Mit 30, vielleicht auch ein paar mehr Interessierten hatte das Organisationsteam der Interboot gerechnet, als es die Idee gebar, Jugendliche im Rahmen der Messe über Jobs im Wassersportbereich zu informieren. Doch die Nachfrage war riesig und ein Beweis dafür, dass die Initiatoren mit ihrem Angebot "Dein Job – Dein Moment" ins Schwarze getroffen haben. Insgesamt 223 Jugendliche kamen zum "Azubi-Angebot" der Interboot. Darunter waren alle 8. und 9. Klassen der Gemeinschaftsschule Graf Soden, die von Ingo Droste auf das Angebot aufmerksam gemacht worden waren. Droste ist Beauftragter für die Berufsorientierung an der Realschule. Außerdem waren Schüler der Gemeinschaftsschule Horgenzell, der Werkrealschule St. Konrad Ravensburg und des Martinshauses Berg-Kleintobel im Publikum.

Klaus Röder vom deutschen Boots- und Schiffsbau-Verband stellt in seiner Eröffnungsansprache berufliche Möglichkeiten der Wassersportbranche vor.
Klaus Röder vom deutschen Boots- und Schiffsbau-Verband stellt in seiner Eröffnungsansprache berufliche Möglichkeiten der Wassersportbranche vor. | Bild: Kerstin Hahn

Klaus Röder vom deutschen Boots- und Schiffbauer-Verband (DBSV) eröffnete die Veranstaltung. Zum Konzept gehörte die Vorstellung umfangreicher Ausbildungsmöglichkeiten ebenso wie konkrete Angebote der Firmen, über die sich die Schüler später an den einzelnen Messeständen informieren konnten. Nicht nur die Tatsache, dass der Schiffsbauer hauptsächlich an den großen Industrie-Stahlschiffen, der Bootsbauer dagegen wesentlich vielseitiger mit Alu, Stahl, Holz oder Kunststoff an kleineren Jachten arbeitet, sondern auch die vielen Chancen zu Aufstiegs- und Qualifikationsmöglichkeiten in diesem Bereich waren für die meisten der jungen Zuhörer neu.

Maik Stengele, Nico Jegler und Niklas Frank (von links) von der Gemeinschaftsschule Horgenzell haben sich den Beruf des Bootsbauers anders vorgestellt. Dass dazu so viele Kleinteile nötig sind und dass so viele Berufe ineinandergreifen, ist ihnen neu. Ein Schreiner baut seinen Schrank ja auch komplett selbst, sagen sie. Mit ihrer Berufswahl haben sie sich noch nicht so richtig auseinandergesetzt.
Maik Stengele, Nico Jegler und Niklas Frank (von links) von der Gemeinschaftsschule Horgenzell haben sich den Beruf des Bootsbauers anders vorgestellt. Dass dazu so viele Kleinteile nötig sind und dass so viele Berufe ineinandergreifen, ist ihnen neu. Ein Schreiner baut seinen Schrank ja auch komplett selbst, sagen sie. Mit ihrer Berufswahl haben sie sich noch nicht so richtig auseinandergesetzt. | Bild: Kerstin Hahn

Röder erklärte zur Einführung: „Wie überall gibt es auch im Wassersportbereich Marketingberufe, einen Einstieg als Einzelhandelskaufmann oder über den Tourismus. Vom Bootsmann bis zum Kapitän, man kann als Schiffsrestaurator in einem entsprechenden Museum einen Platz finden, als Funker oder Elektroniker arbeiten, oder es über den Bootsbau- oder Segelmachermeister bis zur eigenen Firma bringen. Oft sind da auch große Reisen dabei, weil die Schiffe ja rund um den Erdball unterwegs sind.“ Auf Nachfrage erklärt Röder aber auch, dass in der Branche meist nur Tariflöhne gezahlt werden.

