Mit mehr als 460 000 Fahrgästen hat die Katamaran-Reederei Bodensee im vergangenen Jahr das zweitbeste Ergebnis seit Aufnahme der Schiffsverbindung im Jahr 2005 eingefahren. Zwar sind nach wie vor im August die meisten Passagiere zwischen Friedrichshafen und Konstanz mit den Doppelrumpfschiffen unterwegs. „Aber mit Tarifaktionen, guter Kommunikation und attraktiven Angeboten in der Gastronomie haben wir es geschafft, den Katamaran auch außerhalb der Touristensaison erfolgreicher zu machen“, erklärt Geschäftsführer Norbert Schültke die guten Fahrgastzahlen für 2018. Gerade in der Nebensaison registrierte die Reederei nach eigenen Angaben bis zu 15 Prozent mehr Fahrgäste auf den Schiffen.

Zu 98 Prozent zuverlässig unterwegs

Das Mehr an Fahrgästen verdanke die Katamaranverbindung natürlich auch den angespannten Verkehrsverhältnissen rund um den Bodensee. 52 Minuten dauert die Überfahrt. Obendrein war die Reederei 2018 nicht nur zu 100 Prozent pünktlich, sondern auch sehr zuverlässig unterwegs. „Im vergangenen Jahr sind wir rund 98 Prozent unserer Kurse gefahren", sagt Christoph Witte, der als Geschäftsführer die Technik betreut. Insgesamt starteten die Katamarane zu 9654 Fahrten über den See. 261 geplante Kurse mussten ausfallen, davon 250 wetterbedingt und elf aufgrund technischer Probleme. 2017 fielen 305 Fahrten aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Dabei bleibt das Wetter der größte Risikofaktor für die Reederei. Rund 450 000 Passagiere pro Jahr bilden nach Aussage von Norbert Schültke inzwischen eine stabile Nachfrage ab. Gerade in der Hochsaison hänge die aber auch stark vom Wetter ab. Nicht nur heftige Windstärken und Wellen über 1,20 Meter sorgen dafür, dass der Katamaran nicht mehr auslaufen kann. Auch ein kühler oder verregneter Sommer schlägt sich spürbar in den Fahrgastzahlen nieder.

Die Geschäftsführer der Katamaran-Reederei Bodensee, Christoph Witte (links) und Norbert Schültke.
Die Geschäftsführer der Katamaran-Reederei Bodensee, Christoph Witte (links) und Norbert Schültke. | Bild: Felix Kaestle

Um vor allem die gut 1000 Stammkunden mit Zeitkarte oder Kat-Card-Fahrer nicht im Regen stehen zu lassen, wenn der Katamaran nicht auslaufen kann, hat die Reederei inzwischen einen Schiffsersatz-Verkehr eingerichtet. Fahrgäste können mit einem gelösten Ticket oder ihrer Abokarte seit November 2018 auf den Bus umsteigen, bestätigt Sebastian Dix, Sprecher des Stadtwerks am See.

Das könnte Sie auch interessieren

Mit den betreffenden Verkehrsunternehmen sei vereinbart, dass die Kunden mit dem Konstanzer Stadtbus, dem Regionalbus oder dem Städteschnellbus inklusive Fähre via Meersburg entweder Konstanz oder Friedrichshafen erreichen. Wenn ein Schiff ausfällt, werde die Ersatzverbindung auf den Monitoren am Anleger angezeigt. In absehbarer Zeit soll zudem die E-Card des Verkehrsverbunds Bodo auch für den Katamaran genutzt werden können. Damit wären für Gelegenheitsnutzer des öffentlichen Nahverkehrs in der Region auch der Katamaran in das Tarifsystem eingebunden. "Wir sind noch in den Verhandlungen", bestätigt der Stadtwerksprecher.

Positives Ergebnis auch für 2018

Die hohen Fahrgastzahlen, die seit 2011 die 430 000-Marke (bis auf 2013) stabil überschreiten, haben die Katamarane wirtschaftlich aus den roten Zahlen gebracht. Seit 2016 decken die Erlöse praktisch die Betriebskosten, erläuterte Norbert Schültke jüngst im Ratsausschuss in Friedrichshafen. Auch für 2018 rechnet der Geschäftsführer der Reederei mit einem leichten Gewinn beim Jahresabschluss wie 2017, als dies erstmals gelang.

Das könnte Sie auch interessieren

Grund für diesen positiven Trend ist laut Schültke auch eine deutliche Einsparung von Kraftstoff. 2016 und 2017 wurden bei den drei Katamaranen neue, effizientere Motoren und Propeller eingebaut, die den Dieselverbrauch um über 25 Prozent senken und unter 900 000 Liter pro Jahr drücken. Außerdem wurden Rußpartikelfilter auf den Schiffen nachgerüstet, die die Schadstoffemission auf ein technisches Minimum gesenkt hätten. Blieben die Kraftstoffpreise in etwa auf dem heutigen Niveau und spiele das Wetter vor allem im Sommer mit, "darf auch in den kommenden Jahren mit einem kostendeckenden Betrieb gerechnet werden", erklärte der Reederei-Geschäftsführer vor dem Ausschuss in Friedrichshafen.

Das könnte Sie auch interessieren

Katamaran als ÖPNV-Verbindung etabliert

Warum die Schiffsschnellverbindung zwischen den beiden größten Städten am See ankommt:

  • Kundenstamm: Zahlreiche Stammkunden nutzen den Katamaran täglich, um zwischen Friedrichshafen und Konstanz zu pendeln. Dieses Segment ist nach Angaben der Katamaran-Reederei über die Jahre gewachsen. 2016 und 2017 waren jeweils über 1000 Stammkunden mit einer Zeitkarte unterwegs. Dazu kommen Mehrfach-Fahrer, die die Kat-Card nutzen und damit Rabatte bis zu 40 Prozent auf den Normalpreis erhalten. Hauptgeschäfts der Reederei ist allerdings der Freizeit- und Besorgungsverkehr.
  • Ticketpreise: Seit im Jahr 2011 saisonale Sonderangebote der Reederei ins Fahrscheinsortiment aufgenommen wurden, haben sich die Fahrgastzahlen weiterentwickelt und mittlerweile auf einem Niveau von rund 450 000 Passagieren jährlich stabilisiert. Gerade in den sogenannten Schwachlastzeiten profitierten Kat-Fahren von attraktiven Rabatten. So gilt aktuell das Schneeflocke-Angebot: Eine Hin- und Rückfahrt kostet pro Erwachsenen 12,50 Euro – mehr als 40 Prozent weniger als der Normaltarif. Kombi-Tickets zwischen Kat-Fahrt und Eintritt ins Zeppelin Museum, Dornier-Museum oder ins Sealife Konstanz oder gekoppelt mit der Messe Friedrichshafen kommen an. (kck)