"Mädchen, 12 Jahre alt, wünscht sich einen Kinogutschein." "Mädchen, fünf Jahre alt, wünschte sich ein rotes Spielzeugauto." "Junge, sieben Jahre wünscht sich Fluch-der-Karibik-Bettwäsche." Da sind drei von rund 800 Wunschzettelchen, die in den vergangenen Wochen Weihnachtsbäume an 15 verschiedenen Standorten im gesamten Bodenseekreis zierten. Das Schöne an der ganzen Sache: Alle Wünsche gingen dank engagierter Bürger in Erfüllung. Bereits zum elften Mal hatten die Frauen der Sektionen Friedrichshafen und Überlingen von Soroptimist International diese beispielhafte Aktion initiiert – wie immer in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt und den Familientreffs des Bodenseekreises, die auch den Kontakt zu den bedürftigen Familien herstellten. Sowohl Spender als auch Beschenkte bleiben anonym, wie Heimgart Schneider berichtet, Leiterin des Familientreff 22 in der Heinrich-Heine-Straße in Friedrichshafen.

Die hinter der Aktion stehende Idee ist so einfach wie genial: Kärtchen mit Kinderwünschen – im finanziellen Rahmen von jeweils etwa 25 Euro – hängen an Bäumen in Geschäften und Einrichtungen des Bodenseekreises. Wer mag, nimmt sich ein Kärtchen mit nach Hause und erfüllt den Wunsch eines Kindes. Das zugehörige Geschenkpäckchen geht über die Soroptimistinnen wieder an die Familientreffs, die dann die Verteilung übernehmen. Anders gesagt: "Eine ganz konkrete Form der Hilfe, die direkt dort ankommt, wo sie gebraucht wird", sagt Sozialamtsleiterin Simone Schilling. Dass kein einziges Wunschkärtchen hängenblieb, und dass in den Sektionen Überlingen und Friedrichshafen insgesamt rund 26 000 Euro an Geschenken und zusätzlichen Spendengeldern zusammenkamen, ist auch für die Häfler Soroptimisten-Präsidentin Waltraud Schumacher ein Grund zur Freude.

Die Aktion zieht immer weitere Kreise. "Gerade auch Kindergärten beteiligen sich mit großem Engagement", sagt Heike Huther aus Überlingen. "Und manche Familien berichten davon, dass diese Aktion dazu beiträgt, auch die eigenen Kinder für die Not anderer Kinder zu sensibilisieren", ergänzt Daniela Baumhauer. Bereits im kommenden Juli beginnen die Vorbereitungen für die nächste Aktion zu Weihnachten 2018, wie Getrud Schlegel zu berichten weiß.