Immanuel Kuhn von der Häfler Gemeinschaftsschule Graf Soden erfährt von Polizeioberkommissar Klaus Becker, wie der Ausbildungsweg bei der Wasserschutzpolizei läuft. Immanuel ist Mitglied bei der DLRG und fände es toll, wenn er später die Bootsscheine machen und Boote kontrollieren oder bei der Wasserrettung arbeiten könnte.
Immanuel Kuhn von der Häfler Gemeinschaftsschule Graf Soden erfährt von Polizeioberkommissar Klaus Becker, wie der Ausbildungsweg bei der Wasserschutzpolizei läuft. Immanuel ist Mitglied bei der DLRG und fände es toll, wenn er später die Bootsscheine machen und Boote kontrollieren oder bei der Wasserrettung arbeiten könnte. | Bild: Kerstin Hahn

Clemens Meichle, einer der Geschäftsführer von Ultramarin, der mit 1500 Liegeplätzen größten Marina am Bodensee in Kressbronn, bietet pro Jahr zwei bis drei Ausbildungsplätze zum Einzelhandelskaufmann im Sportartikelbereich an. Daran kann sich ein Studium an der Berufsakademie anschließen. Die Firma Bacher Edelstahlverarbeitung sucht Konstruktionsmechaniker und Hans-Joachim Landolt von der Michelsen-Werft bildet Bootsbauer im Bereich Holzboote aus. Wer sich vorstellen kann, mit Leder, Schaumstoff und Nähmaschine zu arbeiten, könnte bei einem Bootssattler wie Rainer Müller von der Firma Raumtex Ahausen eine passende Lehrstelle finden.

Nahovay Haake (links) von der Gemeinschaftsschule Graf Soden lässt sich von Monika Dudzinski von der Firma Sesitec die Technik der Wakeboard-Anlage erklären. Testen wollte sie die Anlage lieber nicht, weil sie keine Ersatzklamotten dabei hatte. Einen Job in der Wassersportbranche kann sich Nahovay aber nicht wirklich vorstellen, "auch wenn bei einigen Angeboten ein Spaßfaktor dabei ist."
Nahovay Haake (links) von der Gemeinschaftsschule Graf Soden lässt sich von Monika Dudzinski von der Firma Sesitec die Technik der Wakeboard-Anlage erklären. Testen wollte sie die Anlage lieber nicht, weil sie keine Ersatzklamotten dabei hatte. Einen Job in der Wassersportbranche kann sich Nahovay aber nicht wirklich vorstellen, "auch wenn bei einigen Angeboten ein Spaßfaktor dabei ist." | Bild: Kerstin Hahn

Dass ein Segelmacher auch Lastwagen-Planen, Werbeplakate, Sonnendächer und Textilbau-Überdachungen anfertigt und seine Produkte auch montiert, erfuhren die Schüler von Alf Pfeiffer, der wie viele seiner Kollegen ein Kennenlernpraktikum anbietet. Fragen zur Ausbildungsdauer und zu den möglichen Berufsschulen zeugten vom Interesse der Jugendlichen, die sich mit Beifall bei den Referenten bedankten. Danach sammelten sie an den Messeständen weitere Informationen entsprechend ihrer persönlichen Vorstellungen und Zukunftspläne.

Aleyna Mavili und Alina Salischer erfahren von Vanessa Ford (von rechts), dass man bei Adoma in Wangen Industrie- und Verfahrensmechaniker sowie Medientechnologe für Siebdruck lernen kann. Dass man keine Glasflaschen mit ins Freiband nimmt, wussten die Mädchen. Neu ist ihnen, dass die Kunststoffindustrie eine breite Palette "unkaputtbarer" Produkte für den Wassersportbereich liefert.
Aleyna Mavili und Alina Salischer erfahren von Vanessa Ford (von rechts), dass man bei Adoma in Wangen Industrie- und Verfahrensmechaniker sowie Medientechnologe für Siebdruck lernen kann. Dass man keine Glasflaschen mit ins Freiband nimmt, wussten die Mädchen. Neu ist ihnen, dass die Kunststoffindustrie eine breite Palette "unkaputtbarer" Produkte für den Wassersportbereich liefert. | Bild: Kerstin Hahn

Öffnungszeiten

Bei der Interboot in Friedrichshafen sind rund 500 Boote und Jachten ausgestellt. Die Messe ist bis Sonntag, 1. Oktober, täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Interboot-Hafen täglich bis 19 Uhr. Die Halle B 1 ist am Donnerstag zum Sunset Shopping bis 21 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 12 Euro, ermäßigt 10 Euro.

Informationen im Internet: www.interboot.de