Eine für Laien verrückt anmutende Idee möchte der Bregenzer Winzer Josef Möth am Mittwoch, 15. Mai, kurz nach 15 Uhr in der Bregenzer Bucht in die Tat umsetzen. Laut Mitteilung der Projektpressesprecherin Susanne Hogl werden jeweils ein 1000-Liter-Edelstahltank mit Möths Rot- und Weißwein rund 60 Meter tief im Bodensee versenkt. Treffpunkt für dieses Projekt „Tiefenrausch“ werde um 14 Uhr im Bregenzer Hafen sein.

Vorab hat es eine Besprechung und einen Test für das Projekt „Tiefenrausch“ gegeben. Winzer Josef Möth (orangefarbener Overall) mit Vertretern der Polizei und Profitauchern im Bregenzer Hafen.
Vorab hat es eine Besprechung und einen Test für das Projekt „Tiefenrausch“ gegeben. Winzer Josef Möth (orangefarbener Overall) mit Vertretern der Polizei und Profitauchern im Bregenzer Hafen. | Bild: Susanne Hogl

„So etwas hat am Bodensee noch niemand gemacht und auch weltweit haben diese Art der Weinlagerung bislang nur wenige Winzer ausprobiert. Wir wollen von Wissenschaftlern begleitet wissen, wie sich der Weingeschmack verändert“, erklärt Josef Möth. Der Weißwein solle für ein halbes, der Rotwein für ein ganzes Jahr im See bleiben. Spannend werde die Frage, wie sich die gleichbleibende Temperatur von rund vier Grad Celsius, der in 60 Metern vorherrschende Druck und die Lichtverhältnisse auf die Qualität und den Geschmack des Weins auswirken werden.

Einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten

Laut Hogl mussten die Behörden vom „Projekt Tiefenrausch“ des umtriebigen Winzers überzeugt werden, allen voran die Bezirkshauptmannschaft in Bregenz, die Berufsschifffahrt und die Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF). Professionelle Taucher, Spezialboote und die richtigen Stahltanks für den Wein mussten gefunden werden. Außerdem ein optimaler Platz im Bodensee, damit weder Fischer noch die Schifffahrt behindert
werden.

So sehen die beiden Edelstahlfässer aus, jeweils mit 1000 Liter Rot- sowie Weißwein gefüllt.
So sehen die beiden Edelstahlfässer aus, jeweils mit 1000 Liter Rot- sowie Weißwein gefüllt. | Bild: privat

„Wir haben endgültig grünes Licht vom Land Vorarlberg bekommen und dürfen im Rahmen einer so genannten Gebrauchserlaubnis den Bodensee quasi mit amtlicher Genehmigung als Weinlagerplatz einmalig nutzen“, freut sich der 44-jährige Josef Möth.