Pressesprecher Franz Bernhard sagt dazu: “Wir wollen kein Risiko eingehen, dass jemand krank wird.“

Mehr als 60 Zeugen müssen erneut aussagen

Vor zwei Monaten stand der Mordprozess kurz vor dem Abschluss. Da sprach die Schöffin die Mutter der Getöteten am Ende eines Prozesstages an und erkundigte sich nach dem Befinden der Familie und der Kinder. Dem folgenden Befangenheitsantrag der Verteidigung wurde stattgegeben. Mehr als 60 Zeugen, zahlreiche Sachverständige und Gutachter hatten bis dahin in dem Indizienprozess gegen den Mann aus Hoßkirch ausgesagt.

Mann soll Mord an Ehefrau als Unfall getarnt haben

Dem Mann wird vorgeworfen, seine Ehefrau und Mutter von zwei Kindern in der Nacht zum 26. Februar 2017 in der gemeinsamen Wohnung erwürgt zu haben. Anschließend soll er die tote Frau auf dem Fahrersitz des Autos festgeschnallt und einen Unfall vorgetäuscht haben. Dabei wurde er selber schwer verletzt. Zum Mordvorwurf der Staatsanwaltschaft äußerte sich der in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte an den 13 Verhandlungstagen nicht. Eine Reihe von Indizien belasten ihn jedoch schwer.

Urteil wird Ende Juli erwartet

Am Donnerstag beginnt das Verfahren wieder komplett bei Null. Die Anklage wird verlesen, Zeugen und Sachverständige müssen gehört werden, denn für ein späteres Urteil ist nur relevant, was im Gerichtsaal erörtert wurde. Welche Belastungen für die Angehörigen der getöteten Ehefrau zukommen, wenn der ganze Fall wieder aufgerollt wird, lässt sich nur erahnen. Für den neuen Prozess sind zwölf Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird Ende Juli erwartet.