Eine Kinderhose mit Loch, das nicht mehr getragene T-Shirt oder die Hose, die zu klein geworden ist: Oft wandert nicht mehr gebrauchte Bekleidung in den Hausmüll, doch wesentlich sinnvoller sind die Textilen in den neuen Kleidercontainern aufgehoben, die das Deutsche Rote Kreuz derzeit im ganzen Bodensee aufstellt. Mehr als 60 Kleidercontainer werden vom DRK derzeit im Bodenseekreis ausgetauscht und durch neue ersetzt. Außerdem gibt es drei DRK-Kleiderläden in Friedrichshafen, Überlingen und Uhldingen-Mühlhofen.

95 Prozent wiederverwendet

"Oft glauben die Leute, dass wir uns nur über gut erhaltene Textilien freuen, doch auch kaputte Kleidungsstücke werden sinnvoll genutzt", sagt Andrea Sinclair, beim DRK Bodenseekreis zuständig für den Bereich Altkleider. Denn auch Kleidung, die nicht mehr getragen werden kann, wird von den Verantwortlichen des Roten Kreuzes einer sinnvollen Verwendung zugeführt. "Wir haben einen neuen Vertrag mit der aus der Schweiz stammenden Recyclingfirma Texaid", erklärt Karl-Heinz Jaekel, Abteilungsleiter Sozialarbeit und stellvertretender Kreisgeschäftsführer des DRK. "Die Textilien werden zu 95 Prozent weiterverwendet, daraus entstehen beispielsweise Putzlappen und Dämmstoffe. Lediglich fünf Prozent der Textilien können nicht mehr genutzt werden."

Neue Container sind sicherer

Die neuen Sammelcontainer sollen durch ein auffälliges Design noch schneller ins Auge fallen und sind gegen Diebstahl geschützt. "Es kam sehr selten vor, dass Menschen in den Container geklettert sind, aber nicht wieder alleine herauskamen", berichtet Jaekel. "Außerdem wurde aus den alten Container ab und zu etwas gestohlen." Mit Hilfe des neuen Mechanismus' können die Kleider jetzt in Säcken zwar ins Innere befördert werden, der Container hat aber keine sichtbare Öffnung mehr.

In den Kleiderläden des Deutschen Roten Kreuzes, hier in Friedrichshafen, gibt es gut erhaltene Ware günstig zu kaufen.
In den Kleiderläden des Deutschen Roten Kreuzes, hier in Friedrichshafen, gibt es gut erhaltene Ware günstig zu kaufen. | Bild: Corinna Raupach

Jeder kann im DRK-Laden einkaufen

Stolz sind die Verantwortlichen des DRK darauf, dass alle Textilien in der Region bleiben. "Das ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Die Kleider landen nicht irgendwo, sondern werden an die drei Kleiderläden in Friedrichshafen, Uhldingen-Mühlhofen und Überlingen verteilt und können dort erworben werden", so Andrea Sinclair.

In den Kleiderläden kann übrigens jeder einkaufen. Bedürftige, die einen gültigen DRK-Berechtigungsschein oder einen Tafelausweis besitzen, erhalten 60 Prozent Preisnachlass auf die Textilien, Schuhe und Bettdecken. 72 Prozent der Kleiderladenbesucher haben einen Berechtigungsschein.

So sehen die neuen DRK-Altkleidercontainer aus, von denen derzeit rund 60 Stück im Bodenseekreis ausgestellt werden. Außerdem gibt es noch drei Kleiderläden.
So sehen die neuen DRK-Altkleidercontainer aus, von denen derzeit rund 60 Stück im Bodenseekreis ausgestellt werden. Außerdem gibt es noch drei Kleiderläden. | Bild: Susanne Hogl

Auch gut erhaltenes Spielzeug ist gefragt

"Wir freuen uns über gut erhaltene Kleidungsstücke, Tisch- und Bettwäsche, die in den Containern landen, oder aber zu den Öffnungszeiten auch bei uns in der DRK-Geschäftsstelle abgeben werden können", sagt Andrea Sinclair. Neben Textilien wird auch gut erhaltenes Kinderspielzeuge gerne angenommen. Insgesamt arbeiten rund 90 ehrenamtliche Mitarbeiter in den Kleiderläden und bei der Entleerung und Sortierung der Container mit. Derzeit werden für die Kleiderläden in Überlingen und Uhldingen-Mühlhofen noch ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht.

Rund 30 illegale Container im Bodenseekreis

Container ist übrigens nicht gleich Container: Nach Erkenntnissen des DRK sind im Bodenseekreis rund 30 illegal aufgestellte Altkleidercontainer vorhanden. "Diese Container stehen beispielsweise gerne auf großen Parkplätzen oder bei großen Einkaufszentren, sind nicht beschriftet oder gekennzeichnet", informiert DRK-Sprecherin Katja Zwetschke. "Wenn dann noch der Hinweis 'behördlich genehmigt' draufsteht, sind das ganz sicher illegale Container", erklärt Andrea Sinclair. Nach DRK-Informationen landen die Textilien, die dort gesammelt werden, nicht bei Bedürftigen, sondern werden zu Geld gemacht.