Mit einem feierlichen Akt wurde die Freisprechung der Lehrlinge aus dem Bodenseekreis in der Sommertalhalle gefeiert. Ihre Gesellenbriefe bekamen sie aus der Hand ihrer jeweiligen Obermeister. Musikalisch begleitet wurde die Feier von Saxonette, einem Quintett, das aus ehemaligen Knabenmusikern hervorgegangen ist und von Hubert Möhrle geleitet wurde.

Lehrlinge aller Innungen feiern gemeinsam

Die Prüfungsbesten erhielten zusätzlich eine Belobigung. Insgesamt 82 Lehrlinge aus den Innungen Bau, Elektronik, Anlagenmechanik Sanitär-Heizung-Klima, Stuckateur, Schreiner- und Bootsbauer, Zimmerer und Kauffrau Büromanagement haben die Sommer- oder Wintergesellenprüfung in den Prüfbezirken Ravensburg und Überlingen erfolgreich abgelegt. Weil die Abgängerzahlen der einzelnen Berufszweige so unterschiedlich sind, hatte man sich 2017 dazu entschlossen, die Abschlussfeier gemeinsam zu gestalten, davor feierte jede Innung für sich.

So verabschiedete die Zimmererinnung 22 Gesellen und die Schreiner- und Bootsbauinnung 27 Prüflinge, während die Bauinnung nur drei Maurer freisprechen konnte. „Wer soll in Zukunft unsere Häuser bauen?“, fragte Georg Beetz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, bei der Übergabe der Gesellenbriefe. „Die Zimmerer“, kam es daraufhin aus den Reihen der standesgemäß in schwarz-weiße Kluft gekleideten Gesellen zurück, was bei den Gästen zwar für Lacher sorgte. Doch die ernste Tatsache, dass vielerorts Handwerker fehlen, bleibt.

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Festredner thematisieren Nachwuchsmangel im Handwerk

Diesen Umstand thematisierte auch Kreishandwerksmeister Christof Binzler in seiner Ansprache: Wenn Aufträge nicht abgewickelt werden könnten oder man ein halbes Jahr darauf warten müsse, dann spürten das sowohl der private Häuslebauer als auch der investitionswillige Unternehmer und der öffentliche Auftraggeber. Er plädierte für mehr Anerkennung und Wertschätzung der Leistungen von Handwerkern, um „mehr junge Menschen zu motivieren, diese schönen Berufe zu erlernen“.

Auch die Rückkehr zur Meisterpflicht in verschieden Bereichen, etwa bei Fliesenlegern oder Raumausstattern, sieht der Kreishandwerksmeister als Schritt in die richtige Richtung. „Das ist aktiver Verbraucherschutz und ein Beitrag zu mehr Ausbildung in diesen Berufen“, betonte Binzler.

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Acht Gesellenstücke werden ausgezeichnet

Für die optische Gestaltung ihrer Gesellenstücke erhielten acht Schreiner eine Belobigung oder einen Preis im Rahmen des Wettbewerbs „Gute Form“. Obermeister Nico Wachter erläuterte, dass bei dem Wettbewerb nicht vordergründig auf Ausführungen oder Funktionen des Möbelstücks geachtet werde, sondern es ums Design gehe. Passt das Material? Wie fühlt es sich an? Ist es zeitgemäß? Diese Fragen spielten bei der Bewertung eine Rolle.

Lehrmeister Thomas Schmäh (rechts) und sein Geselle Pierre-Oliver Günthner stehen neben dem Gesellenstück. Für den Spind in edler Metalloptik erhielt Günthner im Rahmen des Wettbewerbs „Gute Form“ der Schreiner- und Bootsbauinnung Bodenseekreis eine Anerkennung.
Lehrmeister Thomas Schmäh (rechts) und sein Geselle Pierre-Oliver Günthner stehen neben dem Gesellenstück. Für den Spind in edler Metalloptik erhielt Günthner im Rahmen des Wettbewerbs „Gute Form“ der Schreiner- und Bootsbauinnung Bodenseekreis eine Anerkennung. | Bild: Lorna Komm

Den ersten Preis erhielt Luis Haug, der bei der Jäger GmbH in Friedrichshafen gelernt hat. Pierre-Oliver Günthner von der Schreinerei Thomas Schmäh aus Meersburg bekam eine Anerkennung. Mit einer Tanzperformance der Geschwister Linda und Fabio Kikaj, Teilnehmer der Streetdance-Weltmeisterschaft in Glasgow, endete der offizielle Teil.