wird wieder für Rundflüge zur Verfügung stehen. Pressesprecher Philipp Lindner hat in einem neu erworbenen Exemplar im Dornier-Museum Platz genommen.
Auch die Do 27 wird wieder für Rundflüge zur Verfügung stehen. Pressesprecher Philipp Lindner hat in einem neu erworbenen Exemplar im Dornier-Museum Platz genommen. | Bild: Anette Bengelsdorf

"Die Do-Days haben sich zu einem großen Oldtimer-Treffen entwickelt", sagt Philipp Lindner, Pressesprecher des Dornier-Museums in Friedrichshafen und verspricht Unterhaltung für alle. Anlässlich des Jubiläums "50 Jahre Do-31" zeigen Modellbauer ihre ferngesteuerten Senkrechtstarter-Modelle mit Spannweiten bis zu drei Metern.

Modellbauer zeigen beim internationalen Senkrechtstart-Modellbau-Treffen ihre ferngesteuerten Maschinen.
Modellbauer zeigen beim internationalen Senkrechtstart-Modellbau-Treffen ihre ferngesteuerten Maschinen. | Bild: Dornier-Museum

Vortrag über die "Landhut"

Sollte es Kindern beim Tretflieger-Wettrennen und in der Hüpfburg zu heiß werden, kann vielleicht die Feuerwehr mit ihren Löschvorführungen für Abkühlung sorgen. In einer Schauwerft wird ein Flugzeug restauriert und am Sonntag um 13 Uhr wird Projektleiter Martin Brandes über die "Landshut" sprechen.

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"Ju-52 extrem sicheres Flugzeug"

Und, wie gewohnt, finden wieder an beiden Tagen Rundflüge statt. "Auch an uns ist der Absturz der JU-52 in der Schweiz nicht vorbeigegangen", sagt Lindner. Er bestätigte jedoch, dass die Rundflüge mit der "Tante JU" wie geplant stattfinden werden.

Eine Archivaufnahme einer Junkers Ju-52 während der "Airport Days" 2015 in Hamburg. Eine Maschine dieses Typs ist am 5. August in den Schweizer Alpen abgestürzt, alle 20 Insassen kamen dabei ums Leben.
Eine Archivaufnahme einer Junkers Ju-52 während der "Airport Days" 2015 in Hamburg. Eine Maschine dieses Typs ist am 5. August in den Schweizer Alpen abgestürzt, alle 20 Insassen kamen dabei ums Leben. | Bild: Daniel Bockwoldt/DPA

"Die JU-52 ist ein extrem sicheres Flugzeug", sagt dazu David Dornier. So ein Flugzeug vom Himmel zu holen, hält der Museumsdirektor mit Pilotenschein für extrem schwierig. Da die Rundflüge am Bodensee und nicht im Hochgebirge stattfinden und daher keiner unberechenbaren Thermik ausgesetzt seien, sieht er keinerlei Risiko. "Ich würde jederzeit einsteigen", sagt der Enkel des Luftfahrt-Pioniers. Zum Einsatz komme in diesem Jahr eine Maschine der Deutschen Lufthansa Berlin Stiftung, "top gewartet und auf ihre Sicherheit überprüft".

Dornier: "Wartung muss perfekt sein"

GPS und Wetterradar seien heute in diesen Maschinen bereits eingebaut, sagt Dornier. Möglich wäre auch, einen Voice-Recorder im Cockpit zu installieren, um die Gespräche der Piloten aufzuzeichnen. Doch bereits der Einbau einer Blackbox, wie in modernen Flugzeugen üblich, hält er nicht für machbar. Denn die Technik dieser Oldtimer sei analog und liefere somit keine Daten. Wie Fachleute bestätigen, wäre das Nachrüsten mit moderner Technik nur mit hohem finanziellem Aufwand möglich und führe aufgrund der Kabelmengen zu einem Gewichtsproblem. Kosten und Nutzen stünden somit in keinem sinnvollen Verhältnis. "Die Wartung des Flugzeugs und die Vorbereitung des Flugs müssen perfekt sein", sagt Dornier. Dann bestehe auch mit Oldtimern in der Luft keine Gefahr.

Der höchste Doppeldecker der Welt, die Antonov AN-2, wird während der Do-Days zu sehen sein.
Der höchste Doppeldecker der Welt, die Antonov AN-2, wird während der Do-Days zu sehen sein. | Bild: Anette Bengelsdorf
Flugzeuge des Typs Do-27 stehen für Rundflüge bereit. Hier ein Exemplar von 1960.
Flugzeuge des Typs Do-27 stehen für Rundflüge bereit. Hier ein Exemplar von 1960. | Bild: Anette Bengelsdorf