Als einer der ersten hat Mirko Meinel seine Bewerbung für das Amt des Bürgermeisters in Eriskirch abgegeben. Der 34-jährige Soziologe stammt aus Gera in Thüringen, kam "der Liebe wegen" an den Bodensee und lebt seit 2014 in Eriskirch.

"Ich fühle mich hier rundum wohl und heimisch", sagt Meinel, der vor Abendgymnasium und Studium zunächst eine Ausbildung zum Elektroinstallateur abgeschlossen hat. Durch das bestechend gute Vereinsleben sei bei ihm in Eriskirch hervorragende Integrationsarbeit geleistet worden. Er muss es wissen, ist er doch seit 2016 Integrationsbeauftragter des Gemeindeverwaltungsverbands von Eriskirch, Kressbronn und Langenargen. Davor war Meinel drei Jahre kommunaler Jugendbeauftragter und Personalratsvorsitzender der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen. Vorstellen soll man sich unter seiner Arbeit aber keinen "Sozialarbeiter mit Gitarre und Sitzkreis". Vielmehr müsse er viel strukturieren, organisieren, Prozesse anstoßen und dabei immer die Gesetze im Blick haben. Alles Kompetenzen, die auch ein Bürgermeister braucht. Insgesamt war Meinel bereits für vier verschiedene Rathäuser, ihre Bürgermeister und Gemeinderäte tätig. "Ich habe mich bestens mit den Abläufen und Aufgaben vertraut gemacht und sehe mich dem Amt des Bürgermeisters gewachsen", blickt er auf die Wahl am 9. April.

Besonders am Herzen liegt dem Vater von zwei kleinen Kindern der Erhalt von Eriskirch als attraktive Wohngemeinde mit ländlichem Charakter und guter Infrastruktur. Mit einem spontanen "Nein" reagiert Meinel auf die Frage, ob er Veränderungen für die Gemeinde möchte. "Warum soll man einem super Zustand etwas ändern?" Seine Aufgabe als Bürgermeister sieht er vielmehr darin, dass es auch künftig so bleibt. Als Soziologe habe er gelernt, zukünftige Entwicklungstendenzen mit objektivem Blick zu erfassen. Das gilt auch für die steigende Zahl der Senioren. "Wenn man sich hier ein Leben aufgebaut hat, soll man auch im Alter die Chance haben, hier wohnen zu bleiben."

Eingesetzt habe sich Meinel schon immer gern. Nur dagegen zu sein sei ihm zu einfach. "Einsetzen möchte ich mich künftig nicht nur für kleine Gruppen, sondern für alle Bürger." An ihnen möchte er sein Ohr haben, seien es doch die Menschen, für die man im Rathaus zusammen mit dem Gemeinderat die Arbeit mache. Meinel ist Mitglied der SPD, tritt aber als parteiloser Kandidat an. "Was in Berlin entschieden wird, muss für Eriskirch noch lange nicht gut sein", sagt er zu dieser Entscheidung.

Die Idee, sich für das Amt des Bürgermeisters zu bewerben, sei eine spontane. "Die Entscheidung fiel nur, weil Bürgermeister Markus Spieth nicht mehr antritt." Keinesfalls würde er sich in einer vergleichbaren Gemeinde bewerben. "Ich lebe hier in Eriskirch und hier will ich mitgestalten." Ihm gefallen die kurzen Wege und er zieht es vor miteinander zu "schwätza". Als Bürgermeister will er sich seine offene Art erhalten und für viel Transparenz im Rathaus sorgen. Für das Amt sei er motiviert bis in die Haarspitzen. "Ich weiß, dass ich das kann."

Ab dieser Woche will Meinel bei Hausbesuchen das Gespräch mit den Bürgern suchen. Die Möglichkeit, ihn persönlich kennenzulernen gibt es am 21. Februar ab 19 Uhr im Landhaus "4 Jahreszeiten" sowie am 9. März und am 6. April ab 18.30 Uhr in der Irisstube.

 

Das sind seine Ziele

  • Wertschätzung für das Ehrenamt.
  • Umbau und Sanierung der Turn- und Festhalle zügig umsetzen.
  • Für eine gute technische Ausstattung der Feuerwehr sorgen.
  • Entwicklung von Wohnraum: Erwerb und Vergabe von Bauland und Mietwohnungen nach sozialen Kriterien. Bezahlbaren Wohnraum und generationsübergreifende, investorengestützte Wohnprojekte schaffen.  Für eine maßvolle innerörtliche Verdichtung sorgen, damit Eriskirch seinen Charakter nicht verliert.
  • Barrierefreies Wohnen und Leben im Alter: Lebensqualität über eine gut ausgebaute Infrastruktur sichern.
  • Die "neue Ortsmitte" mit Leben füllen, damit sie zum Verweilen einlädt.
  • Gewerbeflächen: Standortmarketing für eine langfristige Einbindung von Gewerbeanlagen als Grundlage zur Sicherung und zum Ausbau von Arbeitsplätzen und zur Generierung von Gewerbesteuereinnahmen.
  • Breitbandausbau weiter fortführen.
  • Kinder und Familien: Kindergärten bedarfsgerecht ausbauen und die Qualität der frühkindlichen Betreuung ständig weiterentwickeln. Angebotszeiten möglichst flexibel den Arbeitszeiten der Eltern anpassen.
  • Jugendliche: Schulsozialarbeit zur Entlastung der Lehrkräfte, Konfliktprävention und Wertevermittlung intensiv prüfen. Mitbestimmung stärken und kreatives Potential nutzen.
  • Senioren: Teilhabe auch im Alter ermöglichen. Das Grundbedürfnis nach Mobilität, nach Vorbild des Projektes Emma fördern, generationenübergreifende Angebote schaffen.
  • Bewahrung des ausgeglichenen Finanzhaushalts: Über Standortmarketing die langfristige Einbindung von Gewerbeanlagen ausbauen, Arbeitsplätze sichern und weitere schaffen sowie Investitionen langfristig planen.