Gesprochen wurde über die aktuelle Situation in Sachen Kreispflegeplanung, die Palliativversorgung in Pflegeheimen und die neue Pflegedokumentation.

"Das Pflegestärkungsgesetz liegt auf dem Tisch, aber die Zahlen, die besagen, wie viele Stellen gebraucht werden, nutzen nichts, wir müssen die Leute dafür finden", stellte Riebsamen zum Auftakt der Veranstaltung fest. Doch genau diese fehlen nach einem Bericht von Sozialdezernentin Wiltrud Bolien in der Region. "Die Nachfrage nach Kurzzeitpflegplätzen stiegt ständig, die derzeitige Situation ist alarmierend", so Bolien. So mache es der gesetzliche Anspruch auf einen Kurzzeitpflegplatz nach einem Krankenhausaufenthalt von alten Menschen noch schwerer, den Bedarf tatsächlich decken zu können.

Fachkräftemangel spürbar

Bolien rechnete vor, dass bis zum Jahr 2025 in der Region mehr als 130 Kurzzeitpflegeplätze benötigt werden und 160 dauerhafte oder sogenannte vollstationäre Pflegeplätze dazukommen müssten. Derzeit gibt es im Bodenseekreis 1717 vollstationäre Plätze und eine schwankende Anzahl an Kurzzeitpflegeplätzen, da diese nicht immer überall im gleichen Umfang bereitgestellt werden können. Das Problem ist auch laut Bolien, dass einige ambulante Pflegedienste schließen mussten, da sie keine geeigneten Mitarbeiter finden. Fachleute wie die Sozialdezernentin halten es auf Dauer auch für notwendig, dass zumindest Kurzzeitpflegplätze auch in Doppelzimmern eingerichtet werden sollen, da die Dauer des Aufenthaltes ja überschaubar sei. Deutlich sei in den vergangen Jahren in der Region auch ein Fachkräftemangel im Pflegebereich spürbar geworden.

Palliativversorgung wird wichtiger

Eine Erkenntnis der Heimkonferenz: Immer wichtiger werde die sogenannte Palliativversorgung in stationären Einrichtungen – die Pflege von lebensbedrohlich erkrankten Menschen. Diese müsse über eine reine Sterbebegleitung hinausgehen. So wird derzeit diskutiert, ob im Landkreis eine einheitliche Leitlinie für die Palliativversorgung erstellt werden soll. Nach Aussagen der Experten ist es beispielsweise wichtig, dass es für Palliativpatienten nicht nur eine Patientenverfügung gibt, sondern auch einen Notfallplan, wenn der Patient nicht von seinem Hausarzt behandelt wird. Wichtig sei aber in erster Linie eines – nämlich mehr Zeit, die die Pflegekräfte gerne für die Patienten in ihrer letzten Lebensphase hätten, aber gerade daran mangele es oft.