Die Abfallgebühren für private Haushalte bleiben im kommenden Jahr stabil. Einstimmig folgte der Kreistag des Bodenseekreises jedoch dem Vorschlag der Kreisverwaltung, die Gebühren für bestimmte Abfälle zu erhöhen.

  • Restabfälle und Bioabfälle: Ab 2020 kostet eine Tonne selbst angelieferter Restabfälle zur thermischen Behandlung sowie Bioabfälle 235 Euro. Das sind 10 Euro mehr als bisher.
  • Inertabfälle: Die Gebühr für Inertabfälle (vor allem Bodenaushub und Bauabfälle) erhöht sich von 38 auf 40 Euro je Tonne.
  • Altholz: Altholz kostet künftig je Tonne 150 statt 120 Euro, was einer Gebührensteigerung von 25 Prozent entspricht. Aufgrund der vergangenen milden Winter sei die Nachfrage nach Altholz stark zurückgegangen. Eine Verbesserung der Marktsituation sei derzeit nicht zu erwarten.
  • Altreifen: Auch bei der Abgabe von Altreifen müssen die Bürger künftig mehr Geld zahlen. Bisher waren bei Reifen bis 70 Zentimeter Durchmesser 3 Euro pro Stück fällig, ab Januar sind es 4,50 Euro. Bei einem Durchmesser bis 130 Zentimeter kostet der Reifen 15 statt bisher 11 Euro. Begründet wird die Erhöhung mit gestiegenen Kosten für die Entsorgung der Reifen.
  • Problemstoffe: Bei den Problemstoffen in drei Preisgruppen reicht die Kostensteigerung von 5,5 bis 63,9 Prozent.

Kosten für den Kreis steigen um 1,45 Millionen Euro

Bei der Kalkulation der Abfallgebühren geht das Abfallwirtschaftsamt des Bodenseekreises von überwiegend gleichbleibenden Mengen aus. So beläuft sich die Menge des Restmülls aktuell auf 33 200 Tonnen. Der Gebührenbedarf des Kreises liegt bei 22,2 Millionen Euro und damit um rund 1,45 Millionen Euro über dem Bedarf im vergangenen Kalkulationszeitraum. Gründe seien allgemeine Kostensteigerungen sowie Mehrkosten bei der Behandlung des Restabfalls, für die Deponie Überlingen-Füllenwaid, für Holzverwertung und Problemstoffe. Außerdem sei der Preis für Altpapier eingebrochen, informiert das Abfallwirtschaftsamt.

Vorschlag: An Schulen keine Snacks mehr mit Plastikverpackungen

Evmarie Becker (Grüne) regte an, in das Müllmagazin künftig auch Informationen zur Müllvermeidung und nicht nur zur Müllentsorgung aufzunehmen. Außerdem plädierte sie dafür, an Schulen keine Snacks in Plastikverpackungen mehr zu verkaufen.