Salem (as) Mit 42 von 46 möglichen Stimmen hat die Kreis-Mitgliederversammlung von Bündnis 90/Die Grünen am Montagabend Markus Böhlen aus Immenstaad zu ihrem Kandidaten für die Bundestagswahl 2017 nominiert. Außerdem wurden die Delegierten für die bevorstehende Landesdelegierten- und die Bundesdelegiertenkonferenz bestimmt. Zur Landesdelegiertenkonferenz gehen Sophia Topp, Tilmann Bechthold-Hengelhaupt, Isolde Riede und Markus Böhlen, zur Bundesdelegiertenkonferenz Andrée Störk und Markus Böhlen.

Markus Böhlen war der einzige Kandidat für die Nominierung zur nächsten Bundestagswahl. Der gebürtige Westfale, vor einigen Tagen 50 Jahre alt geworden, ist Diplom-Kaufmann. Seit dem Jahr 2000 unterrichtet er an der Hugo-Eckener-Schule in Friedrichshafen. Zuvor war er in der freien Wirtschaft tätig, unter anderem bei einer Baumarktkette. Seit drei Jahren ist er Mitglied im Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen. Außerdem ist er Mitglied im Vorstand des Heimatvereins Immenstand und Co-Trainer in der Fußballabteilung des TuS Immenstaad.

Bei seinem Streifzug durch verschiedene Politikfelder stellte Böhlen den Klimaschutz, ein Kernthema der Grünen, ganz oben an und machte diesen an verschiedenen Handlungsfeldern fest: an der Reformierung des Emissionshandels ebenso wie an den Kohlekraftwerken. "Die Kohle als Energielieferant muss gestoppt werden", sprach er sich entschieden gegen den Betrieb von Kohlekraftwerken aus. Weiter begrüßte er den kürzlich vom Bundesrat gefassten Beschluss, ab 2030 keine Autos mit Diesel- oder Benzinmotoren mehr zuzulassen. "Wir sind keine Verbotsschilderpartei", fügte der Oberstudienrat hinzu, "aber wenn wir als Partei keine Visionen entwickeln, können wir einpacken.

" Im gleichen Atemzug kritisierte er auch die Bahn. Deren Privatisierung hielt er für einen Fehler. Ihr müssten klare Vorgaben gemacht werden. Statt milliardenschwerem Engagement im Ausland müsse die Bahn vom Bund als Geldgeber zu einer ordentlichen Infrastruktur im Inland verpflichtet werden. Böhlen verurteilte auch die Zwei-Klassen-Medizin. Außerdem müsse man im Gesundheitswesen auch aus dem überbordenden Verwaltungs- und Dokumentationsdickicht herauskommen. "Es gibt genug Themen, die Grüne besser können als andere", meinte Böhlen. Auf seine Koalitionspräferenz angesprochen, erklärte er: "Ich hätte mit rot-rot-grün kein Problem."