Knapp 40 Mitglieder verfolgten die Präsentation des Programmentwurfs durch Grünen-Landesschatzmeister Wolfgang Kaiser sowie den Ulmer Bundestagskandidaten Marcel Emmerich. "Das Programm soll die Haltung der Partei wiedergeben", schickte Kaiser noch vorweg, eher er Details zu den vier Kernbereichen präsentierte: Umwelt im Kopf, Freiheit im Herzen, Welt im Blick und Gerechtigkeit im Sinne. Die Punkte wurden bei der Präsentation mit vielen bunten und ansprechenden Bildern untermauert.

Zur Umwelt erklärte Kaiser, dass Kohle ein zentrales Thema im Wahlkampf sein wird: "Wir müssen die Diskussionen bestimmen." Auch ein Mobilitätskonzept muss entwickelt werden, gleichzeitig wollen sie die Mobilität nicht einschränken. Die Welt im Blick zu behalten bedeutet für die Grünen zunächst, den Begriff Europa wieder positiv zu besetzen. "Freier Handel ist wichtig, aber er muss fair sein", sagte Kaiser. Der Flüchtlingsstrom müsse eingeschränkt werden, gleichzeitig forderte er einen Marshallplan für die EU: "Wir brauchen Einwanderung, wir brauchen aber auch ein Einwanderungsgesetz."

Emmerich referierte über die Freiheit im Herzen und sprach über die Bedeutung von Ehe, Gleichberechtigung, Internetausbau und bezahlbarem Wohnraum. Bei der Gerechtigkeit im Sinn soll vor allen Dingen der Wohlstand gerechter verteilt werden und die Arbeitsbedingungen verbessert werden. "Familie ist, wo Verantwortung übernommen wird", sagte Emmerich zu dem Punkt.

Bei der anschließenden Diskussion wurden die zu vagen Aussagen im Programmentwurf bemängelt, es fehlte an klaren Aussagen. Das Programm sei "ein bisschen dünne": "Ich finde es nicht so praktikabel", sagte ein Mitglied. Auch das Fehlen des Themas Frieden wurde bemängelt und daran erinnert, dass die Grünen einst eine Friedenspartei waren: "Ursache von Flucht ist Krieg." Für diese Wortmeldung gab es viel Applaus.

Der Landtagsabgeordnete Martin Hahn brachte einen umfangreichen Änderungsantrag zum Thema Agrarwende in der Landwirtschaft vor. "Das völlige Glyphosat-Verbot ist kein Ziel mehr", erklärte Hahn. Er setzt sich für die weitere, wenn auch beschränkte Verwendung von Glyphosat ein. Der Antrag wurde angenommen. Nach langer Diskussion wurde trotz Stimmengleichheit ein weiterer Änderungsantrag zum Thema Frieden nicht angenommen.