Zu einer gemeinsamen Jugendkonferenz mit Workshops hatte die SPD Bodenseekreis in den Überlinger Kursaal eingeladen. Gemeinsam hieß in diesem Fall, dass neben interessierten Jugendlichen und Jusos auch Delegierte teilnahmen, was den Anteil an Besuchern erklärte, die das Jugendalter schon hinter sich hatten. Nach einführenden Reden verteilte sich das Plenum je nach Wohnort auf acht Tische, um über frei gewählte Themen zu diskutieren. "Wir testen heute ein neues Konzept", erläuterte Medienreferent Rainer Röver. "Wir haben gezielt junge Menschen außerhalb der SPD eingeladen, um deren Blickwinkel kennenzulernen."

Verschiedene Schwerpunkte in den Gemeinden

Zu den im Workshop häufig genannten Themen gehören die Mobilität und ein besseres Angebot des öffentlichen Nahverkehrs. Dazu stehen Treffpunkte in der Stadt sowie Veranstaltungen ganz oben auf der Wunschliste. Auch in Sachen Bildung gab es Anregungen: Die Überlinger Gruppe hätte gerne VHS-Angebote für Jugendliche und die Markdorfer wünschen sich eine schulformübergreifende Vernetzung der AGs des dortigen Bildungszentrums. Aus Friedrichshafen nahmen einige Studenten teil, für die bezahlbarer Wohnraum zu den wichtigsten Punkten gehört.

Agenda für mehr Jugendbeteiligung

In der im Anschluss beschlossenen Agenda für mehr Jugendbeteiligung bei der SPD Bodenseekreis finden sich viele dieser Punkte wieder. Ganz oben steht die Forderung nach Jugendgemeinderäten oder entsprechenden Foren. In Friedrichshafen funktioniert das in einem zweiten Anlauf installierte Jugendparlament mittlerweile gut, wie Matthias Eckmann, Kreisvorsitzender der Jusos, berichtete. In Überlingen wird im November der erste Jugendgemeinderat gewählt. Diesen Vorbildern sollen andere Gemeinden im Kreis folgen.

Nahverkehr und bezahlbares Wohnen

Die Forderungen nach mehr Mobilitätsangeboten, zentralen Treffpunkten und bezahlbarem Wohnraum sind ebenfalls vermerkt. Dazu will sich die Partei für digital ausgestattete Schulen und einer besseren Netzinfrastruktur sowie öffentliches WLAN in den Städten stark machen. Auch innerparteilich hat man sich einiges vorgenommen: In jedem Ortsverein soll es einen Jugendbeauftragten geben. Dazu will der Kreisverband eine Sammlung von "Best-Practice-Beispielen" anlegen und den Ortsvereinen weitergeben.