Soll Baden-Württemberg dem Beispiel anderer Bundesländer folgen und eine Meisterprämie für Handwerker einführen, die sich nebenberuflich zum Meister weiterbilden? Diese Frage beschäftigt die Landespolitik bereits seit Längerem. Bisher wurden entsprechende Anträge stets abgelehnt. Ein positives Signal kommt nun aus der CDU-Landtagsfraktion, wie aus einer Pressemitteilung der Handwerkskammer Ulm hervorgeht. Demnach habe sich der handwerkspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Thomas Dörflinger, während des jüngsten CDU-Landesparteitags für eine Meisterprämie in Höhe von 1500 Euro ausgesprochen. Der Parteitag habe diesen Antrag mit großer Mehrheit angenommen.

Wichtiger Schritt

Joachim Krimmer, Präsident der Handwerkskammer Ulm und Vorsitzender des Landesausschusses Bildung für das baden-württembergische Handwerk, lobte beim Parteitag diesen Beschluss. Damit mache die CDU einen wichtigen Schritt in Sachen Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. „Endlich folgen den vielen Worten der Gleichwertigkeit konkrete Taten. Wir brauchen gute akademische Bildung, aber eben auch gute berufliche Bildung. Beides ist wesentlich für den Erfolg des Landes und für die Zukunftsperspektiven junger Menschen“, sagte Joachim Krimmer laut Pressemitteilung.

Georg Beetz, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Bodenseekreis: „Die Kreishandwerkerschaft hat sich immer für die Gleichstellung der dualen und der universitären Ausbildung eingesetzt. Insofern ist die Einführung einer Meisterprämie ein begrüßenswerter wenn auch längst überfälliger Schritt.“
Georg Beetz, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Bodenseekreis: „Die Kreishandwerkerschaft hat sich immer für die Gleichstellung der dualen und der universitären Ausbildung eingesetzt. Insofern ist die Einführung einer Meisterprämie ein begrüßenswerter wenn auch längst überfälliger Schritt.“ | Bild: Claudia Wörner

Längst überfällig

Georg Beetz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bodenseekreis, argumentiert: „Die Kreishandwerkerschaft hat sich immer für die Gleichstellung der dualen und der universitären Ausbildung eingesetzt. Insofern ist die Einführung einer Meisterprämie ein begrüßenswerter wenn auch längst überfälliger Schritt.“

Weniger Förderungen

Knapp 550 junge Menschen seien 2018 von der Handwerkskammer Ulm, zu deren Einzugsgebiet der Bodenseekreis zählt, in den Meisterstand erhoben worden. In Baden-Württemberg seien es rund 3150 gewesen. Die Handwerkskammer kritisiert, dass Handwerker, die ihren Meister machen, im Gegensatz zu Studenten weniger Förderungen erhalten würden.

Politik soll Kluft abbauen

Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, bezeichnet das als „ungerecht und nicht sinnvoll“. Die Politik habe die Aufgabe, diese Kluft abzubauen. „Wir wissen auch, dass das nicht von jetzt auf gleich geht. Insofern ist der Beschluss der CDU zur Meisterprämie ein ganz wichtiger Schritt für die Wertschätzung dem Handwerk gegenüber, aber auch ein kluger, weil diese Meister morgen die Bevölkerung mit exzellenter Handwerksleistung versorgen“, wird Mehlich zitiert.

Ob die Meisterprämie nach dem Beschluss der CDU Baden-Württemberg tatsächlich eingeführt wird, entscheidet sich bei den Beratungen der Landesregierung zum kommenden Doppelhaushalt.