Wenn die Lindauer Therme voraussichtlich im Herbst 2020 eröffnet, soll es das größte Bad am Bodensee sein. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Denn zurzeit sind noch Klagen von Naturschützern gegen die Thermenpläne anhängig, die in einem Landschaftsschutzgebiet auf dem Gelände eines ehemaligen Strandbades verwirklicht werden sollen.

Dennoch gehen die Stadt Lindau und der Überlinger Investor Andreas Schauer das Vorhaben beherzt an. Mit einem symbolischen Spatenstich wurde jetzt mit dem Neubau begonnen. Nach sieben Jahren des Verhandelns mit Unterbrechungen spricht Schauer von einem „etwas harzigen Weg“. Lindau ist Eigentümer des Sport- und Familienbades und trägt die Baukosten in Höhe von 14,4 Millionen Euro. Die Betriebsgesellschaft Therme Lindau GmbH, ein Tochterunternehmen des Investors, ist Eigentümer von Therme und Sauna und trägt 20,6 Millionen Euro.

Überlinger Investor Andreas Schauer.
Überlinger Investor Andreas Schauer. | Bild: Susanne Hogl

Eigentlich hätte der Bau der Therme schon im vergangenen Jahr beginnen sollen, doch dann hatten Gegner des Bades und Anwohner Unterschriften für einen Bürgerentscheid gesammelt. So mussten die Abrissarbeiten am Strandbad wieder eingestellt werden. Der Bürgerentscheid ging schließlich mit einer deutlichen Zweidrittel-Mehrheit für den Neubau aus.

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Anwohner und Gegner befürchten nun ein wesentlich stärkeres Verkehrsaufkommen rund um das künftige Bad. Denn die Therme soll künftig einen Ganzjahresbetrieb anbieten, auch die Saunen werden eines Tages bis spät am Abend geöffnet haben. Naturschützer wehren sich außerdem gegen eine ihrer Ansicht nach sehr massive Bebauung auf dem Gelände. Ein bislang als Parkplatz genutzter Eichenhain wird jedoch nach dem Umbau als Liegefläche dienen, die notwendigen Parkplätze werden durch Investor Andreas Schauer auf einem Gelände in der Nähe des Bades entstehen.

Vom Zeppelin aus gesehen, präsentiert sich die Therme Lindau jetzt schon als riesige Baustelle – im Hintergrund rechts bei der großen Halle, soll dann ein großer Parkplatz entstehen. Die Therme soll im Herbst 2020 fertig sein.
Vom Zeppelin aus gesehen, präsentiert sich die Therme Lindau jetzt schon als riesige Baustelle – im Hintergrund rechts bei der großen Halle, soll dann ein großer Parkplatz entstehen. Die Therme soll im Herbst 2020 fertig sein. | Bild: Susanne Hogl

Am 24. Februar dieses Jahres wurde die Baugenehmigung für das Projekt erteilt. Auch dieses Datum, ein Samstag, sorgte noch einmal für Unmut. Erich Jörg, BUND-Vorsitzender aus Lindau, ist der Meinung, dass dieses Datum gewählt wurde, um ein weiteres Eingreifen des BUND zu verhindern. „Wir konnten gegen die geplanten Baumfäll­arbeiten erst am Montag rechtlich vorgehen“, so Jörg. Laut Schauer sei dies aber nicht der Fall gewesen: „Dass uns hier eine Portion Schlitzohrigkeit unterstellt wurde, ehrt uns zwar ein wenig, entspricht aber nicht den Tatsachen“, so der Investor zu dieser Sache. 16 Bäume wurde dann in einer Eilaktion gefällt, da das Baumfällen ab März nur mit einer aufwendigen Sondergenehmigung möglich gewesen wäre.

Wenn jetzt alles nach Plan laufen sollte, dann hofft Investor Schauer darauf, dass ein Teilbereich des Strandbades bereits im Mai 2020 genutzt werden kann. Und wenn auch der zum Bad gehörende Gastronomiebereich früher fertig ist, will der Überlinger Unternehmer dort in gut zwei Jahren seinen 50. Geburtstag feiern.