„Das neue Jahr kann für die Messe nicht besser beginnen.“ Das meinte gestern Petra Rathgeber, Projektleiterin der Motorradwelt Bodensee. Die 22. Auflage der Motorradwelt verzeichnet mit 292 Ausstellern einen Rekord, 2015 waren es 283. Aber nicht nur mit der Motorradmesse geht es aufwärts, sondern mit der gesamten Branche, wie Maik Schwarz, Redakteur des MO Medien Verlags, bei der Pressekonferenz in der Messe erläuterte.

Zum zweiten Mal am Start ist die Ladies' Mile in der Halle B1, die sich speziell den Frauen widmet. „Die Frauen haben uns den Stand niedergerannt“, blickt Frauke Tietz, Organisatorin der Ladies' Mile mit Ladies' Day, zurück. Sie ist Inhaberin von Fembike, einem Online-Magazin für motorradbegeisterte Frauen. Insgesamt liege der Frauenanteil unter den Motorradfahrern bei 14 Prozent. Aus ihrer Sicht liege das auch daran, dass die Informationen zum Thema vor allem auf Männer zugeschnitten seien. Sie selber fährt seit über 20 Jahren Motorrad. Angefangen hat sie mit einer 50-Kubik-Vespa. „Ich wollte immer auf zwei Rädern unterwegs sein“, sagt Frauke Tietz. Als ein Bekannter ins Ausland ging, kaufte sie mit 20 dessen Chopper, eine Yamaha Virago, heute fährt sie BMW R 1200 R mit 1200 Kubik.

Weil sie diese Entwicklung genommen habe, wisse sie, worauf es für Frauen ankommt. „Wichtig ist, dass man sich auf der Maschine wohl fühlt – und nicht was der Mann denkt“, rät Frauke Tietz. Frauen kauften kein Zweimotorrad für den Mann. Vor einem Kauf sollten Frauen möglichst viele Probefahrten mit verschiedenen Modellen machen. „Frauen wollen auch auf Motorrädern gut aussehen“, erklärt sie. Die Branche könne hier ruhig noch etwas tun, schließlich gäben Frauen mehr Geld für Klamotten aus als Männer. Bei der Wahl der Ausrüstung sollte allerdings die Sicherheit im Vordergrund stehen und nicht nur der Lifestyle, warnt Frauke Tietz. Sie rechnet damit, dass die Zahl der Frauen mit Motorrad zunehmen wird.

Dazu könnte nach Ansicht von Maik Schwarz der Trend zu Motorrädern zwischen 250 und 500 Kubik beitragen, das „Easy Riding“-Segment. Dies sind inzwischen leichte, ausreichend leistungsstarke Maschinen und nicht mehr leistungsgeminderte große Motorräder. 150 000 Motorräder seien im vergangenen Jahr in Deutschland neu zugelassen worden, ein Plus von sieben Prozent, 40 Prozent davon in Baden-Württemberg und Bayern – gut für den Messestandort Friedrichshafen.
 

Daten und Fakten zur Motorradwelt

Programm: 292 Aussteller präsentieren auf rund 25 000 Quadratmetern in neun Messehallen Motorräder, Quads, Trikes, Roller, Motorrad-Zubehör, Fahrerausrüstung, Accessoires und den Reisemarkt „Bikers Welcome“. Zum ersten Mal auf der Messe sind die Unternehmen Kawasaki und Piaggio mit ihren Motorrädern und Rollern neben KTM, Suzuki und Ducati vertreten. An Shows und Aktionen sind FMX-Jump mit der Wrecking Crew, Motorrad-Stunt-Shows mit Rok Bagoros auf seiner KTM Duke 690, Supermoto-Show-Racing, Trial-Parcours, eine Aktionsbühne mit Interviews, Modenschau und Vorträgen, Club-Präsentationen, der Gebraucht-Motorrad-Markt, eine Sonderschau zur Geschichte der Kultmarke NSU und vieles mehr geboten.In der speziellen Customizing Area sind Costumbikes, Spezialanfertigungen und Live Customizing zu sehen. Dazu gehört der Wettbewerb „Best Bike Award“, wo eine Fachjury und das Publikum unter 21 Maschinen ihren Favoriten auswählen können. Am Samstag ist Ladies Day. Die „Ladies Mile“ ist an allen drei Messetagen in der Halle B1.

Mitmachen und ausprobieren: Es gibt einige Testparcours, auf denen Besucher unterwegs sein können. Dies sind ein Schräglagentraining, Testparcours für Quads, zum Probefahren neuer Modelle und Geschicklichkeitsfahren sowie eine Fahrschulteststrecke. Es gibt sowohl einen Kinderquad- als auch einen Kindermotorradparcours.

Öffnungszeiten: Die Motorradwelt Bodensee ist von Freitag bis Sonntag, 29. bis 31. Januar, zu folgenden Zeiten geöffnet: freitags von 11 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Eintrittspreise: Die Tageskarte kostet 11 Euro, ermäßigt gegen Vorlage des Ausweises, auch Gruppen ab 20 Personen, 9 Euro, Familienkarte 25 Euro, Kinder/Jugendliche von 6 bis 17 Jahren 5 Euro, Kinder unter 6 Jahren sind frei. Es gibt ein Feierabend-Special am Freitag, 29. Januar, ab 16 Uhr inklusive kostenlosem Parken ab 16 Uhr für 6 Euro.Es gibt wieder den „Eisbärenparkplatz“ für Erwachsene, die mit dem Motorrad, Roller oder Quad (über 50 ccm) zur Messe fahren. Alle Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre, die mit ihrem Roller oder Motorrad kommen, erhalten nach Auskunft der Messe ebenfalls freien Eintritt.Im Angebot sind auch Kombitickets für Katamaran oder Fähre mit Bustransfer und Messeeintritt zur Motorradwelt, die bei der Katamaran-Reederei und den Bodensee-Schiffsbetrieben erhältlich sind. (wex)

Informationen im Internet:

www.motorradwelt-bodensee.de