Juso-Landeschef Leon Hahn steht nach drei Jahren nicht mehr für das Amt des Landesvorsitzenden zur Verfügung. "Insgesamt sechs Jahre durfte ich im Landesvorstand für die Jusos Baden-Württemberg Verantwortung übernehmen, drei davon als Landesvorsitzender. Ich habe nie viel von Leuten gehalten, die an ihren Stühlen kleben. Gerade ein junger Verband lebt von ständig neuen Ideen, neuem Stil und frischem Wind", teilte der 27-Jährige mit. Deshalb habe er sich dazu entschieden, nicht mehr zu kandidieren. Hahn hatte die Jusos am Sonntagabend beim Landesausschuss in Wiesloch über seinen definitiven Entschluss informiert. Einen Nachfolger will die SPD-Jugendorganisation am 23./24. Juni in Rastatt wählen. Laut Leon Hahn haben die Jusos im Südwesten etwa 6000 Mitglieder.

Der 27-jährige Ökonom beteuerte, dass es für ihn sicherlich kein Abschied für immer von der SPD sein werde. „Ich werde mich für die Partei weiter einbringen“, sagte Hahn. In den sozialen Netzwerken sparte er nicht mit Lob für die SPD-Jugendorganisation: "Ich bin unglaublich stolz, wie viel wir gemeinsam in den vergangenen Jahren erreicht haben." Der Verband sei breit aufgestellt, viel digitaler geworden und "wir zeigen immer wieder, dass wir die SPD im Land aber auch die Landespolitik voranbringen und wo nötig antreiben können". Das werde sich auch künftig nicht ändern, erklärte Hahn. Am 1. Mai waren die Jusos in ganz Baden-Württemberg unterwegs, um sich für bessere Ausbildungs- und gerechtere Lohnverhältnisse einzusetzen. Außerdem fordern sie, für gleiche Bildungschancen an den Universitäten zu sorgen – mit dem Verzicht auf Studiengebühren. Das sind nur zwei Beispiele aus der Arbeit der Jusos. Die Südwest-SPD rief Hahn indes zu einem kritischeren Umgang mit sich selbst auf. „Wir müssen wieder streiten, damit die Menschen erkennen, dass wir um die besten Lösungen ringen“, sagte Hahn. Der 27-Jährige kritisierte, in der Vergangenheit seien einige Debatten mit Scheuklappen geführt worden. In der Folge sei für die Menschen nicht sichtbar gewesen, wofür die SPD eigentlich stehe, so Hahn.