Blauer Himmel, Temperaturen knapp unter null Grad und der Schnee funkelt in der Sonne: Zwar sah es am Dienstag in den meisten Skigebieten der Region so aus und vielerorts haben schon etliche Skilifte geöffnet, doch die Schneemengen, die kurz vor Weihnachten in den Skigebieten im Allgäu und in Vorarlberg liegen, bereiten manch einem Kopfzerbrechen. Welche Folgen könnte ein schneearmer Winter für die Skigebiete in der Region haben?

Kurz vor Weihnachten laufen in den meisten Skigebiten im Allgäu und in Vorarlberg noch nicht alle Lifte. Kunstschnee kann nur bei niedrigen Temperaturen produziert werden.
Kurz vor Weihnachten laufen in den meisten Skigebiten im Allgäu und in Vorarlberg noch nicht alle Lifte. Kunstschnee kann nur bei niedrigen Temperaturen produziert werden. | Bild: Hans-Robert Nitsche

"Bei uns laufen die meisten Lifte seit einer Woche, wir hätten aber schon gerne Anfang Dezember angefangen", erklärt Sandra Brutscher vom Kleinwalsertal-Tourismus. Die Vorarlberger Region, die zusammen mit dem deutschen Oberstdorf bekannte Skigebiete wie das Fellhorn, die Kanzelwand, den Ifen und das Söllereck aufzuweisen hat, wartet sehnlichst auf mehr Schnee. "Zu uns kommen zwar viele Stammgäste, aber gerade Weihnachten buchen die Urlauber schon sehr langfristig", weiß Sandra Brutscher aus Erfahrung.

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Schon seit etlichen Jahren werden deshalb im Kleinwalsertal von den Hoteliers und vom Tourismusverband Alternativen für schneearme Winter angeboten. Urlauber können an geführten Wanderungen teilnehmen, Kochkurse machen und in den meisten Hotels gibt es inzwischen große Spa- und Wellnessabteilungen. "Bei uns ist es aber auch so, dass die meisten Hoteliers kulant sind, wenn die Gäste wegen Schneemangel die Reise nicht antreten", betont Sandra Brutscher. Im Kleinwalsertal öffnen die meisten Hotels aber ohnehin erst am kommenden Wochenende. Im restlichen Vorarlberg werden nach Angaben von Daniela Kaulfus von Vorarlberg Tourismus am kommenden Wochenende auch die letzten Skiorte den Betrieb bei guten Bedingungen aufnehmen.

Im Skigebiet Mellau-Damüls-Faschina haben noch lange nicht alle Lifte geöffnet – Skifahren ist aber trotzdem schon möglich.
Im Skigebiet Mellau-Damüls-Faschina haben noch lange nicht alle Lifte geöffnet – Skifahren ist aber trotzdem schon möglich. | Bild: Hans-Robert Nitsche

Kurz vor Weihnachten soll es am Wochenende aber bereits wieder wärmer werden. Die Nullgradgrenze klettert dann auf 1700 Meter, das bedeutet, dass in den Skigebieten kein Kunstschnee produziert werden kann. In etlichen Regionen konnte außerdem wegen des Wassermangels nach dem trockenen Sommer nicht beschneit werden. Dabei kommt inzwischen kaum ein Skiort ohne künstliche Beschneiung aus. Die hat wegen ihres Energie- und Wasserverbrauchs allerdings einen schlechten Ruf. Umweltschützer kritisieren: Künstliche Beschneiung braucht viel Wasser und Energie.

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Im Kleinwalsertal und in der Region Oberstdorf sind laut Jörn Homburg, Marketingchef der Bergbahnen Oberstdorf–Kleinwalsertal, derzeit 19 von insgesamt 48 Liftanlagen in Betrieb, am kommenden Wochenende sollen dann mindestens zehn weitere geöffnet werden. "Bei uns herrschen schon jetzt sehr gute Wintersportbedingungen und wir haben nach den Regenfällen genug Wasser, um beschneien zu können", erklärt Homburg. "Wir füllen unsere Speicherteiche mit dem Wasser, das im Frühjahr bei der Schneeschmelze entsteht und die Entnahme von Wasser aus Fließgewässern ist bei uns sehr streng reglementiert", so Homberg weiter. Selbstverständlich werde kein Trinkwasser für den Kunstschnee genutzt und das verwendete Wasser gelange mit der Schneeschmelze wieder in den Kreislauf. "Falls wir, woran ich nicht glaube, zukünftig wirklich zu wenig Wasser haben sollten, ist die Beschneiung unser kleinstes Problem", so der Marketingchef.

Eine Mischung aus Kunstschnee und echtem Schnee – so wie in Damüls sieht es derzeit noch in vielen Skigebieten aus.
Eine Mischung aus Kunstschnee und echtem Schnee – so wie in Damüls sieht es derzeit noch in vielen Skigebieten aus. | Bild: Hans-Robert Nitsche

Im Allgäuer SkigebietBalderschwang laufen derzeit vier von 13 Anlagen. Ab dem Frühwinter wird bei Minustemperaturen im Skigebiet regelmäßig beschneit. Eine mittlere Beschneiungsanlage, mit der eine Fläche von 20 Hektar beschneit werden kann, benötigt laut der Skigebiet-Homepage im Jahr durchschnittlich 250 000 Kilowattsunden (kWh).