Der Herd trennt als freistehender Block die Küche vom Essbereich, daneben, im selben Raum, lädt ein rotes Sofa zum Fernsehen ein. Eine ganze Musterwohnung, inklusive Schlafzimmer und Bad wurde für die Messe "Neues BauEn" im Rahmen der IBO und zwei weiterer Schwestermessen in Halle B 1 eingebaut. Nichts Besonderes auf den ersten Blick. Doch das Aha-Erlebnis steckt im Detail. Wolfgang Köhle, Pressesprecher der Messe Friedrichshafen, möchte eine Flasche Mineralwasser, öffnet den Kühlschrank und sofort gehen automatisch die Rollläden hoch. "Das Smart Home ist ein wichtiges Zukunftsthema", sagt Markus Seeger vom Stadtwerk am See und möchte mit dem Energieversorger einen Beitrag zur Vernetzung der Wohnumgebung leisten, sodass es eine runde Sache wird. Vom Aufstehen bis zum Schlafengehen soll der Komfort gesteigert, Energie gespart und die Sicherheit erhöht werden.

Im Bad geht das Licht an, mit einer App auf dem Smartphone stellt Alfred Keller, Obermeister der Innung Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik, die gewünschte Duschwassertemperatur ein. Steht er unter der Dusche, braucht er sie nicht mehr zu regulieren. "Das hat einen hohen Sicherheitsaspekt",erklärt er. Es schütze vor dem Verbrühen. Während beim Schminken das spezielle Schminklicht leuchtet, spielt das Radio die Lieblingsmusik und die Kaffeemaschine blubbert bereits fröhlich vor sich hin. Selbst der anschließende Gang zur Toilette ist automatisiert. Waschen und Trocknen im Lady-Programm erfolgt auf geheizter Brille in einem Arbeitsgang. Alles ist miteinander vernetzt, alles arbeitet selbstständig und so einfach, dass es selbst, wie Seeger betont, "eine Frau bedienen kann".

Ist der Bewohner außer Haus, schrillt nicht nur beim unautorisierten Öffnen der Terrassentür die Alarmanlage, er bekommt gleichzeitig eine Nachricht auf sein Smartphone und wirft über eine Kamera einen Blick in sein Heim. Wenn gewünscht, wird auch gleich noch die Polizei alarmiert. Drei verschiedene Start-Pakete stehen auf der Messe zur Verfügung: neben den Modulen Komfort und Sicherheit ist auch Energiesparen im Angebot. So kann im Urlaubsmodus übers Handy die Heizung eingeschaltet werden, für jedes Zimmer eine eigene Temperatur. Das Team vom Heizungsbau erkennt über Ferndiagnose eine Störung und kann diese beheben, bevor es der Bewohner merkt.

Da braucht es nur noch eine Steckdose für den Tesla Modell S, den Projektleiter Rolf Hofer seit vier Wochen zur Probe fährt. "Das Auto macht einen Riesenspaß", sagt er. Die Beschleunigung sei gigantisch und läge mit weniger als vier Sekunden von Null auf Hundert im Bereich eines Formel-Eins-Fahrzeugs. Ohne die Schaltlücken eines Elektromotors spüre man keine Unterbrechung und kein Ruckeln. "Es geht wie an der Schnur gezogen nach vorne", berichtet er.

Tesla in der Steckdose: Ein "eMobility World Forum" informiert über aktuelle Trends.
Tesla in der Steckdose: Ein "eMobility World Forum" informiert über aktuelle Trends. | Bild: Anette Bengelsdorf

Doch wenn man auf Kurzstrecken sportlich fährt, steigt der Verbrauch und die Reichweite geht nach unten. "Langstrecken sind das größte Handicap." Route planen, nach Stromtankstellen schauen, Pausen machen. Über den Fortschritt einer Technik, die noch in der Entwicklungsphase steckt, informiert ein "eMobility World Forum" am Freitag im Foyer-Ost. Denn Sinn macht die Technik erst, wenn es auch flächen-deckend Ladesäulen gibt.

Öffnungszeiten und Ticketpreise

Die 68. IBO und ihre drei Schwestermessen finden von 22. bis 26. März statt.

  • IBO: Rund 360 Aussteller präsentieren sich in zehn Ausstellungs- und zwei Entertainmenthallen mit einem breit gefächerten Angebot von Auto über Fahrrad, Genuss, Handwerk bis Sport und Wohnen.
  • Neues BauEn: 110 Aussteller informieren in Halle B 1 über Bauen, Heizen, Gestalten, Renovieren.
  • Garten und Ambiente: 110 Aussteller und ein Grillpark läuten in Halle A 6 und A 7 die Gartensaison ein.
  • Urlaub, Freizeit, Reisen: 120 Aussteller stehen zum Thema Urlaub, Freizeit und Reisen mit Schwerpunkt Camping/Caravan zur Verfügung.
  • Programm: Neben dem Musterhaus können die IBO-Circus-Show in Halle A 1, die Kocharena, ein Bildungstag, ein Workshop-Programm zum Nähen, der Autosalon, ein World Forum zur E-Mobilität und weitere Veranstaltungen zum Thema Garten, Bauen und Freizeit besucht werden. Wer gerne singt, ist zum "Rudelsingen" eingeladen.
  • Eintrittspreise: Tageskarte 9, ermäßigt 7,50 Euro. Zwei-Tageskarte 15, ermäßigt 12 Euro. Nachmittagsticket (ab 16 Uhr mit freiem Parken) 4 Euro. Auftaktticket (nur gültig am Mittwoch): erste Person 9 Euro, zweite Person frei. Freundinnen-Ticket (nur am Freitag) die erste Besucherin 9 Euro, jede weitere Frau 4,50 Euro, inklusive 1 Glas Sekt. Die Eintrittskarte berechtigt zum Besuch aller vier Messen. Kostenlose Shuttle-Busse verkehren vom Stadt- und Hafenbahnhof zu den Zusatzparkplätzen, zur Messe und zurück.
  • Der SÜDKURIER empfängt die IBO-Besucher an seinem Stand im zentralen Eingangsbereich im Foyer-West. Ob klassischer Zeitungsleser oder Digital-Nutzer: Der SÜDKURIER zeigt bei der IBO die ganze Palette der Möglichkeiten auf und bietet spezielle Messeangebote. Zentraler Blickfang ist die große SÜDKURIER-Fotobox mit wechselnden Hintergründen, vor der man sich fotografieren lassen kann. Die Bilder werden auf www.suedkurier.de/ibo.bilder online gestellt; dort können die Nutzer ihr Bild auch kostenlos downloaden. Der SÜDKURIER verlost ein Erlebniswochenende mit dem BMW-Elektroauto i3 samt 200-Euro-Hotelgutschein im April. Insgesamt gibt es 2017 zehn solcher Fahr-Erlebniswochenenden zu gewinnen, vier davon sogar mit dem Hybridsportwagen BMW i8. Und schließlich wird die SÜDKURIER-Redaktion am Donnerstag, 23. April, von 14 bis 15 Uhr große SÜDKURIER-Taschen ausgeben. Wer mag, kann der Redaktion von 15 bis 17 Uhr am SÜDKURIER-Stand seine Messe-Schnäppchen zeigen und bekommt dafür ein kleines Geschenk. (abe/asa)