Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, hat als Sachverständiger im Finanzausschuss des Bundestages vorgesprochen. Er war angefragt, etwas über die Zukunft der Elektromobilität zu sagen, im Hinblick auf das Klimapaket, das nun auf den Weg gebracht werden soll.

Resch ist ein Überlinger

Da Resch in Überlingen wohnt und ihm der Ausbau der Bodenseegürtelbahn ein Anliegen ist, nahm er dieses Beispiel, um auf „Fehlentwicklungen“ hinweisen. Wie er dem SÜDKURIER gegenüber sagte, lasse sich hier am See gut aufzeigen, wie eine bewährte Form der Elektromobilität im weltweiten Vergleich hierzulande zurückfällt, während man Energiefresser wie das Hybridfahrzeug BMW X5 finanziell fördere und falsche Anreize schaffe.

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Resch sagte: „Wir liegen hinter Polen und Portugal beim Grad der Elektrifizierung des Schienennetzes.“ Nur 60 Prozent des gesamten Streckennetzes in Deutschland, insgesamt sei es 33 000 Kilometer lang, würden elektrisch betrieben. In den Jahren 2011 bis 2018 seien jährlich nur 60 bis 65 Kilometer hinzugekommen. „Um auf den Schweizer Standard zu kommen, benötigen wir bei diesem Tempo noch 200 Jahre.“

Schulterschluss am Seeufer

Aufs Tempo müsse auch bei der Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn gedrückt werden, findet Resch. Ein Schulterschluss aller entlang des nördlichen Bodenseeufers sei nötig. Während er mit seinem Angebot an die Stadt Überlingen, sie bei politischen Gesprächen zu unterstützen, bei Oberbürgermeister Jan Zeitler abblitzte, hätten mittlerweile die Chefs von zwei Gebietskörperschaften (eine Gebietskörperschaft ist zum Beispiel der Landkreis oder der Regionalverband) bei ihm angeklopft und das Gespräch gesucht.

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Umweltpolitik mit dem Geldbeutel

Den Finanzausschuss, wo Resch in der vergangenen Woche seinen Auftritt hatte, bezeichnete er als „Königsausschuss des Bundestags„, in dem über Umwege – nämlich über den Weg der Finanzierung – Umweltpolitik betrieben oder verhindert werde. Resch: „Ich glaube, es war gut, das Thema dort platzieren zu können. Einzelinitiativen alleine bringen nichts. Ich hoffe, dass eine breite Allianz, zu der auch Überlingen zählt, alle Möglichkeiten und Kontakte nutzt, um unser Ziel des Lückenschlusses so kurzfristig wie möglich hinzubekommen.“

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