„In Bayern wird das sehr streng gehandhabt mit giftigen Tieren, da benötigt man eine spezielle Genehmigung. In Baden-Württemberg reicht es, wenn man ein giftiges Tier bei der Gemeinde meldet“, erklärt Martin Rimmel von den Reptilienfreunden Oberschwaben. Auf der Aqua-Fisch-Messe in Friedrichshafen sind sie mit einigen Reptilien und Insekten vertreten.

Diese Vogelspinne ist zwar giftig, ihr Gift wirkt jedoch ähnlich dem eines Wespenstiches.
Diese Vogelspinne ist zwar giftig, ihr Gift wirkt jedoch ähnlich dem eines Wespenstiches. | Bild: Guy Simon
Eine falsche Wassrekobra zieht ihren Kopf entlang der Glaswand eines Terrariums auf der Aqua-Fisch. Das Tier ist giftig.
Eine falsche Wassrekobra zieht ihren Kopf entlang der Glaswand eines Terrariums auf der Aqua-Fisch. Das Tier ist giftig. | Bild: Bild:

Da gibt es Landschildkröten, Grashüpfer und Eidechsen, aber auch Vogelspinnen und Giftschlangen. Martin Rimmel selbst besitzt zwei so genannte falsche Wasserkobras: „Die heißen so, weil sie die Drohgebärde einer echten Kobra nachahmen und den Hals aufplustern.“ Das Gift der Tiere sei allerdings nicht ganz so gefährlich wie das ihrer Namensgeber: „Klar kann man davon auch einen anaphylaktischen Schock bekommen. Meist führt das Gift jedoch zu starken Schwellungen und Schmerzen“, sagt der 25-Jährige. Selbst gebissen worden sei er noch nie.

Martin Rimmel von den Reptilienfreundn Oberschwaben mit einer giftigen falschen Wasserkobra.
Martin Rimmel von den Reptilienfreundn Oberschwaben mit einer giftigen falschen Wasserkobra. | Bild: Bild:
Martin Rimmel zeigt eine Inselnatter. Das Tier ist nicht giftig und wirkt entspannt. Dennoch, so betont er, handelt es sich um eine ...
Martin Rimmel zeigt eine Inselnatter. Das Tier ist nicht giftig und wirkt entspannt. Dennoch, so betont er, handelt es sich um eine Wildtier. | Bild: Bild:
Diese Inselnatter steht kurz vor der Häutung, ihre Augen sind bereits getrübt.
Diese Inselnatter steht kurz vor der Häutung, ihre Augen sind bereits getrübt. | Bild: Guy Simon

Rimmel kam über einen Arbeitskollegen zu seinem Hobby: „Der hatte den Keller voller Terrarien mit Giftschlangen. Das hat mich fasziniert“, sagt er und ergänzt: „Die Faszination am Tier ist halt einfach anders wie bei Hund, Katze und Maus.“ Rimmels Ansporn ist es, auch artgeschützte Tiere nachzuzüchten und so zu helfen, die Art zu erhalten. „Man sollte auch nie vergessen, dass es sich hierbei immer noch um Wildtiere handelt. Sie bleiben unberechenbar“, ist sich Rimmel der Gefahr bewusst.

In Deutschland bekomme man zahlreiche Arten von Giftschlangen zu kaufen: „Teilweise auch Arten, die noch nicht richtig erforscht sind. Man kennt ihren Namen und weiß woher sie kommen, aber über die Wirkung des Gifts weiß noch niemand so genau Bescheid“, sagt er.

So habe man auch durch einen Zufall herausgefunden, dass die Boomslang, eine Art der Trugnatter, ein äußerst gefährliches Gift besitzt: „Derjenige der es herausgefunden hat, hat den Vorfall leider nicht überlebt“, weiß Rimmel. Er und seine Freundin haben zusammen etwas mehr als 30 verschiedene Tiere zuhause, darunter Geckos, Schlangen und Spinnen.