Experten hatten bereits zu Beginn des Sommers prognostiziert, dass 2018 ein Zeckenjahr werden wird. Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) hatte viele Zecken und damit ein höheres Infektionsrisiko erwartet. Das zeigt sich jetzt auch in der Region.

  1. FSME-Fälle: Der Bodenseekreis gehört zu den Risikogebieten für die Übertragung von FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) durch Zecken. "Im Bodenseekreis wurden von Januar 2018 bis heute mehr FSME-Erkrankungen gemeldet als im gesamten Vorjahr", erklärt Elke Häberle vom Gesundheitsamt. Von Januar bis heute wurden zehn Fälle gemeldet, im Vorjahr waren es sechs.
  2. Gab es gleichzeitig auch mehr Borreliose-Erkrankungen? Dazu kann das Landratsamt keine Angaben machen. "Da Borreliose-Erkrankungen gegenüber dem Gesundheitsamt nicht meldepflichtig sind, liegen uns hierzu keine Erkrankungszahlen vor", schreibt Elke Häberle in ihrer Antwort auf eine Anfrage des SÜDKURIER.
  3. Ist der Höhepunkt des Zeckensommersbereits erreicht? Oder steht die Hauptsaison der Zecken noch bevor? Ab etwa acht Grad Celsius werden Zecken laut Häberle aktiv. Daher beginnt die Zeckensaison in der Regel im Frühjahr. "Sie dauert dann je nach Witterung bis mindestens Oktober, teilweise bis November", so die Expertin. Ist es sehr lange, sehr trocken, sind weniger Zecken unterwegs als bei feuchtem Wetter. Da die Aktivität witterungsabhängig sei, könne eine Vorhersage noch zu erwartender Erkrankungsfälle kaum getroffen werden.

Informationen im Internet: www.rki.de