Der Kreis will künftig mehr Geld in den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) investieren. Was mit einer zusätzlichen Million Euro an Zuschuss möglich sei, darüber sei er selbst „baff“ gewesen, erklärte Landrat Lothar Wölfle in seinen Ausführungen zum Haushaltsentwurf vor dem Kreistag.

Angebot soll flächendeckend besser werden

Flächendeckend soll das Angebot verbessert werden, auf der Seelinie 7395 zwischen Friedrichshafen und Überlingen wäre damit sogar ein Viertelstundentakt möglich, sagte Wölfle: „Das ist Großstadtniveau.“ Das Gremium signalisierte seine Zustimmung schon im Vorgriff mit Beifall. 7,8 Millionen Euro investiert der Kreis in den Straßen- und Radwegebau. 6 Millionen Euro gehen als Gesellschafterdarlehen an das im Bau befindliche regionale Innovations- und Technologiezentrum, 2,8 Millionen Euro an den Flughafen in Friedrichshafen.

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Höchste Einnahmen: Kreisumlage, Schlüsselzuweisungen, Grunderwerbssteuer

Dass es um die Kasse des Kreises gut bestellt ist, machte auch Finanzdezernent Uwe Hermanns deutlich. Mehreinnahmen kommen vor allem aus der Kreisumlage (plus 8,8 Millionen Euro), den Schlüsselzuweisungen des Landes (plus 2,2 Millionen Euro) und der Grunderwerbssteuer (plus 1 Million Euro). Nach der Umstrukturierung der Energie Baden-Württemberg (EnBW) können auch die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) als Hauptgesellschafter wieder 1,5 Millionen Euro ausschütten.

Höchste Ausgaben: Bildungszentrum, Personalkosten, Eingliederungshilfe

Bei den Ausgaben schlagen die Sanierung des Bildungszentrums Markdorf (4,2 Millionen) sowie eine Steigerung der Personalkosten um 6,5 Millionen und der Eingliederungshilfe um 4,9 Millionen Euro zu Buche.

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Schulden sinken in zehn Jahren um gut 160 Millionen Euro

Der Gesamtergebnishaushalt steigt auf knapp 334 Millionen Euro bei einem Überschuss von rund 1,7 Millionen Euro. Die Investitionen im Finanzhaushalt summieren sich auf 19,5 Millionen Euro. Wichtig war Wölfle, dass der Schuldenstand von rund 260 Millionen Euro im Jahr 2008 nun auf unter 100 Millionen Euro sinke.

Kritik am Land wegen noch ausstehender Überweisungen

Kein Verständnis hat Lothar Wölfle allerdings für das Finanzgebaren des Landes. Noch nicht einmal die Unterbringungskosten für Geflüchtete von 2016 seien ganz abgerechnet, erklärte der Landrat. Und bei der Kostenübernahme für das Bundesteilhabegesetz für Menschen mit Handicap lägen noch Welten zwischen den Vorstellungen des Landes und denen von Kreis und Kommunen.